Beiträge von jof

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    Original geschrieben von derAL In meinem unmittelbaren Bekanntenkreis folgende Beispiele (und dahinter die jeweiligen ungefähren Kostenanteile pro Eigentümer)


    Das sind Dinge, die üblicherweise durch die Rücklagenbildung über das Hausgeld abgedeckt werden sollen. Wenn es "dumm läuft" reichen die allerdings nicht aus, und so kommt es zu den entsprechenden Sonderumlagen.


    Normalerweise kommt sowas nicht alles auf einmal und nur "gelegentlich" vor. Trotzdem muss man sowas im Hinterkopf behalten.


    Wie schon von rajenske geschildert gibt es noch diverse andere Faktoren, wie z.B. Brandschutz oder die Trinkwasserverordnung (wo kein Bestandsschutz gilt). Viele ältere Mehrfamilienhäuse haben eine kombinierte Trinkwasser-/Löschwasserversorgung mittels Rohrtrenner, was heute nicht mehr erlaubt ist. Der Umbau kostet dann üblicherweise einen hohen vierstelligen Betrag (80 - 1000 TEUR). Oder es fällt der Aufzug aus (für den es keine Ersatzteile mehr gibt).


    Ich hatte vor 2 Jahren den Fall, dass sich herausstellte, dass bei der 40 Jahre alten Feuerwehrzufahrt eines Hochhauses gepfuscht worden war, und diese auch nicht mehr den aktuellen Anforderungen genügt(e). Die Hausgemeinschaft kostete das 50.000 €, konnte abe rproblemlos aus den Rücklagen abgedeckt werden (denn dazu sind ja Rücklagen da).


    Auch wenn die Rücklagen ausreichen, kann die Eigentümergemeinschaft beschließen, pro Eigentümer z.B. 10.000 € Sonderumlage für die Reparatur XY zu erheben. Die Gründe hierfür können vielfältig sein. Wenn man das Geld dann nicht hat, könnte es problematisch werden.


    Umgekehrt kann auch per Beschluss eine dringende Reparatur (z.B. eine Sanierung der nicht mehr nutzbaren Balkone) aufgeschoben werden, weil die Mehrheit der Eigentümer "klamm" ist.


    Alles mögliche Nachteile bei einer Eigentümergemeinschaft, die man im Hinterkopf behalten sollte. Kann sein, muss nicht sein.

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    Original geschrieben von JaRule
    Was sollte man momentan mit dem Geld machen?


    Ein älteres Wachstumssparen läuft aus und naja, Zinsen bringt es ja eh nichts mehr.
    Kaufen würde ich mir etwas in Richtung PC/Mac - dann hab ich mehr davon.


    Aber was mit dem Rest? Gold? Das Geld kann ruhig 5 Jahre wieder angelegt werden.


    Schönes, altes Auto kaufen und genießen.

    Umgekehrt darf man sich - wenn solche "Spezialisten" unterwegs sind - dann auch nicht wundern, wenn Händler "Zicken" machen bei einem Widerruf, z.B. wenn nicht alle Widerrufs-Anforderungen erfüllt sind auf Vertragserfüllung pochen oder Wertersatz fordern.


    Wenn ich mir so die Erfahrungsthreads durchlese bin ich froh, nicht in dieser Branche arbeiten zu müssen...

    Wenn ich mir das Haus in meiner bevorzugten Gegend nicht leisten kann, muss ich in der Tat entweder woanders hinziehen (und mir woanders einen Job suchen oder 2 Stunden Arbeitsweg in Kauf nehmen) oder aber weiter zur Miete wohnen. Da hilft alles jammen nichts.


    Ich hätte auch gerne eine freistehende Villa mit großzügigem Garten ("Park") und großer Maschinenhalle auf dem Grundstück, sowie entsprechendes Servicepersonal. Dafür habe ich aber leider den falschen Job.


    Auf Versteigerungen braucht man nicht hoffen, da gibt es amtliche Schätzwerte die erreicht werden müssen, und viele Profis die wissen wie das Spiel läuft. Und bei Städten gibt es in der Tat manchmal verbilligte Grundstücke, das ist aber immer an Auflagen gebunden ( z.B. Maximaleinkommem oder mindestens 2 Kinder), und die Wohnlage ist meist weniger exklusiv.

    1.200 € für den Quadratmeter ist der Porsche. Und wenn man sich das nicht leisten kann, muss man eben abspecken und irgendwo hinziehen, wo der qm "nur" 300 kostet.


    Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis. Und so lange es Käufer mit Kohle gibt, bleiben in bestimmten Wohnlagen die Preise hoch.


    Ein Bekannter hat im Saarland ein älteres Haus, 100qm Wohnfläche, mit Grundstück gekauft für 30.000 €. Richtig gelesen, der Kaufpreis ist nur fünfstellig. Liegt dafür halt jwd.

