Beiträge von Applied

    Ah du meintest, ob sie mit Paypal (z.B. per Logo) auf der Startseite werben, und danach erst die Gebühren aufschlagen? Das finde ich bei dem Shop unproblematisch und transparent gelöst.


    Und bzgl. genereller Zusatzgebühren gibt's ja m.W. Urteile bzgl. der Fluggesellschaften als Präzedenz: Wenn eine verbreitete Zahlungsweise angeboten wird, ist die Werbung mit günstigen "ab"-Preisen unproblematisch.

    Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    Wann ersieht man zuerst die 8% Aufschlag?
    Beim Zahlvorgang oder ist es schon auf der Seite/in der Artikelbeschreibung ersichtlich?


    Beim Zahlvorgang, in der Artikelseite noch nicht.


    Zitat

    Original geschrieben von handyman1981
    Die AGB kann man bei dem Fall zunächst vernachlässigen,da sie die Inhaltsprüfung überstehen müssten und 8% Aufschlag bei einer Zahlvariante sind doch ziemlich für den Verbraucher "überraschend".


    Ich verstehe den Hinweis auf AGB nicht?
    Die 8% sind beim Zahlvorgang bei der Wahl der Zahlungsweise klar ersichtlich.
    Insofern sollte doch alles in Ordnung sein!?

    Zitat

    Original geschrieben von fuxxi
    Die siewht ganz aus, aber leider nur auf den 1. Blick. Man muss nämlich mit so Eigenheiten wie
    Ab der 3. Abhebung am Geldautomaten 2,00 € / Abhebung
    Und damit scheidet auch diese Karte aus.


    Herbert hat nach Karten ohne Fremdwährungsgebühren/Aufschläge und Jahresgebühr gefragt. Das scheint für das Fidor-Produkt zuzutreffen.


    Zitat

    Original geschrieben von fuxxi
    Du machst es Dir zu leicht.


    Du auch. Wenn du nämlich die Fidor-Karte ausschließlich aufgrund der mangelnden Gebührenfreiheit für Bargeldabhebungen (welche ja nicht einmal von Herbert gefragt wurde!) nicht gelten lässt, dann können wir konsequenterweise die von dir genannten Gebührenfrei/PayVIP und andere Advanzia-Karten auch nicht gelten lassen. Die verzinsen nämlich Bargeldbezüge - und eine Führung im Guthaben ist (zumindest offiziell) nicht erlaubt.


    Zitat

    Original geschrieben von fuxxi
    Da findet man die ganze Latte an Gebühren, irgendwelche Boni.. viel Spaß dabei! Und nicht vergessen, den Überblick zu verlieren, was wieviel kostet.


    Ich sehe jetzt da ehrlich gesagt das Problem nicht?!
    Das Preisverzeichnis ist nach Produkten aufgeteilt und verlinkt.
    Und die SmartCard ist in Grunde simpel:


    1. zwei Bargeldabhebungen pro Monat gratis, aber der dritten je 2 EUR
    2. SMS-Benachrichtigung 10 Cent bei jeder Kartentransaktion (nehme an, das ist optional, und da viele andere Banken das gar nicht bieten, kann man es der Karte wohl kaum ankreiden)
    3. alles andere ist gebührenfrei (bei normaler "störungsfreier" Kartennutzung)
    4. Bonussystem kann man einfach ignorieren, wenn's zu kompliziert ist ;) man bekommt da ja höchstens Geld zurück.


    Wenn man es aber noch ganz genauer nehmen will: Es gibt nur eine weitere Gebühr im Falle einer vom Kunden zu verantwortenden "Störung" des Nutzungs- und Vertragsverhältnisses, nämlich die Gebühr für die Ersatzkarte. Analog bei Advanzia beispielsweise auch Mahngebühren.

    Letzteres sehe/sähe ich alles völlig entspannt.
    Es ist halt ein Discountanbieter, der über günstige Preise punkten will.


    Zahlungsabwicklung kostet Geld.
    Ebenso telefonische Beratung und Auftragsannahme.
    Stichwort: kontinuierliche Erreichbarkeit während Geschäftszeiten.


    Wollen die Kunden?
    Ziemlich sicher!
    Nur eben keine Telefonbesteller mit Fachhandelsberatungsanspruch.


