Ich, du und wir beide oder: Ich will so bleiben wie ich bin!
Zitat
Original geschrieben von Andre
Schön gesagt, aber was sagst Du als Experte denn, inwieweit man Kompromisse eingehen sollte und inwieweit es keinen Sinn macht, sich "zu verbiegen".
Auch wenn ich kein "Experte" bin, werde ich einfach mal antworten.
Ich selber kenne das Problem nämlich aus eigener Erfahrung relativ gut.
Innerhalb meiner Beziehung habe ich mich auch ziemlich verändert, speziell auf mein alltägliches Verhalten bezogen.
Aufgefallen ist das eher Freunden, mir selber weniger.
Aber: Ich hatte mit diesen Veränderungen keine bzw. nur wenige Probleme.
Letztlich war ich mir bewusst, dass es dabei ja auch darum geht, eine möglichst harmonische Beziehung zu führen, und dass da beiderseits gewisse Einschränkungen bzw. "Anpassungen" erforderlich sind, ist normal.
Eine Beziehung, in der beide Partner 100%ig "sie selbst" sind, halte ich für weitestgehend ausgeschlossen, weshalb ich auch dem Spruch "Akzeptiere mich, wie ich bin oder lass mich in Ruhe." ausgesprochen wenig abgewinnen kann.
Die Grenzen dieses "Verbiegens" muss man sich selber setzen. Spätestens wenn einem Freunde plötzlich Sachen wie "Ich erkenn dich garnicht wieder, dass bist doch nicht du!" sagen, sollte man sich Gedanken machen.
Alle Veränderungen muss man vor Allem vor sich selbst verantworten können.
Solange ich mich nicht unwohl fühle im Zusammenleben, solange ich nicht das Gefühl habe, zu etwas gezwungen zu werden, sondern es mehr oder minder selber von mir aus tue, ist es kein Problem.
Erst wenn ich das Gefühl hätte, dass egal was ich tue bzw. wie ich etwas tue, es doch immer falsch zu sein scheint bzw. ich Dinge definitiv gegen meinen Willen tun muss, um es der Partnerin rechtzumachen, dann würde ich mir ernsthaft Gedanken machen.
Zudem: Beziehung heißt (wenigstens für mich) parallel zu diesen Anpassungen eben auch immer, auch mal gewisse Eigenarten zu akzeptieren, auch wenn sie mir nicht unbedingt gefallen.
Eine Beziehung ist schließlich keine Umschulung oder Umerziehung. 
Und wenn es soviel gibt, was den Partner, bzw. die Partnerin an einem stört, dann sollte man sich doch fragen, wie er/die sich jemals ernsthaft in einen verlieben konnte.
Und: Neben der Beziehung sollte es immer auch noch Momente geben, wo man dann wirklich mal "man selber" sein kann. Ein gewisses "sich ausleben" sollte erlaubt bleiben, ohne dass das natürlich allzu ausschweifende Formen annimmt. Fremdgehen etc. meine ich nämlich definitiv nicht damit. 
In diesem Sinne...just be!