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Original geschrieben von mac bertl
Das ganze Gebilde ist krank! Wann wird endlich diskutiert, wie man einen Neuanfang und eine gesunde politische, soziale, wirtschaftliche, kulturelle Basis finden kann?
Neuanfänge gibt es - fast immer - nur nach einem grossen Knall.
Weltkrieg, wirtschaftlicher Zusammenbruch, Pandemie, etc.
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Original geschrieben von Timba69
ob es sinnig war, Griechenland bestrafen zu müssen (so wie jetzt), sei dahingestellt. (...)
Das man hier darüber überhaupt noch diskutieren muss, macht mich traurig. Denn es zeigt, dass es auch hier nur noch um Bestrafung geht ("Griechenland hat.....also muss es auch....."). Der falsche Weg.
Die Tatsache, dass einige den Begriff der "Bestrafung" immer wiederholen, macht ihn in meinen Augen nicht richtiger oder zutreffender.
Es ist Fakt - und das sagt auch der von dir zitierte IWF - dass Griechenland Reformen verschleppt hat, und dass die Verhandlungstaktik der griechischen Regierung seit Jahresbeginn die Krise und den Finanzbedarf wesentlich erhöht hat. Es ist auch Fakt, dass die Regierung ein Referendum hat abhalten lassen, zu dem die Regierung ein "Nein" zu den Vorschlägen empfohlen hat, welches die Bürger so auch abgelehnt haben. Und ich wüsste auch nicht, wer daran ernsthaft zweifeln würde, dass Griechenland durch seine frühere Politik, also als Land und Nation "selbstverschuldet" in diese Krise geraten ist (nicht durch von draussen hereingetragene Kriege, Naturkatastrophen, etc.).
Wenn man von einem zweifelhaften und - ja man mag ihn so nennen - "widerspenstigen" Schuldner Sicherheiten (auch bzgl. der zukünftigen Zahlungsfähigkeit) für weitere Kredite verlangt, dann hat das in meinen Augen nicht viel mit "Bestrafung" zu tun. Statt "Bestrafung" kann man das (mindestens) genauso gut "jemanden zur Übernahme seiner Verantwortung bringen" nennen.
Oder man kann es auch einfacher formulieren, ähnlich wie der finnische Ministerpräsident:
Dass man dutzende Milliarden Finanzierung erhält, ist keine Bestrafung.
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Original geschrieben von Timba69
Und ich wiederhole es nochmals: Taumelt Italien nur ein kleines bisschen und die Anleger verlieren das Vertrauen, dann ist Italien, die EU und der Euro erledigt. Italien kann und wird man nicht retten, dafür sind die Summen zu hoch
Ich seh' es ehrlich gesagt gar nicht ganz so pessimistisch. Ich bin weder überzeugt davon, dass Italien nicht "gerettet" werden wird, noch davon, dass die EU dann "erledigt" ist. Auswirkungen wird es haben, keine Frage - aber ich unterschreibe die Meinung, dass "Europa (oder die EU) scheitert, wenn der Euro scheitert" nicht.
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Original geschrieben von frank_aus_wedau
Oder Steuern erhöhen in eine Größenordnung, die für Bürger aus den Geberländern längst üblich sind?
Ich denke, die Steuerhöhe ist nicht das Problem.
Gerade für (normale) „Bürger“ nicht.
Vielmehr das Eintreiben der Steuern.
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Original geschrieben von Timba69
Das ist kein Problem der Griechen, das in Deutschland für weniger Geld mehr oder länger gearbeitet werden muss. Das müssen sie dir auch nicht erklären.
Jedenfalls musste in Griechenland weniger lang gearbeitet werden - und die konnten es sich ceteris paribus eben nicht leisten.
Indirekt zahlen nun die Deutschen dafür.
Und deren Politiker müssen ihnen erklären, warum.