Grindhouse oder: genialer Shit!
An dieser Stelle dann mal mein Fazit zum Grindhouse Double-Feature.
Es wurde zwar außerhalb der USA nicht unter diesem Titel und auch nicht als Double-Feature gezeigt und es gibt zwischen beiden Filmen auch keinen Zusammenhang. Trotzdem war für mich klar: ich will beide sehen.
Death Proof
Das also ist der neue Streich von Quentin Tarantino.
Nun war es bei seinen Filmen ja schon immer so, dass jeder seinen ganz eigenen Stil hatte und den Zuschauern somit ein aufs andere Mal ein ganz neues Erlebnis geboten wurde.
Und auch Death Proof ist wieder ganz anders, und doch typisch Tarantino.
Wirklich vergleichbar mit keinem der vorangegangenen Werke des Meisters, aber ich persönlich würde sagen: am ehesten werden die Leute "Death Proof" mögen, die auch bei "Jackie Brown" ihren Spaß hatten.
Denn sein neues Werk ist ein ausgemachter Laber-Film.
Ein Großteil des Streifens besteht aus Dialogen, meist herrlich belanglos, ohne größeren Zusammenhang. Letzteren gibt es ohnehin im ganzen Film nicht, die Story kann man getrost als "übersichtlich" bezeichnen.
Der Vollständigkeit halber trotzdem ein paar Worte zum Inhalt.
Eine Gruppe von Frauen trifft sich zur gemeinsamen Wochenendgestaltung.
Eben diese und zusätzlich die vergangene Woche und das Leben im Allgemeinen werden dabei dann sehr ausgiebig beredet.
Das "Was?" spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle, das "Wie?" ist es, was den Film so unterhaltsam macht.
Zumindest, wenn man als Mann damit klar kommt, einfach mal nur zuzuhören.
Denn Männer spielen im gesamten Film kaum eine Rolle, sie sind Gesprächsstoff und Randfiguren.
Mit einer Ausnahme: Kurt Russell als Stuntman Mike. Eine absolute Paraderolle für ihn, in direkter Linie mit Snake Plissken verwandt.
"And who the hell is Stuntman Mike?" "He's stuntman!" 
Und er fährt ein todsicheres Auto, in dem er gerne mal Frauen mitnimmt (auf die ein oder andere Art). 
Halten wir also fest: im Film gibt es hübsche Frauen (die auch sehr ansprechend in Szene gesetzt werden) und Autos (für die das ebenfalls gilt).
Das ganze im Stile alter B- bis C-Movies. Soll heißen: schlechte (bzw. stark schwankende) Bildqualität, fehlende Szenen und dergleichen. Zum Ende werden derlei Dinge deutlich weniger, dafür ist der Abschluss dann wieder ganz und gar old-school. :top:
Dazu auch wieder nette Anspielungen und Zitate zu seinen eigenen Werken und auch zu seinen Vorbildern.
Mein Urteil: 5/5 Ein Meisterwerk! :cool:
Planet Terror
Robert Rodriguez steht auf Splatter und Trash. Soweit ist das keine Neuigkeit.
Aber bei seiner neuesten Schlachtplatte lässt er so richtig die Sau raus.
Eine stetig wachsende Zahl Menschenfresser zerfleischt die Menschheit. Joa, das also dazu. [small](Was Bin Laden damit zu tun hat, muss schon jeder selber rausfinden. :D)[/small]
Natürlich gibt es auch ein paar besondere Charaktere: Cherry Darling (Rose McGowan) zB., die Stripperin mit den vielen nutzlosen Talenten und der sehr speziellen Beinprothese.
Oder auch El Wray, den Minibike fahrenden Abschlepper.
Oder den Koch mit dem besten Barbecue in ganz Texas, einen durchgeknallten General mit einer Menge Eiern :D, eine Ärztin mit 3 Spritzen und ihren Mann, ebenfalls Arzt und ein Lutscher ;), babysittende Zwillinge,...
Ein sehr illustres Ensemble also. :top:
Was den Film, neben seinem derben Humor, den superben Splattereffekten, dem genialen B-Movie Look (der wesentlich konsequenter umgesetzt wurde als bei "Death Proof") und der völlig durchgeknallten Handlung so besonders unterhaltsam macht, sind all die kleinen Anspielungen auf frühere Filme, die kleinen Überschneidungen mit "Death Proof", die Filmzitate, die einem beim ersten Schauen mit Sicherheit garnicht alle auffallen.
Der Film macht einfach Spaß. So man auf trashigen, sinnfreien Splatter und derben Humor steht jedenfalls.
5/5 Eines von Robertos besten Werken. 
Eines noch: wie von Tarantino gewohnt, ist der Soundtrack des Films absolut genial und das i-Tüpfelchen. [small](Warum Jungle Julia aber Dave Dee, Dozy, Beaky, Mitch & Tich statt Mick & Tich sagt, weiß ich immer noch nicht. Wohl ein Synchro-Fehler.)[/small]
Aber auch der OST zu "Planet Terror" (von Rodriguez selbst) ist sehr stimmig und passend auf seine eigene psychedelische Synthi Art und Weise. Und auch das Geträller von Rose McGowan ist irgendwie fetzig. 
Was den Zuschauern hier leider vorenthalten wird, sind die genialen Fake-Trailer, die im Rahmen der Grindhouse-Aufführung gezeigt wurden.
Einzig der zu "Machete" läuft vor "Planet Terror". Kommt einem Alles bekannt vor, soll aber Gerüchten zufolge wirklich noch als Film kommen.
Mein Favoriten, "Thanksgiving" (von Eli Roth) und "Werewolf Women of the SS" (Rob Zombie), laufen in D leider nicht, noch habe ich ja die leise Hoffnung, dass die Trailer als Bonusmaterial auf die DVD kommen. Mal abwarten.