Miami Vice oder: Everybody be cool. You...be cool!
ZitatOriginal geschrieben von njoy_az
Ich finde schlicht und ergreifend die (auch von Blondinenfreund kritisierte) Brutalität des Films etwas überzogen und vor allem für die Geschichte unnötig. So eine gewaltverherrlichende Darstellung muss nun wirklich nicht sein.
Inwiefern überzogen?
Und was heißt unnötig? Die (relativ) wenigen Gewaltszenen ergeben sich aus der Handlung, sind (inhaltlich) absolut nachvollziehbar [small](wenigstens für mich)[/small] und von einer in irgendeiner Form verherrlichenden Darstellung kann nun wahrlich keine Rede sein.
Die Gewalt wird ungeschönt und weitestgehend realistisch gezeigt, was manche möglicherweise erschrecken mag.
Aber deswegen von überzogen oder gar gewaltverherrlichend zu sprechen, ist doch etwas arg über das Ziel hinausgeschossen. ![]()
Insgesamt ist meine Meinung zum Film etwas zwiegespalten:
Einerseits mag ich den sehr ruhigen, dennoch zu keinem Zeitpunkt langweiligen oder ermüdenden Erzählstil, andererseits gefallen mir die beiden Hauptdarsteller nur bedingt.
Colin Farrell zeigt wenigstens ab und an noch sowas wie Gefühle, seinen etwas gebrochenen Charakter nimmt man ihm ab und an noch ab. Ansonsten aber verharrt er in einer Art Coolness-Starre.
Jamie Foxx allerdings spielt...tja...Jamie Foxx eben. Seine erstarrte, ewig coole Mimik ist dann doch arg...anstrengend was das zuschauen angeht. ![]()
Und Li Gong (aka Gong Li) ist schlichtweg farblos...ihr fehlt...von Allem etwas eigentlich. ![]()
Insgesamt sind mir sämtliche Protagonisten im Film einfach viel zu "cool".
Ein Film, bestehend nur aus absoluten "Obermackern", ist dann doch eher peinlich.
[small](wenn es keine Ecken und Kanten gibt, rutscht man sehr schnell mal ab...)[/small]
Dabei hat mir die Adaption als solche durchaus gefallen. Ein reiner Aufguss der Serie im Kinoformat wäre einfach unpassend gewesen, die 80er sind längst vorbei.
Die (sehr geradlinige) Story war ebenfalls nicht schlecht, zumal die Thematik "Undercover" ein unerschöpflicher Lieferant für Geschichten aller Art ist, und Michael Mann hat ja auch intensiv mit echten Ermittlern zusammengearbeitet.
Nur leider ist das Ergebnis dafür eher mäßg ausgefallen, ich hatte mir doch mehr davon versprochen (Nämlich durchaus soetwas wie die realistische Version der "Bad Boys", aber dafür fehlt dem Film leider der Charme und der Witz, speziell bei den Hauptdarstellern. Denn Realismus bedeutet nicht das Fehlen von Humor, egal welcher Spielart.).
Zumal der Film ansonsten einiges zu bieten hat, vor allem perfekte Bilder bzw eine erstklassige Kameraführung und einen, wie ich wenigstens finde, genial darauf abgestimmten Soundtrack. :top:
Dennoch bzw deswegen: 3/5 Punkten