Beiträge von Applied

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    Original geschrieben von Timba69
    Nun, wer da gekauft hat? Alle, was sonst? Das Geld ist ja garantiert, die Zinsen jetzt auch (wieder).


    Garantiert?
    Längst noch nicht.


    Die Verbindlichkeiten kurzfristigen Anleihen belaufen sich auf ein Volumen von 15 Milliarden (durch die EZB begrenzt). Andere Kreditaufnahme haben die Griechen ansonsten auch nicht betrieben.


    http://www.pdma.gr/attachments/article/37/Bulletin_No77.pdf


    Die Medien berichten eigentlich alle unisono, dass die Hauptkäufer griechische Banken seien. Ebenso berichteten die Medien, dass die EZB den griechischen Banken dafür eine Obergrenze gesetzt hätte.


    Man muss sich auch fragen, wer sonst für unter 3% Rendite heute noch griechische Staatsanleihen kaufen sollte? Amerikanische Pensionsfonds? Scheint mir irgendwie absurd. :p


    Die griechischen Banken dagegen hätten grundsätzlich ein Interesse dran, denke ich. Denn sie nutzen diese Anleihen (wiederum von der EZB begrenzt) als Sicherheiten für ELA-Kredite. Und es erscheint zweifelhaft, wie sich diese Banken in letzter Zeit sonst finanziert haben sollen.

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    Original geschrieben von Gallium
    Danke für Deine (nicht ganz vollständige) Zusammenfassung meiner Beiträge. Augenscheinlich willst Du Dich aber nicht inhaltlich damit auseinandersetzen, da Du bereits mit Deiner Fragestellung versuchst zu verunglimpfen


    Doch, ich würde mich wirklich inhaltlich damit auseinandersetzen wollen.
    Aber auf Basis nachvollziehbarer Fakten!


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    Original geschrieben von Gallium
    Dass es sich nicht um kolportierte, sondern um leicht verfizierbare Fakten handelt, hat Dir ja schon frankie im darauffolgenden Post mit seinen google-Treffern gezeigt.


    Sorry, aber dass das Involvement von US-Anlegern "leicht verifizierbar" sei, ist doch Bullshit! Hättest du die Links überhaupt selbst aufgemacht, so wäre dir aufgefallen, dass Franks „beide“ Treffer auf denselben einen Spiegelartikel verweisen (es gibt also gar nicht „Treffern“ im Plural). Und der redet eben von griechischen Banken:


    „Investoren liehen der Regierung für gut sechs Monate 1,6 Milliarden Euro. Das geht nur dank der hilfswilligen griechischen Banken.“


    „Käufer der kurzfristigen Anleihen sind in erster Linie Banken, an die am 10. Juli eine auslaufende Schuldverschreibung zurückgezahlt werden müsste. (…) Dass die griechischen Banken überhaupt noch überleben, liegt an den Nothilfen (sogenannte Ela) der Europäischen Zentralbank. Diese gibt der griechischen Zentralbank einen Rahmen vor, in dessen Umfang sie die Banken des Landes weiter flüssig halten kann.“


    http://www.spiegel.de/wirtscha…r-verkauft-a-1042646.html


    Griechische Banken sind allerdings keine US-Anleger!


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    Original geschrieben von Gallium
    Ich begebe mich daher nicht auf das von Dir vorgelegte Niveau.


    Es hat nichts mit höherem "Niveau" zu tun, wenn man eine Behauptung in die Welt setzt, ohne diese zu belegen.


    Du darfst mich von deinem "Niveau" aus auch gerne "blind", "rechercheschwach" oder sonstwas nennen. Wie du willst. Aber das ändert nichts, dass du Belege für deine Behauptungen schuldig geblieben bist.


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    Original geschrieben von Gallium
    Für mich war das plötzliche, ab Juni eintretende Kaufinteresse von US-Pensionsfonds an griechischen Anleihen nur das letzte schlüssige Glied einer Beweiskette.


    Ich hätte jetzt aber gerne wirklich einen Beleg für diese Aussage! Und damit meine ich jetzt keine Links bzw. Aussagen zu allgemeinem "strategischem Interesse" der Amerikaner, kein "Kann man einfach googeln" und kein "Ich begebe mich nicht auf dieses Niveau". Sondern ganz konkret:


    Wo findest man was zum (Zitat) „ab Juni eintretende Kaufinteresse von US-Pensionsfonds an griechischen Anleihen“?


