ZitatOriginal geschrieben von AdministratorDr
Was sind eigentlich Trockenübungen? Was muss ich mir darunter vorstellen?
Im Prinzip sind Trockenübungen nichts anderes als die Abläufe beim Schießen auf dem Schießstand, nur eben ohne Munition.
Einer der entscheidenden Abläufe beim Schießen ist das Abziehen, also durchdrücken des Abzuges, bis der Schlagbolzen ausgelöst wird.
Es ist aber nicht jeder Abzug gleich, zumal man bei vielen Sportwaffen Dinge wie Abzugsweg (sowohl bis zum Auslösen, als auch den Weg bis zum hinteren Anschlag) und auch das Abzugsgewicht (den Widerstand, den man überwinden muss, um den Abzug soweit durchzudrücken, dass er auslöst) einstellen kann.
Abzugsfehler sind vermutlich die Hauptfehlerquelle beim Sportschießen und sowas versaut selbst erfahrenen Schützen an einem schlechten Tag mal das Ergebnis.
Und deshalb muss man es üben. Es geht dabei um die Koordination und um das Vermeiden typischer Fehler, zB dem Verreißen. Man muss dem Reflex, die Waffe wegen dem beim Schuss auftretenden Hochschlag runterdrücken zu wollen, entgegenwirken. Anfänger neigen dazu, die Waffe schon runterzudrücken, bevor der Schuss gefallen ist und verreißen dadurch natürlich.
Wenn man aber seine Waffe so gut kennt, dass man quasi "blind" weiß, wann genau sie auslöst, kann man das kontrollieren, und das kann man eben auch "trocken" trainieren, da es nur um den Zeitabschnitt bis zum Schuss geht, nicht um den Schuss selber.
Je nach Disziplin muss man aber auch Dinge wie zB das Ziehen der Waffe aus dem Holster, den Waffenanschlag, das Zielen, den Magazinwechsel, Störungsbeseitung (zB im Auswurffenster verklemmte Hülse) und das erneute Holstern der Waffe trainieren.
Es gibt aber so verflucht viele unterschiedliche Disziplinen, dass man da ganze Bücher drüber schreiben könnte.
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Davon ab:
Wieso müssen eigentlich Sportschützen mit echten Kugeln schießen? Es gibt doch auch Airsoftwaffen, die lediglich Plastikkugeln abfeuern. Auch damit läßt sich "Sport" betreiben, genug Joule vorausgesetzt. Dann hätten alle ihre Ruhe, denn mit Airsoftwaffen mache ich keinen so schnell unschädlich und sterben wird dadurch auch keiner.
Hätten Airsoft-Waffen soviel Joule wie "scharfe" Waffen, wären sie auch ähnlich tödlich (letztlich wird immer noch ein Projektil abgefeuert).
Zumal selbst die üblichen Airsoftwaffen ein erhebliches Verletzungsrisiko inne haben.
Und auch Luftgewehre sind zT erwerbsscheinpflichtig (hängt von der Mündungsenergie ab) und werden auch für die Jagd eingesetzt.
Was irgendwelche Trainingsgeräte angeht: im Biathlon wird Kleinkalibermunition benutzt, die, speziell wenn es um Langwaffen geht, kaum Hoch- oder Rückschlag produziert. Das ohne scharfe Munition zu simulieren dürfte um einiges einfacher sein als Großkaliberwaffen realistisch nachzubilden.
Zumal dann auch ein gewisser Reiz fehlen würde (der aber nichts mit irgendwelchen seltsamen Fantasien zu tun hat). Es geht eben darum, ein Projektil aus einer Waffe möglichst präzise in das Ziel zu befördern (je nach Disziplin auch noch unter Zeitdruck etc.), und nicht nur um eine Simulation von mechanischen Abläufen innerhalb der Waffe.
Zudem ist Wiederladen für viele Teil ihres Sports, da man in dem Bereich dann ebenfalls sehr stark Einfluss auf die Ergebnisse nehmen kann (denn jede Munition ist anders).
Aber nochmal zum ursprünglichen Thema: es ging "nur" um die Herabsetzung der Altersgrenze, die völlig sinnfrei und ohne ernsthafte Fakten, vielmehr als populistischer "Schnellschuss" nach Erfurt eingeführt wurde.
Das Schäuble sich und auch dem Schießsport mit diesem Vorschlag einen absoluten Bärendienst erwiesen hat, zeigt letztlich die aktuelle Debatte in den Medien und auch die Diskussion hier.
Es geht aber nicht um Krieg und Mord, und das muss man klar trennen (und das ist eben nicht nur eine virtuelle Trennung), da sonst eine sachliche Diskussion überhaupt nicht möglich ist.

