Da ich es nicht lassen konnte mir auch den Navigon Navigator zu kaufen, muss ich jetzt auch mal meinen Senf zu dem Programm abgeben ;).
Im Prinzip bereue ich den Kauf bereits fast, denn Navigon hat nichts dazu gelernt. Die Detailliertheit der Karten läßt, vor allem im Ausland (Beispiel Tschechien) stark zu wünschen übrig. Da sind die Teleatlas-Karten weit, weit vorne.
Warum man auf dem großen Display des iPhone nicht gleichzeitig die Infos zur Restkilometeranzeige, Ankunftszeit *und* Geschwindigkeit unterbringt ist mir ein Rätsel. Das Umschalten über antippen ist unkomfortabel und im laufenden Verkehr natürlich auch nicht erlaubt. Was soll das also? Andere, wie z.B. TomTom oder Sygic (iDA) können das doch auch, ohne dass die Kartenanzeige leidet.
Die Sprachausgabe könnte lauter und klarer sein, aber das will ich mal Navigon nicht direkt, sondern vielmehr Apple anlasten, durch die ungünstige Plazierung des Lautsprechers wird, in meinem Universalhalter, die Sprachansage stark gedämpft. Im Stadtverkehr noch gerade ausreichend, aber auf der Autobahn, vielleicht noch mit Hintergrundmusik, kaum verständlich. Vielleicht habe ich aber auch nur einen ganz miesen Universalhalter, wobei ich mit dem allerdings mit dem Orbit oder dem N95 absolut keine Probleme mit der Verständlichkeit habe.
Der Spurassistent kann allerdings überzeugen. Eine so gute Anzeige sucht seines Gleichen und nur Sygic kommt da ansatzweise ran, ohne jedoch die Perfektion von Navigon in dieser Beziehung zu erreichen.
Das Routing ist leider auch nicht das Gelbe vom Ei. So wird, obwohl deutlich angenehmer und schneller, die Autobahn verlassen, um auf Nebenstrassen dahin zu gurken. Das war zu Zeiten eines Navigon 4 auch schon mal anders. Ob das Routing bei "schnellster Route" besser wird, als bei "optimaler Route" habe ich leider noch nicht getestet, was aber Navigon da bei "optimaler Route" verbricht, das ist gerade mal unteres Mittelmaß. Da ist ja sogar Sygic noch besser, auch wenn dort die Routenführung oft auch recht "abenteuerlich" ist.
Die kalkulierten Ankunftszeiten sind nur bei deutlich flotter Fahrt einzuhalten. Früher konnte man bei Navigon die Geschwindigkeitsprofile selbst anpassen. Das wäre hier auch dringend notwendig, denn lieber etwas großzügiger kalkuliert, als zu knapp. So muss man bei kürzeren Strecken grundsätzlich 5-10 Minuten länger einplanen und bei längeren dementsprechend mehr. Das ist eigentlich nicht akzeptabel.
Der GPS-Empfang erscheint ausreichend, allerdings scheint er in horizontaler Lage etwas besser als in der "normalen" vertikalen Lage zu sein. Kann aber auch wieder etwas mit meiner Halterung zu tun haben.
Mein Fazit:
Obwohl mein Urteil vielleicht in manchen Punkten etwas hart ausfällt, kann man den Navigon Navigator für den derzeitigen Preis gerade noch empfehlen. Steigt der Preis, dann sollte man es sich gut überlegen.
Als Nachteile empfinde ich:
- unpassende Geschwindigkeitsprofile
- Routing nicht passend
- Informationsgehalt der Anzeige unzureichend
- Detailliertheit der Karten verbesserungsbedürftig (vor allem im Ausland)
Vorteilhaft sind:
- Spurassistent
- einfache Bedienung
- schnelles Routing
- komplette Europakarten im Preis enthalten