    Wer mal was an Privatkunden verkauft hat, der weiß, welch beratungsintensive, mühsame und geradezu bescheuerte Kunden es gibt. Ich bin sogar quasi froh, wenn ich als informierter Kunde diese nicht durch höhere Preise "quersubventionieren" muss. Ähnliches gilt für die Paypal-Prämie.


    Weniger Verständnis habe ich allerdings für (absichtlich oder fahrlässig) ungenaue Lieferzeitangaben und Probleme, sein Geld wiederzubekommen.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    In diesem Fall wurde der Fraktionszwang als Absurdum angewandt. Die Agenda-Reformen entsprachen in keiner Weise dem SPD- Partei- und damaligen Wahlprogramm.


    Ad absurdum? Was passiert denn gerade bei der sogenannten Griechenland-Rettung?
    Ich zitier' dir dazu mal aus dem Regierungsprogramm (Wahlprogramm) der CDU zur letzten Bundestagswahl von 2013:


    "Wir brauchen in ganz Europa eine solide Finanzpolitik" (...)


    Deshalb kämpfen wir für eine starke und wettbewerbsfähige Euro_päische Union, die gestärkt aus der Schuldenkrise her auskommt. Ein Zurück zu alten Fehlern darf es nicht geben“(…)


    Rot-Grün setzt auf eine Vergemeinschaftung der Schulden durch die Einführung von Eurobonds. Dies wäre der Weg in eine europäische Schuldenunion, in der deutsche Steuerzahler nahezu unbegrenzt für die Schulden anderer Länder einstehen müssten. Das lehnen wir ab. Damit wäre das Prinzip „Keine Leistung ohne Gegenleistung“ außer Kraft gesetzt. Wir wollen nicht, dass ein Euro-Staat auf Kosten seiner Nachbarn weiter Schulden macht und sich vor unbequemen Reformanstrengungen drücken kann. (...)


    Wir treten dafür ein, dass die Regeln des gestärkten Stabilitäts- und Wachstumspaktes und des Fiskalpakts strikt umgesetzt werden. Wer gegen die vereinbarten Grenzwerte des Stabilitäts- und Wachstumspaktes verstößt, muss mit Sanktionen rechnen. Dazu wollen wir die Möglichkeiten zur Überwachung und Überprüfung der nationalen Haushalte durch die Europäische Kommission stärken. Zudem setzen wir uns dafür ein, innerhalb der Eurozone ein Umschuldungsverfahren für Staaten zu entwickeln, die ihre Schulden nicht mehr tragen können.



    Solide Finanzpolitik, kein Zurück zu alten Fehlern, keine Vergemeinschaftung der Schulden, kein Schuldenmachen von Staaten auf Kosten anderer EU-Staaten, Umschuldungsverfahren für Staaten, die ihre Schulden nicht mehr tragen können?


    Da passt es doch hinten und vorne nicht rein, dass man nun Griechenland mit Milliarden alimentiert, an deren vollständige Rückzahlung keiner mehr glaubt, und damit gleichzeitig deren schon untragbare Schuldenlast noch weiter erhöht!


    Da muss man als CDU-Abgeordneter auf das Wahlprogramm 2013 doch geradezu "scheissen", wenn man nun solchen Griechenland-"Hilfen" zustimmt (solange man sich nicht von allgemeinen "Europa über alles" einlullen lässt).

    PS: Man kann das analog wie in der Ökonomie (unter dem Gesichtspunkt der "Effizienz") betrachten. Für mich eines der grössten Probleme, bzw. Hauptgrund meiner politischen Unzufriedenheit mit dem deutschen System, ist diese politische "Blockbildung". Man kann sich als Wähler de facto nur für eines von 3-6 "Bundles" entscheiden - das man dann an der Wahlurne und danach "schlucken" muss.


    - Nehmen wir an, zwei Drittel der Wähler der Bundestagsparteien seien für (oder gegen) eine einzelne politische Massnahme, ein Gesetz. Stimmte der ganze Bundestag ohne Fraktionszwang nach dieser Massgabe darüber ab, dann würde diese Massnahme beschlossen und umgesetzt (oder nicht).


    - Nehmen wir an, es seien stattdessen zwei Drittel der Bundestagsabgeordneten "dafür", die allein nach Massgabe ihres Gewissens abstimmen. Dann kommt ohne Fraktionszwang das gleiche raus.


