Ich sehe es eher so, dass es scheint, als hätten Deutschland und Frankreich begriffen, dass man Terror langfristig nicht mit Krieg bekämpfen kann. Vielmehr gilt es, Gerechtigkeit zu schaffen und den Friedensprozeß im Nahen Osten voranzutreiben. Dazu müßte man allerdings Druck auf Israel und auf die Palästinenser ausüben, was meines Erachtens für die USA kein Problem darstellen würde.
Was sind denn die Wurzeln des Terrors? Ein Gefühl ohnmächtig der Willkür der militärisch stärkeren ausgeliefert zu sein. Und nur wenn man dieses Gefühl ausräumen kann, werden die Terroristen aufhören.
Aber die USA versuchen ja momentan nicht einmal ansatzweise Friedenspolitik in der Region zu betreiben. Stattdessen entzünden Sie ein neues Feuer, das sich rasend schnell zu einem Flächenbrand für die gesamte Region entwickeln kann. Es sei hierbei nur einmal das Kurdenproblem erwähnt, welches dann auch ein türkisches Problem wäre. Auch Israel könnte in vermehrte Bedrängnis durch seine arabischen Nachbarn geraten. Aber in ihrem Durst nach Öl sind die "Falken" scheinbar zu blind, diese Gefahren ernst zu nehmen.
Die Waffen im Irak sind nur drittrangig. Würde es den USA um Waffen eines "Schurkenstaates" gehen, müßten sie mindestens die gleiche Anzahl an Truppen in Korea zusammenziehen und den Herrschern Nordkoreas mit Entmachtung drohen. Aber da gibt's ja kein Öl, das man sich unter den Nagel reissen könnte.
Auch glaube ich nicht, dass es den USA um die Befreieung der Iraker von dem Joch der Unterdrückung durch Saddam geht. Nein! Hätte der Irak einen Diktator an der Spitze, der sein Volk in der gleichen Weise schikanierte und terrorisierte, wie es Saddam tut, er aber ein guter Kumpel von Georgy W. wär und die USA mit billigem Öl belieferte, so wäre das für Amerika kein Problem.
Außerdem halte ich es für fraglich, ob es den USA gelingen wird, Saddam dranzukriegen. Sie haben doch schon so oft versucht, unliebsame Staatschefs loszuwerden. Gaddafi und Castro haben aber schon viele US-Präsidenten überlebt.