    :confused:


    Wo steht, dass US-Pensionsfunds ab Juni griechische Staatsanleihen kaufen wollten bzw. gekauft haben?!


    :confused:

    Re: Verzweifelte Suche nach Stromadapter: Eurostecker auf Eurobuchse OHNE Kabel


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    Original geschrieben von m@rtin
    Hat irgendjemand eine Idee wo man sowas auftreiben könnte?


    Alle Apple-Netzteile (ausser die flachen für iPhone/iPod) haben so einen gewinkelten Stecker:


    http://www.apple.com/ch-de/sho…le-12w-usb-power-adapter-(netzteil)


    Dass entfernbare Steckerteil sieht dann so aus:


    http://www.amazon.co.uk/dp/B00D7GGCX8/

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    Original geschrieben von mac bertl
    Das ganze Gebilde ist krank! Wann wird endlich diskutiert, wie man einen Neuanfang und eine gesunde politische, soziale, wirtschaftliche, kulturelle Basis finden kann?


    Neuanfänge gibt es - fast immer - nur nach einem grossen Knall.
    Weltkrieg, wirtschaftlicher Zusammenbruch, Pandemie, etc.


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    Original geschrieben von Timba69
    ob es sinnig war, Griechenland bestrafen zu müssen (so wie jetzt), sei dahingestellt. (...)
    Das man hier darüber überhaupt noch diskutieren muss, macht mich traurig. Denn es zeigt, dass es auch hier nur noch um Bestrafung geht ("Griechenland hat.....also muss es auch....."). Der falsche Weg.


    Die Tatsache, dass einige den Begriff der "Bestrafung" immer wiederholen, macht ihn in meinen Augen nicht richtiger oder zutreffender.


    Es ist Fakt - und das sagt auch der von dir zitierte IWF - dass Griechenland Reformen verschleppt hat, und dass die Verhandlungstaktik der griechischen Regierung seit Jahresbeginn die Krise und den Finanzbedarf wesentlich erhöht hat. Es ist auch Fakt, dass die Regierung ein Referendum hat abhalten lassen, zu dem die Regierung ein "Nein" zu den Vorschlägen empfohlen hat, welches die Bürger so auch abgelehnt haben. Und ich wüsste auch nicht, wer daran ernsthaft zweifeln würde, dass Griechenland durch seine frühere Politik, also als Land und Nation "selbstverschuldet" in diese Krise geraten ist (nicht durch von draussen hereingetragene Kriege, Naturkatastrophen, etc.).


    Wenn man von einem zweifelhaften und - ja man mag ihn so nennen - "widerspenstigen" Schuldner Sicherheiten (auch bzgl. der zukünftigen Zahlungsfähigkeit) für weitere Kredite verlangt, dann hat das in meinen Augen nicht viel mit "Bestrafung" zu tun. Statt "Bestrafung" kann man das (mindestens) genauso gut "jemanden zur Übernahme seiner Verantwortung bringen" nennen.


    Oder man kann es auch einfacher formulieren, ähnlich wie der finnische Ministerpräsident:
    Dass man dutzende Milliarden Finanzierung erhält, ist keine Bestrafung.


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    Original geschrieben von Timba69
    Und ich wiederhole es nochmals: Taumelt Italien nur ein kleines bisschen und die Anleger verlieren das Vertrauen, dann ist Italien, die EU und der Euro erledigt. Italien kann und wird man nicht retten, dafür sind die Summen zu hoch


    Ich seh' es ehrlich gesagt gar nicht ganz so pessimistisch. Ich bin weder überzeugt davon, dass Italien nicht "gerettet" werden wird, noch davon, dass die EU dann "erledigt" ist. Auswirkungen wird es haben, keine Frage - aber ich unterschreibe die Meinung, dass "Europa (oder die EU) scheitert, wenn der Euro scheitert" nicht.


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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Oder Steuern erhöhen in eine Größenordnung, die für Bürger aus den Geberländern längst üblich sind?


    Ich denke, die Steuerhöhe ist nicht das Problem.
    Gerade für (normale) „Bürger“ nicht.
    Vielmehr das Eintreiben der Steuern.


