Re: Wie äußern sich Depressionen und was kann man dagegen machen?
Zitat
Original geschrieben von Messias2106
Er schildert es mir wie folgt: Er sei unmotiviert, fühle sich immer sehr einsam und allein, beruflich manchmal überfordert und denke nach Feierabend viel zu viel nach. Er ist nach langer Zeit solo (Trennung ist aber schon was länger her und überwunden)...!
Irgendwie kenn ich diese Symptome ziemlich gut von mir selber.
Allerdings muss ich gleich dazu sagen, dass ich keine Trennung hinter mir habe, eher das genaue Gegenteil: Ich bin seit knapp nem Jahr glücklich mit meiner Freundin zusammen, wir haben auch ne Tochter von 15 Monaten. Das Problem ist, sie wohnt knapp 7 Std Zugfahrt entfernt und wir sehen uns nur sehr unregelmäßig und selten, wenns gut läuft ca. 1mal im Monat 
Hier zuhause gehts mir dann ganz ähnlich wie deinem Freund: Ich hab 0 Bock, egal wozu, absolut keinerlei Motivation, irgendwas zu tun.
Meine Bude bräuchte dringend mal wieder etwas Zuwendung und auch wenn mich der Anblick ankotzt, ich kriegs nicht fertig was dagegen zu tun.
Auf Arbeit bin ich schlicht unkonzentriert, zumindest was meine eigentlichen beruflichen Aufgaben angeht.
Schaut euch einfach die Uhrzeiten an, zu denen ich gewöhnlich den Großteil meiner Postings hier schreibe, dann wisst ihr was ich meine 
Gibt oft genug Momente, in denen ich denke, das es alles zuviel für mich ist (was aber ernsthaft betrachtet keinesfalls den Tatsachen entspricht).
Seltsamerweise bin ich trotzdem am liebsten auf Arbeit, denn da hab ich Leute um mich rum ergo: jede Menge Ablenkung.
Zuhause mach ich mir dann wieder um Gott und die Welt meine Gedanken und werd dabei nur noch depressiver...
Und seltsamerweise hab ich an Wochenenden generell die allermieseste Laune, denn da ist nochmehr Zeit zum Nachdenken...
Erst abends, wenn ich dann meist unter Leuten bin, dann hellt sich mein Gemüt wieder auf.
Allerdings passiert es auch da dann oftgenug, dass ich von jetzt auf gleich wieder nen "Rückfall" habe: Ich werde ruhig, betrübt und würd am liebsten nur losheulen.
Ich für mich sage, dass mir ohnehin niemand wirklich helfen kann, bin schon froh, wenn es überhaupt n paar Leute gbt, die sich für mich interessieren.
Ich war schon immer eher Einzelgänger und wurde mit meinen Problemen auch immer selber fertig.
Trotzdem würde ich auch sagen, dass im Ernstfall nur ne gute ärztliche Behandlung weiterhelfen kann.
Aber auch Freunde haben ne wichtige Rolle, ist wenigstens meine Meinung.
Wenn man sich dauernd nur gänzlich alleine fühlt ist es fast normal, dass man depressiv wird.
Und diese Selbstmedikation mit was auch immer halte ich für ausgesprochen bedenklich, da würde ich immer einen Arzt zu Rate ziehen.
So long...