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Original geschrieben von mostwanted
Von den Kosten her ist er Business geflogen.
Man "fliegt" aber nicht "nach Kosten". Auch wenn man vielleicht nicht mehr Kosten verursacht oder zu einem nicht höheren Preis "bestellt". Für letzteres gibt es auch ein schönes deutsches Wort: "buchen". Und ich bin überzeugt, dass das auch Bischöfen bekannt ist.
Im übrigen ist er auch dann nicht zum Businesspreis geflogen (s.u.).
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Original geschrieben von mostwanted
Von den Kosten her ist er Business geflogen.
Nur mal so nebenbei: was, wenn du einen nicht stormierbaren vorausbezahlten Tarif buchst und krank wirst, und die Reise nicht antrittst.
Analog dazu wärest du dann trotzdem "geflogen"!?
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Original geschrieben von mostwanted
Dem Spiegel ging es um verursachte Kosten.
Nein, es geht ihnen nicht (nur... und mittlerweile längst nicht mehr) um die Kosten.
Es geht auch um das "Ideelle":
"Doch der Eindruck, der entsteht, wenn ein deutscher Bischof es sich bei einer Reise in eine Region der Ärmsten der Welt im Oberdeck gut gehen lässt, mag unpassend sein. Dilige et quod vis fac!* Das mag sich auch Seine Exzellenz gedacht haben"
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Original geschrieben von mostwanted
Wenn ich Holzklasse buche und mich dann in die First setzen darf, kann ich auch nur das ursprüngliche Ticket abrechnen.
Das ist so. Nur: die beiden Reisenden durften sich nicht "einfach so" in die First setzen.
Sie haben (aktiv!) in Form von Bonusmeilen und sogar einer Zuzahlung dieses Upgrade "gekauft".
Zusammenfassung:
- Die beiden Reisenden sind First Class geflogen.
- Sie haben das Upgrade auf die First Class aktiv verlangt und dafür auch in Form von Meilen und einer Zuzahlung bezahlt.
- Die Anwälte des Bischofs beantworteten im April 2012 die Anfrage des Spiegels bzgl. der Flugbuchung.
- 11. August 2012: Der Spiegelreporter fragt den Bischof, ob sie "erste Klasse" geflogen seien. Antwort: Nein, wir sind zu diesen Projekten hingeflogen und zwar so wie es die Reisekonditionen der Deutschen Bischofskonferenz und auch unseres Bistums sind. Nochmalige Nachfrage des Reporters: "Aber erster Klasse sind Sie geflogen?" Antwort: "Business Class sind wir geflogen".
- 15. August: Die Anwälte des Bischofs bezeichnen die Behauptung "Sie sind erste Klasse geflogen" als "unwahr", "unser Mandant sagte Ihnen, dass man Business geflogen sei". Sie verlangen eine strafbewehrte Unterlassungserklärung darüber, die Aussage, er sei erster Klasse geflogen, zu unterlassen.
- Anfang September: eidesstattliche Erklärung, in denen der Inhalt des Gesprächs mit dem Reporter wahrheitswidrig bestritten wird.
Und hier kommen wir wieder zum Punkt:
1. Von einem wort- und redegewandten Bischof kann man erwarten, dass er den Unterschied zwischen "buchen" und (tatsächlich) "fliegen" kennt, und beide Wörter adäquat verwenden kann.
2. Dies umso mehr, als dass er sich bereits im selben Jahr dazu genötigt gefühlt hatte, eine diesbezügliche Anfrage für dieselbe Zeitung über seine Anwälte beantworten zu lassen.
3. Von den Anwälten muss man ebenfalls erwarten, dass diese den Unterschied zwischen buchen und fliegen kennen.
4. Und nachdem die Kommunikation bzgl. der fraglichen Tatsachen bereits mehrfach über die Anwälte gelaufen war, nachdem der Bischof also dieses Thema offensichtlich für "sensibel" hielt, um mehrfach seine Anwälte zu bemühen, da soll die eidesstattliche Erklärung des Bischofs (wiederum über seine Anwälte!) zu dem Wortwechsel mit dem Reporter über just dieses "sensible Thema" ein bloss "fahrlässiger" Irrtum sein?
Kurz: Ich lasse Anfragen des bekanntesten deutschen Nachrichtenmagazins mehrfach über meine Anwälte beantworten - und bestreite dann nur kurz später den Gesprächsinhalt (Nicht: wie es "gemeint" war!) mit deren Reporter per eidesstattlicher Versicherung.
Und das soll nur ein fahrlässiger Irrtum sein?
Sorry, aber das ist lächerlich!
Das ist eine dreiste (eidesstattliche) Lüge - für die man mit Fug und Recht Absicht unterstellen muss.
PS: Sorry, die Vorposter haben einiges Punkte ja schon genannt.
Konnte den Post gerade erst abschicken und Reaktionen sehen, nachdem ich gerade im Ausland in mein Hotel gekommen bin.
Übrigens habe ich gerade beim Einchecken ein Upgrade bekommen.
Von Standard- auf Superior-Zimmer.
Auf die Frage nach meinem Zimmer habe ich meiner Mutter übrigens telefonisch wahrheitsgemäss mitgeteilt, dass ich ein Superior-Zimmer habe. Ich schlafe also superior - obwohl ich nur Standard gebucht habe.
Ist alles gar nicht so schwer zu erklären - ein einziger Satz genügt. 