Quentin allein in Las Vegas oder: wer im Glaskasten liegt...
Man sollte, speziell bei einer Serie, nicht erwarten, dass ein Gastregisseur (und sei es eben auch Quentin), gleich den kompletten Serien"standard" über den Haufen wirft und etwas komplett eigenes macht.
Das darf und soll auch garnicht Sinn der Übung sein.
Auch "Grave Danger" war in erster Linie eine CSI Folge, kein Tarantino.
Die wirklichen Tarantino-Akzente hielten sich letztlich auch sehr in Grenzen: zum Einen war da der Gastauftritt von Tony Curtis, der Tarantinos Vorliebe für Schauspieler vergangener Tage wiederspiegelt [small](wie mit John Travolta, Pam Grier oder Robert Forster)[/small].
Und dann noch die "Traumsequenz" von Nick gegen Ende, die in s/w gehalten war: morbider Humor und blutige Bilder.
Den kurzen Zeitsprung gleich zu Beginn könnte man ebenfalls noch dazuzählen.
Der große Rest der beiden Folgen war eigentlich überwiegend solide CSI Kost, nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Die Story war allerdings ausgesprochen perfide, wenn auch zum Ende hin zu "glatt". Irgendwann wusste man als Zuschauer schon, was kommen wird und es lief dann ja auch alles wie am Schnürchen.
Aber eine Serie bietet letztlich nicht die Möglichkeiten eines Kinofilmes, erst Recht nicht, da die Figuren ja längst entwickelt sind und man sich eben an gewisse Standards (die aber bei CSI ausgesprochen hoch sind) halten muss.
Was mir gefehlt hat: Tarantinos typischer Humor kam kaum zum Tragen [small](dabei gab es bereits Folgen, in denen eben diese Art eine wesentlich stärkere Rolle gespielt hat)[/small]. 
Die Figuren wirkten, wohl auch weil alle mit dem einen Fall beschäftigt waren, unangenehm oberflächlich.
Nichtsdestotrotz war die Folge absolut sehenswert und klasse inszeniert. :top:
Und dass Quentin im Moment überlegt, vielleicht eine eigene Serie fürs TV zu machen, klingt ja auch sehr vielversprechend.
[small]P.S.: Hat eigentlich irgendwer die von Quentin inszenierte Folge von "Emergency Room" gesehen? Wie war die denn? [/small]