Die Inflationsrate liegt, was ich gelesen habe, aktuell sogar bei -0,2%, d.h. wenn du auf's Tagesgeld z.B. 0,8% bekommst, liegst du bei effektiv 1% Rendite, also Werterhaltung gar kein Thema. Aus diesem Grund hinken auch Vergleiche mit Zeiten, wo es 4%, 5% oder noch mehr auf's Tagesgeld gab. Damals lag die Inflationsrate nach meiner Erinnerung zwischen 3% und 4%, d.h. soviel mehr hat man für seine Liquiditätsreserve damals auch nicht bekommen.
Das Tagesgeldkonto reicht also im Moment immer noch aus, um den Wert seiner Notfallreserve zu erhalten. Zur Vermögensbildung bzw. Altersvorsorge hat es eh noch nie getaugt; als Langfristanlage sind solche Produkte (Tagesgeld, Festgeld, Sparbrief) auch nicht gedacht (obgleich sie der "Durchschnittsdeutsche" gerne nutzt, weil er in Gelddingen unwissend und unerfahren ist).
Natürlich haben die Banken im Moment ein Problem mit dem vielen Geld, aber Negativzinsen auf die kleinen Spareinlagen können sie sich nicht leisten, dafür ist der Wettbewerb zu hart. Also führen sie jetzt sukzessive neue Entgelte ein, z.B. für mehr als x Bargeldabhebungen im Monat, für Bargeldeinzahlungen am Schalter, für beleghafte Überweisungen/Scheckeinreichungen oder das Ausstellen einer Girocard. Ich finde das okay, denn das sind alles kostenintensive Dinge und die soll bitteschön auch der Verursacher bezahlen.
Kostenlose Girokonten gibt es allerdings mehr als genug auf dem Markt und die werden auch nicht aussterben. Wer den Markt ein bisschen sondiert, findet diese Produkte und wer zu bequem ist, muss halt in Zukunft etwas mehr bezahlen. So war das schon immer, so ist das auch heute und das wird sich auch nicht ändern.