    - Wenn allerdings in der CDU nur 45% dafür sind, und diese ihrer Fraktion die Abstimmungsvorgabe machen, dann kann das schon ausreichen, damit dieses Gesetz nicht zustande kommt.


    - De facto könnten in der CDU aber auch 55% "intrinsisch" dafür sein - und die Fraktion das Gesetz trotzdem in corpore ablehnen - solange nur die mächtigsten "Führer" dieser Partei in der Lage sind, der Fraktion ihren Abstimmungswillen aufzudrücken (das vermutest du, bernbayer, ja selbst, im Falle der Agenda-Reformen der SPD)



    Kurzum: Der Fraktionszwang führt letztlich dazu, dass mehrheitlich gewünschte Politik "verhindert" werden kann - und Minderheitenmeinungen durchgesetzt werden können.


    Und so, um den Bogen zurückzuspannen, ist es vielleicht auch bei den Griechenlandhilfen: Es ist sehr fragwürdig, ob eine Mehrheit der Deutschen diesen zustimmt. Es ist auch sehr fragwürdig, ob sich eine Mehrheit der kritisch denkenden Abgeordneten dafür aussprächen. Das eigene "kritische Denken" der Abgeordneten wird durch die Fraktionsvorgaben allerdings ausgehöhlt.


    Folglich ist die Fraktionsdisziplin ein sehr ineffizientes Mittel zur Umsetzung des demokratischen Mehrheitswillens.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Dir ist wohl nicht bewußt was eine Partei bzw. Fraktion eigentlich ist. Eine Gemeinschaft von Gleichgesinnten


    Stop! Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen! Einen besseren Ausdruck als „Gleichgesinnte“ hättest du m.E. gar nicht finden können. Ich glaube, dass Parteien genau das sind bzw. sein sollten. Und dass Parteien gerade dadurch auch ihre Mitglieder anziehen und binden: durch eine gemeinsame „Gesinnung“.


    Gesinnung bedeutet aber notabene nicht (!), dass man immer derselben Meinung sein muss. Um einmal der Einfachheit halber Wikipedia zum Thema „Gesinnung“ zu bemühen: „Gesinnung ist die durch Werte und Moral begrenzte Grundhaltung bzw. Denkweise eines Menschen, die den Handlungen, Zielsetzungen, Aussagen und Urteilen des Menschen als zugrunde liegend betrachtet werden kann


    Man kann derselben oder einer ähnlichen Gesinnung sein - aber aufgrund dessen dennoch zu unterschiedlichen Zielsetzungen und Urteilen im Einzelfall kommen! Darum auch: Die Grundhaltung liegt den einzelnen Zielsetzungen und Urteilen nur „zugrunde“. Und so ist es auch in Parteien.


    Salopp formuliert: Wenn ich denke, jeder soll "unter dem Strich" (der sozialen Umverteilung) "gleich oder ähnlich viel haben" - dann werde ich vielleicht Mitglied einer "linken" Partei. Das heisst aber nicht, dass ich mit deren von Vorstand oder Mehrheit formulierten einzelnen Gesetzesvorschlägen immer einverstanden sein bzw. konform gehen muss.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Damit mich da keiner mißversteht, wenn jetzt ein Abgeordneter nur bei einer wichtigen Frage eine abweichende Meinung zur Parteilinie hat aber ansonsten doch große Übereinstimmung hat dann wird das auch in der Regel durch seine Partei toleriert. Es muss sich halt in Grenzen halten und darf nicht ausufern.


    Und das ist doch so bei den Griechenland-Hilfen. Die „Abweichler“ stimmen in einem (!) wichtigen Punkt nicht mit der Fraktion. Oder willst du sagen, das seien alles „bekannte Unbequeme, Querköpfe, Revoluzzer“ gewesen?


    Wo wir beim Thema „nicht ausufern“ sind: Man muss da halt eine „Balance“ finden. Nur finde ich die in Deutschland schon jetzt sehr weit in Richtung „Fraktionsdisziplin/-zwang“ verschoben, dass von „ausufern“ keine Rede sein kann. Im Gegenteil: Etwas mehr „Eigenmeinung“ und etwas weniger Fraktionsdisziplin täte dem deutschen Parlament gut!