    Zitat

    Original geschrieben von Timba69
    Das ist kein Problem der Griechen, das in Deutschland für weniger Geld mehr oder länger gearbeitet werden muss. Das müssen sie dir auch nicht erklären.


    Jedenfalls musste in Griechenland weniger lang gearbeitet werden - und die konnten es sich ceteris paribus eben nicht leisten.


    Indirekt zahlen nun die Deutschen dafür.
    Und deren Politiker müssen ihnen erklären, warum.

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    In der Tat war es der griechischen Regierung während der Bankenschließung gelungen, Schuldtitel im Nennwert von 1,6 Mrd. € am Kapitalmarkt unterzubringen. Diese Titel sind von Griechenland "versteigert" worden ... wie auch immer


    Findet regelmässig ("rollover") statt, nicht unbedingt ungewöhnlich:


    http://www.pdma.gr/index.php/e…nnouncements?limitstart=0


    Nur: Reuters (hier bei Kathimerini) berichtet, dass es (wohl) inländische Investoren gewesen seien: "Athens has been able to find domestic buyers to plug any gaps resulting from foreign investors' refusal to roll over their own Greek T-bill holdings."

    Und ansonsten legen alle Berichte nahe, dass hier griechische Banken die Anleihen des eigenen Staates gekauft haben. Um es mal etwas überspitzt zu sagen: Eigentlich scheint mir nach einiger Recherche im Grunde keine seriöse Quelle davon auszugehen oder nahezulegen, dass seit der Syriza-Wahl Anfang Jahr ausländische Investoren noch nennenswert Anleihen gekauft haben. Im Gegenteil, es scheinen doch immer dieselben die Stange zu halten.

    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Die griechischen T-Bonds werden übrigens überwiegend von US-Pensionsfonds gekauft.
    Die würden sicher nicht investieren, wenn ihnen ihre NSA sagen würde, dass es in unserer 'Null-Regierung' ernsthafte Gespräche über einen Grexit gäbe.


    Da erscheint es nur logisch, wenn die US-gesteuerte Presse mit dem Grexit-Gefasel die Emissionspreise weiter drückt

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    Original geschrieben von Gallium
    Wenn dann GR vor wenigen Wochen noch eine 1,6Mrd Kreditlinie bei privaten Investoren erhält, ist das mehr als nur ein Indiz dafür, dass hinter den Kulissen der Grexit längst vom Tisch war.

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    Original geschrieben von Gallium
    Wie die Drohungen genau aussahen, mit denen man die Regierungsmitglieder davon abhielt, wird man sicher später erfahren. Es ist aber anzunehmen, dass da auch militärische Optionen im Spiel sind. Es geht schließlich um die Nato-Geschlossenheit für den neuen Russland-Feldzug und nicht zuletzt um eine Menge griechische Schuldtitel, die seit Juni massiv von US-Investoren gekauft wurden.
    (Deshalb hatte ich bereits im Juni hier geschrieben, dass der Grexit vom Tisch ist)

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    Original geschrieben von Gallium
    Wie ich schon einmal sagte:
    "Ihr sollt sie an ihren Taten messen, nicht an ihren Worten" :apaul:


    Deshalb war es klar (wie ich bereits am 7.6.2015 geschrieben hatte), dass es keinen Exit geben würde.


    Hallo Gallium


    Du hast nun wiederholt auf deinen Beitrag vom 7.6. hingewiesen, dass der Grexit schon lange "hinter den Kulissen" vom Tisch sei.


    - Verstehe ich das richtig, dass du meinst, das Kaufverhalten amerikanischer Investoren würde dies belegen?
    - Gibt es Belege dafür, dass (Zitat) "griechische Schuldtitel (...) seit Juni massiv von US-Investoren gekauft wurden?
    - Was hat es mit den kolportierten (Zitat) "1,6Mrd Kreditlinie bei privaten Investoren" auf sich? Wann wurde diese gegeben, wer hat diese Kredite wann gegeben bzw. erhalten?

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Der Gedanke einer Transferunion ist längst Realität


    In der EU, aber eben nicht innerhalb der Währungsunion.
    Und er widerspricht (in Bezug auf die Währungsunion) nicht nurdem, was den Bürgern früher versprochen wurde. Sondern auch dem, was in Maastricht vereinbart wurde.


