Auge um Auge mit der Revolution oder: Ein Mann sieht Rot/Nichts/Alles
Tja, ich hatte von dem Film, bedingt sowohl durch die vorherigen Kritiken, wie auch durch Meinungen Anderer, und durch meine persönliche Meinung zu "Reloaded", alles mögliche erwartet, aber nicht, dass "Revolutions" eigentlich ja doch irgendwie gut ist. 
Inhaltlich möge sich auch weiterhin jeder seine eigenen Antworten auf die vielen Frage geben, da ich das Ganze selber eher etwas "globaler" betrachte, muss ich nicht auf jede noch so kleine Frage Antwort finden.
Aber das Gesamtbild war letztlich doch relativ schlüssig.
Aber, nichtsdestotrotz, Kritik bleibt nicht aus.
Eines vorweg: Im Gegensatz zu "Reloaded" waren die Effekte in "Revolutions" über jeden Zweifel erhaben. Respekt.
Dennoch, insbesondere der Final Fight in und um Zion wirkte massiv überladen.
Das Ganze erinnerte mich eher an ein Computerspiel (was grundsätzlich ja eigentlich gut zu "Matrix" passen würde), aber eines, wo man ohne Cheats keine Chance hat. Man hat schnell die Übersicht verloren und eigentlich war es "nur" eine tumbe und stupide Ballerei apokalyptischen Ausmaßes.
Klar, genau das war auch inhaltlich das Ziel, dennoch war es mir alles eine Spur zu groß.
Es wirkte eher wie eine Art Überbrückung oder Spielverlängerung, nicht unbedingt wie ein notwendiger Teil des Filmes. Jedenfalls nicht in den gezeigten Ausmaßen.
Was die übrigen Actionsequenzen angeht: nett, mehr aber auch nicht.
Insbesondere der Kampf auf dem Weg zum Merowinger erschien mir eher wie eine etwas billige Kopie von Sequenzen aus "Matrix". Nichts eigenständiges und dazu noch irgendwie belanglos.
Der Kampf zwischen Smith und Neo war zwar technisch perfekt und auch zwangsläufig "was ganz Großes", dennoch fehlte ihm etwas.
Was? Nun, dieses ganz eigene "Matrix Feeling".
Beide Nachfolger, also "Reloaded", wie auch "Revolutions", erreichten insgesamt maximal 50% von "Matrix", was Stil und Feeling angeht.
Teil 1 wirkte zu jeder Zeit, in jeder Szene, absolut schlüssig in der Darstellung und Umsetzung. Die Choreographie war schlichtweg perfekt, egal ob bei Kung Fu Kämpfen oder Feuergefechten.
Und genau dies habe ich in "Revolutions" arg vermisst.
Ich kann es ehrlich gesagt nicht genauer beschreiben, was ich meine, aber "Matrix" ist in seiner Gesamtheit unangefochten der Maßstab, quasi das "Ideal", welches nie wieder erreicht werden kann und auch, trotz Versuchen, nicht erreicht wird.
Was die Philosophie angeht, die erreichte in "Revolutions" eigentlich wieder ein recht erträgliches Maß. Sicherlich, einiges mögen eher etwas inhaltlose Worthülsen gewesen sein, grundsätzlich aber ergab das Meiste im Hinblick auf die Fragen im Film durchaus einen Sinn, auch wenn der sich oft erst auf den zweiten Blick offenbarte. Aber das ist ja auch gut so.
Eines aber störte irgendwie doch: die übertriebene Symbolik des Filmes, dieser "religiöse" Touch. Blinder Messias, Seher, Engel, usw und das alles in einer Person.
Klar, der "omnipotente" Auserwählte braucht gewisse Fähigkeiten, dennoch war es irgendwie zuviel des Guten, zu theatralisch.
Am Ende aber fügt sich doch alles wieder irgendwie zu einem ganz ordentlichen Bild zusammen, die Summe der Einzelteile ergibt durchaus ein schlüssiges Endprodukt.
An einigen Stellen unfreiwillig komisch, mal auch eher langweilig, teilweise arg übertrieben und dennoch Gesamturteil gut. 
In einer Szene gingen mir übrigens 2 Lieder durch den Kopf:
1. "Schau mir noch einmal in die Augen, Baby...bevor du gehst..."
und
2. "Kiss me" von Sixpense None the Richer
Dummerweise habe ich dann auch beide Lieder für den Rest des Filmes nicht mehr aus dem Kopf gekriegt... 
So long...