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Der Niedergang der SPD hat nichts mit Fraktionszwang zu tun, sondern damit das die SPD im Wahlkampf was ganz anderes versprochen hatte, als die damaligen Agenda-Reformen. Die standen in keinen Wahlprogramm der SPD und wurden aus heiteren Himmel von Schröder und seinen Duz-Freund Peter Hartz aus dem Boden gestampft und dann größtenteils umgesetzt. Da war die Glaubwürdigkeit dann ziemlich ramponiert. Wahlversprechen werden zwar von allen Parteien nicht immer voll eingehalten, was auch nicht sein sollte. Die Agenda-Reformen hatten aber halt eine Dimension von Wählertäuschung wo man lange nach was vergleichbaren suchen muß.


    Und nun die Gretchenfrage: Wodurch war das denn möglich?


    Genau das ist das demokratische Problem: Gesetze und Abstimmungsverhalten werden von einzelnen „Führern“ per Fraktionszwang mit Macht und notfalls (politischer) „Gewalt“ vorgegeben und durchgesetzt. Der einzelne, ggf. „kritische“ Abgeordnete wird aus seiner Entscheidungsfreiheit gedrängt, und aus seiner individuellen Verantwortung enthoben!

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    ein Zwang im rechtlichen Sinn ist es ja nicht sondern mehr ein Appell an die Geschlossenheit der Fraktionen bzw. der Regierung. Kein Abgeordneter ist verpflichtet sich daran zu halten.


    Fraktionszwang beginnt de facto da, wo der einzelne Abgeordnete Angst haben muss, dass er persönlich für sein abweichendes Abstimmungsverhalten bestraft wird. Diese Grenze hat Kauder nicht nur angetastet, sondern (verbal) überschritten.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Man erinnere sich nur an Rot- Grün unter Gerhard Schröder,wie der seine Agenda-Reformen mit massiven Druck durchgesetzt hat. Seine Partei und auch die grünen Heile-Weltverbesserer haben sich dem gebeugt. (...)


    Ich bleibe dabei,der sogenannte Fraktionszwang ist sinnvoll, jedenfalls dann wenn man (…) keine Parteien will, wo kein Wähler mehr erkennen kann für welche Politik die Partei XY steht.


    Ziemlicher Widersinn, den du da schreibst, findest du nicht?


    Schröder hat seine Agenda-Reformen durchgeboxt. Aber genau das (!) führte doch dazu, dass „kein Wähler mehr“ erkennen konnte, für welche Politik die Partei SPD (noch) steht.
    Dementsprechend sahen auch die Wahlergebnisse aus.

    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Die Abstimmungen über die Hilfspakete für Griechenland fallen aber nicht unter das was allgemein als Gewissensfrage angesehen werden.


    Warum sollten sie nicht? Tut das “Verbrennen” von Steuerzahlergeld dem deutschen Volke etwa keinen Schaden zufügen?


    Man kann da nun die angeblich vorgesehene Rückzahlung und die Exportwirtschaft bemühen wie man will. Die betreffenden Abgeordneten dürften (m.E. zurecht) der Meinung sein, dass “unter dem Strich” da dem deutschen Volke da ein massiver finanzieller Schaden entsteht.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Er hat ja sein Mandat auch seiner Partei mit zu verdanken die ihn aufgestellt hat.


    Mittelbar. Wie du ja sagst: “mit” zu verdanken.
    Unmittelbar (!) haben viele Abgeordnete ihr Mandat vor allem den zahlreichen Wählern zu verdanken, von denen sie gewählt wurden.
    Und das auch rechtlich ohne Wenn und Aber: Man muss keiner Partei angehören, um (per Wahlkreismandat) in den Bundestag gewählt zu werden.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Das ändert grundsätzlich nichts daran, das Parteien für ein bestimmtes Politikangebot stehen sollen um beim Wähler erkennbar zu bleiben. Wenn in einer Partei zu einen bestimmten Thema alle möglichen Meinungen vertreten werden dann weiß ja kein Wähler was die Partei wirklich will.


    Mal vorab: Ich stimme dem nicht zu. Im Gegenteil.
    Aber ging es Kauder denn wirklich um das ganze Blabla von “für den Wähler erkennbar und kongruent bleiben”?
    Wir können das Welt-Interview ja nachlesen:


    Jeder bestimmt selbst, was für ihn eine Gewissensfrage ist. Aber ich werbe dennoch für Geschlossenheit. Das hat auch mit dem Korpsgeist zu tun, den eine gute Truppe haben sollte


    (…)


    diejenigen, die mit Nein gestimmt haben, können nicht in Ausschüssen bleiben, in denen es darauf ankommt, die Mehrheit zu behalten: etwa im Haushalts- oder Europaausschuss.


