ZitatOriginal geschrieben von Robert Beloe
Und ich dachte, die Debatte in den Medien verläuft völlig uniform und einseitig?
Gerade die Berichterstattung in der Welt zeigt, dass die These der systematisch manipulativen Presse, die keine Vielfalt der Meinungen im Hinblick auf die Flüchtlingskrise zulässt, falsch ist.
Sie verläuft nicht "völlig" uniform und einseitig.
Aber sie verläuft oft genug so.
Aktuelles Beispiel: Der Focus:
http://www.focus.de/politik/vi…er-buehne_id_5026524.html
Zitat des Kommentars, Anfang ungekürzt:
"Die Staatsanwaltschaft Dresden hat Ermittlungen gegen den deutsch-türkischen Schriftsteller Akif Pirinçci aufgenommen: Der Vorwurf: Volksverhetzung. In seiner Hassrede bei der Pegida-Kundgebung in Dresden am Montag hatte er unter anderem folgenden Satz gesagt: "Es gäbe natürlich andere Alternativen, aber die KZs sind ja derzeit leider ausser Betrieb". Wieso die Einsatzkräfte nicht einschritten und Pirinçci aufgrund des Verdachts einer strafbaren Handlung sofort von der Bühne holten..."
Da wird ein Satz aus dem Kontext gerissen und - mindestens fahrlässig, wenn nicht sogar bewusst - suggeriert, dass Pirinçci es (selbst!) bedauere, dass die KZs ausser Betrieb seien (...in welche man die Flüchtlinge stecken könnte/sollte? Es liegt auf der Hand, dass viele Leser es so verstehen werden).
Das ist in etwa die schlimmstmögliche journalistische Fehlleistung, die für mich überhaupt vorstellbar ist - wenn nicht gar eine der bösartigsten bewussten Manipulationen.
Angesichts der Tatsache, dass der Ausschnitt auf Focus nur Stunden vorher noch in korrektem Kontext dargestellt wurde, hege ich ehrlich gesagt gewisse Zweifel an der These des Betriebsunfalls.