Zitat
Original geschrieben von HHFD Das Ergebnis ist dasselbe: Kauf schlägt Miete.
So pauschal kann man das nicht sagen. Die Vergleichsrechnungen hängen davon ab, wie hoch die Zinssätze (sowohl für Kredite als auch für Spareinlagen/Geldanlagen) sind, und insbesondere auch wie schnell die Hütte abbezahlt ist.
Interessehalber habe ich mal eine reale Vergleichsrechnung (mit realistischen Ansätzen aus der Vergangenheit) angestellt:
Haus (Neubau) kostet 300.000 € incl. Nebenkosten, Vollfinanzierung ohne Eigenkapital. Finanzierung ausgelegt auf 30 Jahre, keine außerplanmäßigen Reparaturen.
Phase 1 (10 Jahre):
Käufer: Kreditzinsen 6,20%, Monatsrate 1.800 €
Mieter: Miete 1.100 €, monatlich werden 700 € zu 5% p.a. angelegt --> Kapital +108.500 €
Phase 2 (10 Jahre):
Käufer: Kreditzinsen 3,64%, Monatsrate 1.500 €
Mieter: Miete 1.200 €, monatlich werden 300 € zu 2,5% p.a. angelegt --> Kapital nach insges. 20 J. = +180.000 €
Phase 3 (10 Jahre):
Käufer: Kreditzinsen 2,85%, Monatsrate 1.450 €
Mieter: Miete 1.300 €, monatlich werden 150 € zu 2% p.a. angelegt --> Kapital nach insges. 30 J. = +240.000 €
Nach 30 Jahren ist die Hütte abbezahlt, und (aufgrund gestiegener Grundstücks- und Immobilienpreise) immer noch 300.000 € wert. Der Mieter hat inzwischen 240.000 € an Kapital erwirtschaftet.
Schafft es der Mieter, durch risikoreichere Anlagen dauerhaft eine Wertentwicklung von 5% zu erreichen, wäre er nach 30 Jahren und o.g. Sparraten (10 Jahre 700 € p.M., 10 Jahre 300 p.M. und 10 Jahre 150 p.M.) bei rund 390.000 € Kapital. Damit könnte er sich das Haus des Häuslebauers für 300.000 € kaufen, und hätte noch 90.000 € auf der hohen Kante.
Eine Immobilie zur Eigennutzung kann also je nach Situation besser oder schlechter als ein gleichwertiges, gemietetes Haus sein. Eine Art Wette sozusagen.
Ausschlaggebend ist wahrscheinlich, ob jemand lieber zur Miete wohnt, oder lieber was eigenes hat. Die diesbezüglichen Argumente werden ja sehr leidenschaftlich ausgetauscht...