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    Original geschrieben von mws55 Heißt also Zinsen per Bausparvertrag sichern und mal 5-10 Jahre abwarten und Geld beiseite legen?


    Ich halte davon eher wenig, kann man aber machen. Hierbei sollte man bedenken, dass ein Bausparvertrag eher ein Finanzierungsbaustein ist, und der Bausparvertrag mit vergleichsweise hohen Abschlusskosten (Provisionen, etc.) verbunden ist. Bausparen macht(e) für mich Sinn, wenn man selbst definitiv nicht in der Lage ist/war, zu "Bankenkonditionen" überhaupt ein Haus zu bauen/kaufen - also zu Zeiten, wo die Zinssätze deutlich über 8% lagen.


    Viel wichtiger ist, eine Objekt samt finanzierung zu finden, was zu den persönlichen Umständen/Rahmenbedingungen passt. Die von raix genannte Beispiel 600.000 € Vollfinanzierung (ohne Eigenkapital) mit nur 1.850 € möglicher Monatsrate ist einfach unrealistisch bzw. unpassend. Da muss ich mir eben ein Objekt weiter draußen suchen oder ein älteres Haus, was dann "nur" 350.000 € kostet. Da bin ich dann nach 10 Jahren bei 170.000 € Restschuld bzw. nach 15 Jahren bei 65.000 € Restschuld. Wenn dann nach 15 Jahren die Zinsen bei 8% liegen, bin ich nach knapp 4 weiteren Jahren "durch".



    Die Immobilienpreise sind natürlich von den Hypothekenzinsen abhängig. Wer vor 15 Jahren (da waren die Zinsen bei etwa 6%) 280.000 € zu marktüblichen Konditionen (also 6% Zinsen und rund 2% Tilgung, Monatsrate 1.850 €) finanziert hat, der "könnte" mit dieser Monatsrate bei einem aktuellen Zinssatz von 1,5% heute den Betrag von rund 650.000 € finanzieren, also mehr als das doppelte. (Achtung, auf die Problematik der hohen Restschuld und den drohenden "Zinshammer" hatte ich ja bereits hingewiesen).


    Da ist es kein Wunder, dass die Immobilienpreise deutlich gestiegen sind. Unterm Strich zählen ja für den einzelnen 2 dinge: "Marktwert" der Immobilie bei einem Wiederverkauf und "Kosten" der Immobilie für die Anschaffung. Bei den "Kosten" spielen eben die Zinsen eine große Rolle. Der "Marktwert" ist bei Eigennutzung nicht ganz so wichtig, da das vorrangige Ziel ist, im Alter mietfrei zu wohnen, um die Rente besser genießen zu können.


    Fazit: Objekt und Finanzierung müssen zu den finanziellen Möglichkeiten/Rahmenbedingungen passen.


    Mit den genannten Parametern (Vollfinanzierung 600.000 €, monatliche Rate 1.850 €) sind die Probleme vorprogrammiert, denn irgendwann ist die Zinsbindung am Ende.


    Nehmen wir bei diesen Parametern eine 15-jährige Zinsbindung mit einem Zinssatz von 1,5%, so bleibt bei einer Monatsrate von 1.850 € eine Tilgungsrate von (anfänglichen) 2,20%. So bleibt nach Ende der Zinsbindung eine Restschuld von rund 378.000 €.


    Um tatsächlich nach 30 Jahren den Kredit getilgt zu haben, darf der Zinssatz in 15 Jahren nicht über 3% liegen. Eine extrem optimistische Annahme. "Gut" kalkuliert man meiner Meinung nach mit 8%, "risikoreich" mit 6%.


    Liegt der Zinssatz nach 15 Jahren bei 4%, muss man (bei gleicher Rate) schon über 43 Jahre abzahlen, bei 5% Zinsen ist eine Entschuldung mit gleicher Rate realistisch nicht möglich (> 50 Jahre Laufzeit des Kredits).


    Eine solche Finanzierung sollte man also nur dann machen, wenn in absehbarer Zeit (<15 Jahre) irgendwo Kapital herkommt, z.b. durch die Auszahlung von Versicherungen, anstehende Erbschaft(en), usw.



    Für die genannten 600.000 € würde ich die Tilgung auf mindestens 4% anheben wollen, d.h. die Rate auf 2.750 € erhöhen. Dann beträgt die Restschuld nach 15 Jahren "nur" noch rund 200.000.


    Die Nebenkosten beim Erwerb (Grunderwerbssteuer, ggf. Maklergebühren, Notarkosten etc.) hast Du ja bereits erwähnt.


    Wer in den 70er Jahren sein Häusle mit 10-12% Zinsen finanziert hat, ist dann auch viele Jahre nicht mehr in Urlaub gefahren und hat auf diverse Luxusgüter verzichten müssen. Die aktuelle Generation ist dazu wahrscheinlich nicht (mehr) bereit...