    Korpsgeist, “gute Truppe”, “Mehrheit behalten”. Da bedient sich Kauder wohl nicht umsonst der Militärsprache. Es geht nicht um Glaubwürdigkeit und Verlässlichheit - nein, es scheint ihm schlicht mehr um Machterhalt und Ausübung zu gehen


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Trotz alledem kann sich jeder Abgeordnete über den Fraktionszwang hinwegsetzen, das steht ihn rechtlich umbestritten zu. Er muss sich aber über die Folgen bewußt sein.


    “Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen.”


    So heisst es in Artikel 38 des Grundgesetzes.
    Und so auch in der Fraktionsordnung der Unionsfraktion (Art. 17):


    In der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gibt es keinen Fraktionszwang. Die Abstimmung ist frei. Die Mitglieder sind verpflichtet, in wichtigen Fragen ihre von der Fraktionsmehrheit abweichende Abstimmungsabsicht dem Vorsitzenden, dem 1. Parlamentarischen Geschäftsführer oder der Fraktionsversammlung bis zum Vortag der Abstimmung, 17.00 Uhr, mitzuteilen.


    Diesbezüglich lügt Kauder im Welt-Interview übrigens dreist:


    "auch die 60 haben unserer Fraktionsordnung zugestimmt, in der steht: Wir diskutieren, streiten und stimmen ab, aber am Schluss muss die Minderheit mit der Mehrheit stimmen."



    Man schreibt das aber nicht in Fraktionsordnungen rein, wenn es - dank Sanktionen und Repressionen nicht gilt! Und genau das ist es ja, was hier kritisiert wird: Die Nötigung gegenüber Abgeordneten, wider ihres Gewissens und ihrer Verantwortung gegenüber dem deutschen Volke abzustimmen. Denn als nichts anderes empfinden sie es, wenn man Milliarden nach Griechenland verpulvert, von denen mittlerweile wohl eine Mehrheit nicht mehr mit (vollständiger) Rückzahlung rechnet. Und ja, genau das ist es, was Kauder hier im Schilde führt: Eine Nötigung gegenüber Abgeordneten. Die mag zwar tatsächlich nicht strafrechtlich relevant sein - aber moralisch ist sie es in meinen Augen allemal.


    Zitat

    Original geschrieben von bernbayer
    Gewisse gemeinsame Poltikziele müssen aber gegeben sein, ansonsten weiß ja kein Wähler was die Partei XY eigentlich politisch vertritt.


    Ich finde, Parteien sollten vor allem für eine gewisse politische “Grundeinstellung” stehen. Wenn hingegen bei einzelnen Sachentscheidungen Minderheitenmeinungen unterdrückt werden, dann ist das ein Demokratieproblem - und führt dazu, dass eben, siehe oben, statt nicht mehr Sachaspekte im Vordergrund stehen, sondern die reine Machtausübung.

    Zitat

    Original geschrieben von ElChefe
    Warum sollte eine Partei ein Mitglied in einem Ausschuss entsenden, wenn er dort nicht die Interessen seiner Partei vertritt?


    Genau genommen: Parteien entsenden keine Mitglieder in Bundestagsausschüsse.


    Zitat

    Original geschrieben von ElChefe
    Ansonsten bräuchte es keine Fraktionen und Parteien.


    Die "Argumentation" ist v.a. bezüglich Parteien absurd. Ist ja nicht so, als sei die Besetzung von Bundestagsausschüsse die einzige politische bzw. demokratische Aufgabe von Parteien.


    Zitat

    Original geschrieben von pithein
    Das Gewissen der Abgeordneten ist deiner Meinung nichts Wert, wenn sie Parteiinteressen widerspricht, dann kann man generell auf Abgeordnete verzichten.


    So ist es: wenn man nur einheitliche Fraktionsmeinungen duldet, die man mit Zwang durchsetzt, dann kann man auf Abgeordnete auch ziemlich verzichten. Das dahinter stehende Politik- und Demokratieverständnis ist mir sehr suspekt. Auch aus Sicht des Wählers sehr ernüchternd, wenn man (mit der Zweitstimme) nur eine einzige Partei wählen kann - und damit dann "pauschal" alle Einzelheiten eines Parteiprogramms als "Bundle" gutheissen kann/muss.