Noch einige Gedanken zum dem hier öfters geäußerten Argument "Der Preis war doch klar":
Wenn in der Preisliste steht, in der Türkei kostet die Minute 1,59 € und die SMS 49 Cent, dann sind jedem Kunden die drohenden Kosten klar, denn jeder weiß, wie lange eine Minute dauert und was eine SMS ist.
Was aber kann ein 08/15-Kunde, der beim Smartphonekauf die Info bekommen hat "Mit ihrem Tarif zu 35 € im Monat ist die Internetnutzung (in D) abgedeckt" mit der Angabe "15ct/10kB" anfangen? Rein gar nichts.
Und natürlich sind die Preise in den Listen nicht rein zufällig auf eine so kleine Einheit runtergebrochen. Es soll ein geringer Preis suggeriert werden. Gerne las man bei o2 auch "Sie surfen für nur 5 ct pro 10 kB". Gleichzeitig verkauft man Smartphones mit gehörigem Datenhunger. Hier wäre m.E. die Angabe "15,36 €/MB im 10-kB-Takt" schon einiges transparenter, denn da wird auch dem unbedarften Kunden klar, dass es sich keineswegs um ein Discountpreis handelt.
Und auf die Aussage "Muss sich der Kunde halt informieren, muss mal in seinem Smartphone den Datenzähler suchen, gucken, was er so in Deutschland verbraucht, das in 10kB umrechnen und dann mal 15 Cent multiplizieren, um die voraussichtlichen Kosten im Ausland abschätzen zu können" können sich die Netzbetreiber m.E. nicht zurückziehen.
T-Mobile verschickt im Ausland regelmäßig Status-SMS über den angefallenen Traffic. Das ist m.E. der richtige Weg. Ansonsten ist der Abzocke-Vorwurf berechtigt.