Zitat
Original geschrieben von beesdo77
...Demo der Rechten vom Bundesverfassungsgericht verboten ... Die Begründung ist ... interessant.
Man muß also gewalttätig sein, um seine Ziele durchzusetzen?...
So isset! Durch Gewaltandrohung das Verbot missliebiger Demos erwirken. Wer ermittelt nun gegen die Gewaltandroher?
[small]Warum stellt man die fast alle namentlich bekannten Gewaltandroher nicht unter Hausarrest während der Demo?
Oder erlässt einen auf die Zeit der Demo befristeten Platzverweis?
Oder nimmt sie in Vorbeugegewahrsam?
Auch dies wären natürlich zu hinterfragende Maßnahmen. Aber[/small] kann es richtig sein, die Güterabwägung zum zweiten Male binnen kurzer Zeit in Form einer Grundrechtsaushebelung zu treffen?
Kann es richtig sein, aus Angst vor (erwarteter) Gewalt eben dieser Gewalt zu weichen, indem man das GG beugt?
Nur weil die Politik ihre Hausaufgaben (absichtlich) nicht macht?
I.a.W.:
Demoverbot, weil nicht ausreichende Zahl von Sicherheitskräften, um die Demo der (wohl eher rechts zu verortenden) "Patrioten" vor den Gewalttätigkeiten der pseudolinken (und v.a. pseudodemokratischen) Gegendemonstranten zu schützen...
Man setzt also über 20.000 Polizisten ein, um sieben Kasper in Elmau zu schützen, hat aber nur 3.000, um (erwartete) 5.000 Demonstranten zu schützen.
Davon ab: Man könnte also neben jeden Demonstranten 0,6 schwer ausgerüstete Polizisten stellen ... und das soll zum Schutz nicht ausreichen?
Interessant ist das Verbot (und die sich darin abzeichnende Entwicklung) auch deshalb, weil ja mit analoger Verbotsbegründung schon einmal versucht wurde (und zwar erfolgreich), den Pegida-Demos den Garaus zu machen. Die hatten nach der verbotenen Demo nie mehr den Zulauf, den sie zuvor hatten.
Damals gab's noch einen (leisen) Aufschrei bei demokratischen Politikern und Medien. Dieses Mal sind wir mit der Beschneidung der Meinungs-/Demonstrationsfreiheit anscheinend schon einen widerspruchslosen Schritt weiter...
Die herrschende Klasse in Politik und Justiz instrumentalisiert die gewaltbereiten Autonomen als nützliche Idioten (und die merkens nicht einmal). Politik und Justiz freuen sich klammheimlich über die Gewaltbereitschaft der Gegendemonstranten, weil sie als Vorwand für Verbote missliebiger Demos herhalten kann.
[small]Dass das BVG diesen Kotau der unteren Hamburger Instanzen, diese - zumindest grob fahrlässige, wenn nicht vorsätzliche - Verfassungsbeugung durch Politik sowie Hamburger Verwaltung und Gerichte, auch noch absegnet, wirft ein bezeichnendes Licht auf diesen Staat und seine "Stützen".[/small]
Mal da ne Demo mit dieser Begründung verbieten, mal dort. Und schwupps hat sich der Michel an diese Begründung gewöhnt und akzeptiert sie fürderhin. Salamitaktik nennt man das...
Vermutlich vorbeugend/wegbereitend im Hinblick auf das zu erwartende Kippen der Stimmung hinsichtlich Flüchtlingspolitik. Denn da winken ja dann Demos (und Ausschreitungen) ganz anderer Dimension ...