Sanktionen im Irak oder: Sauberer Krieg, dreckiges Wasser
So schnell wird der Krieg wieder uninteressant...
Gestern auf 3sat kam in der Sendung Nano ein äußerst interessanter Bericht zum Thema UN-Sanktionen nach dem Krieg 1991 im Zusammenhang mit der Wasserversorgung im Irak.
Es geht dabei darum, dass die Zerstörung der Wasserversorgung nicht etwa ein "Kollateralschaden" war, sondern vielmehr ganz bewusst von Seiten der Amerikaner und Briten "geplant" wurde, entsprechende Dokumente belegen das wohl auch.
So wurden durch Drängen beider Staaten wichtige, für die Wasseraufbereitung erforderliche Chemikalien (zB. Chlor), auf die Embargoliste gesetzt, medizinisches Gerät ebenfalls, mit der Begründung, es könne auch militärisch genutzt werden (dabei ging es ua wohl zB auch um Nierensteinzertrümmerer).
In Folge dieser Sanktionen, die im Übrigen heute noch gelten, starben seit 1991 allein über 500.000 Kinder, die Kindersterblichkeit hat sich in den vergangenen 11 Jahren verdreifacht.
Zitat
Der ehemalige UN-Koordinator für humanitäre Hilfe im Irak, Dennis Halliday, trat aufgrund des inhumanen Sanktionsregimes zurück: "Wir sind dabei, eine ganze Nation zu zerstören - es ist ein schleichender Genozid."
Ebenso lagern heute noch ca. 8 Mrd $ aus dem "Oil for Food" Programm auf Konten der UNO, ebenso wurden immer wieder Hilfslieferungen auf Bestreben der USA zurückgehalten.
Sicher, grade was genaue Zahlen von Toten uä angeht, sollte man sehr vorsichtig sein, dabei wird öfter gerne mal etwas "korrigiert" (wie zB im Fall Tschernobyl).
Trotzdem wirft die ganze Sache doch ein interessantes neues Licht auf die Angelegenheit.
Auf die Frage, ob der Nutzen der Sanktionen die 100.000en Toten rechtfertigen würde, soll eine damalige US-Ministerin mit "ja" geantwortet haben...
Hier mal der direkte Link zu dem Beitrag:
Genozid am irakischen Volk?
Kriegswaffe Wasser
So long...