4 Staffeln, 24h, 42 Jungfrauen oder: Jack kriegt sie alle!
So, nachdem ich Staffel 3 nur sehr sporadisch mitverfolgt habe (und seltsamerweise trotzdem nicht das Gefühl hatte, wirklich etwas verpasst zu haben), habe ich am WE alle 6 Folgen von Staffel IV eisern mitverfolgt.
Und eins steht fest: der Auftakt war furios.
Von Anfang an geht's richtig zur Sache, permanent gibts was auf die 12. Respekt!
Die eigentliche Story ist spannend, intelligent und fesselnd.
Aber, und es ist ein verdammt dickes aber: Was zum Geier ist aus der CTU geworden? :confused:
Ein Hühnerstall? Ein Schaulaufen der schlimmsten Zicken, die keine andere Behörde haben wollte?
Dieses Rumgezicke und -gezanke, die permanten Intrigen, Sticheleien und das Dauerfeuer aus Missgunst, Misstrauen und Rumgeheule ist Sackgang²³ und dermaßen nervtötend, dass man sich wünscht, die CTU wäre in einer der vorigen Staffeln längst ausradiert worden.
1) die neuen Teammitglieder sind allesamt Mauerblümchen, ohne Charisma, ohne Teamgeist. Jeder gegen Jeden und bloß kein freundliches Gesicht dabei machen. Selbst die Chefin erreicht nicht im Ansatz das Niveau ihres Vorgängers.
2) Dass die Frau des ehemaligen Präsidenten ein intrigantes, machtgeiles Miststück und alles andere als eine Sympathieträgerin war...schön und gut. Aber musste man an ihre Stelle jetzt die F*ckfreundin eines Angestellten setzen, nur um die "Minderheiten-Quote" zu erfüllen? Das ganze wirkt einfach nur konstruiert und unglaubwürdig. Dass sie im Laufe der Handlung noch eine ganz spezielle Rolle spielen wird...na wer hätte das gedacht?
3) Jack. Der liebe Jack. Die Hauptfigur. Was der mittlerweile schon alles durchgemacht hat, wow.
Nur ist er mittlerweile an einem Punkt, wo er auch für ein tibetanisches Kloster arbeiten könnte und letztlich trotzdem alle übrigen Mitstreiter wie dumme Dorfdeppen und Nichtskönner aussehen lassen würde.
Und dabei nimmt er auf nichts und niemanden mehr Rücksicht. Egomane und Charaktersau.
Aber auf subtile Art die perfekte Verkörperung Amerikas.
Einzelkämpfer, der auch ohne Unterstützung seinen Willen durchboxt bzw. -ballert, im Nachhinein aber dann doch um Verständinis und Mithilfe bittet, denn ganz alleine geht es ja dann auch wieder nicht.
4) Der neue Präsident. Auch ziemlich unscheinbar, aber ganz in Ordnung.
Trotzdem hat er mir mit sprechendem Plüschhasen und üppig gebauter Tochter besser gefallen. 
5) Familie Heller.
Vati Verteidigungsminister, beinhart und doch voller Verständnis, Mitgefühl und Menschlichkeit. Dass er Jack mag ist verständlich.
Das Töchterlein ist nett anzusehen, heult nicht übermäßig rum und kann auch mal zupacken bzw. -stechen. Die mag ich.
Der Sohnemann ein Revoluzzer, der gegen den übermächtigen Vater aufbegehrt und auch prompt die Rechnung serviert bekommt: Folter mit Erlaubnis des Vaters. Sehr schön. 
Eine ganz normale Familie.
6) Die Bösen.
Herkunft: arabischer Raum. Woher auch sonst?
Knallharter Vater, immer den "Endsieg" vor Augen, koste es, was und wen es wolle. Die Freundin des Sohnes muss weg? Erledigt. Der Sohn muss weg? Wozu hat man denn Terroristenfreunde, wenn nicht für solche Aufgaben?
Eine herrische, dem Manne hörige Mutter, immerhin mit einem Rest von Mutterliebe gesegnet.
Der Sohn schon leicht amerikanisiert (in den Augen des Vaters ist er eh ein westlich verseuchtes Mädchen), aber unschlüssig bei der Wahl seines Erstkultursitzes. Immerhin gibt es ja auch im Feindesland hübsche Mädchen. Nur etwas neugierig...
Leicht egoistisch veranlagt bzw. zu sehr am Rockzipfel der Mutter hängend. Erst als es um _sein_ Leben geht, beginnt er zu kämpfen und nachzudenken.
Aber lieber spät als nie, und wenn so ein Prozess ein paar Leichen im Freundeskreis braucht, dann immer her damit. Es dient ja einem höheren Ziel. Und mit 42 Jungfrauen hat es so oder so alles zu tun. :p
7) Jacks Tochter ist nicht mehr dabei. :top:
Auch wenn an ihre Stelle genügend andere Weiber getreten sind, die einen als männlichen Zuschauer immer wieder zur Weißglut treiben...
Das "besondere Konzept" ist meines Erachtens auch ausgereizt.
24h in nahezu Echtzeit war anfangs wirklich mal was neues. Mittlerweile wird es aber durch gewisse Unstimmigkeiten immer mehr verwässert (subjektiver Eindruck meinerseits) und die Spannung ist ohnehin da und wird auch durch die Einblendung einer Uhr nicht gesteigert.
Insgesamt also eine nette Runde.
Und ehe Jemand meint, ich könne nur meckern: Ich schau die Serie trotzdem.
Das muss wohl Liebe sein...
In diesem Sinne...Lauf Jack, lauf!