    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Nehme ich das Modell des bundesdeutschen Länderfinanzausgleichs, muss eine Transferunion auch nichts unbedingt schlechtes sein.


    Die Frage ist m.E. immer, wieviel, bzw. wie weit.


    - Wie sehr darf es Transfers geben, ohne dass die Eigenverantwortung der Nettoempfänger leidet/schwindet?
    - Wie weit lassen sich Transfers den Bürgern vermitteln?


    Letzteres ist sicher nicht eindeutig zu beantworten. Es ist eine graduelle Frage von Transfervolumen, Zusammengehörigkeitsgefühl, etc. Wenn man das Gefühl hat, im gleichen Staat unter den gleichen Gesetzen zu leben, die gleiche gemeinsame Sprache spricht und der gleichen Nationalmannschaft zujubelt, dann lassen sich viel höhere Transfers vermitteln, akzeptieren und durchsetzen, als wenn nicht.


    Da ist die Eurogruppe drauf und dran, rote Linien zu überschreiten.

    Zitat

    Original geschrieben von DannyTT
    Hier mal ne allgemeine Frage an die Gemeinde:
    Welche in Europa (oder weltweit) verschuldete Land (u. a. Deutschland) wird in absehbarer Zeit (unter 30 Jahren) seinen Schulden zurückzahlen?


    Meine Meinung / Antwort / Vermutung:
    Keines.


    Eure Meinung ...?


    50 EURO auf Estland!


    Halt, warte! Vielleicht sollte ich auch lieber Tausend EURO setzen? Wenn der Lauf der Welt so weitergeht, wird der EURO nach 30 Jahren ohnehin so kaputtinflationiert sein, dass es sich sonst ja nicht lohnt.


    Ansonsten: Risikolos ist die Wette freilich auch rein inhaltlich nicht. Selbst wenn sie sich nicht für "interne" Zwecke verschulden, dann ist die Wahrscheinlichkeit immer noch nicht klein, dass sich die Esten alleine die "Rettung" irgendwelcher Südländer weiter verschulden müssen. Schon die Rettungen irgendwelcher anderer EURO-Länder könnten mir einen Strich durch die Rechnung machen.


    Die estnischen Staatsschulden sind 2012 stark gestiegen, auf etwas über 10% des BIP, nach Kriterien von Maastricht / Eurostat. Über 40% der estnischen Neuverschuldung geschahen dabei allein zur "Rettung" Griechenlands im Rahmen des EFSF. (Dem steht freilich eine Forderung entgegen, aber wie wir wissen ist die Zahlungsfähigkeit Griechenlands ja unsicher).


    Zitat

    Original geschrieben von Gallium
    Niemand hat die Absicht irgendwelche Schulden jemals zurückzuzahlen. Ich hatte das schon mal hier erklärt. Wann hört Ihr endlich auf, diesen Medien-Märchen-Schei* zu glauben. Fangt doch endlich mal an, 1 und 1 zusammen zu zählen


    Schulden werden regelmässig zurückgezahlt.
    Es werden halt nur neue aufgenommen - solange man kann.

    Die einen Deutschen verstehen nicht, warum sie erneut für Griechenland Risiken eingehen oder (effektiv irgendwann) bezahlen sollen.
    Die anderen Deutschen verstehen nicht, warum ihr Land bzw. Regierung und Finanzminister nicht mehr Pragmatismus oder schlicht Mitgefühl mit den Griechen zeigen.
    Und für die Griechen erübrigt sich nach dem Referendum ohnehin eine entsprechende Erklärung.


    Verloren hat da in meinen Augen vor allem das Vertrauen in die Politik.
    Und das gegenseitige Misstrauen wurde und wird auch für die Zukunft weiter befeuert.
    Die Wahl "extremer" Parteien ist da kein Wunder.



    Für mich wären sowohl Schuldenschnitt als auch Austritt aus der Eurozone die "logische" und nötige (!) Folge der Entwicklung der letzten 15-20 Jahre gewesen. Aber die Politiker auf allen Seiten glaubten, sie könnten sich dieser Realität verweigern, bzw. mit einem "Kompromiss" daran vorbeimogeln. Die Folgen werden aber - wie so oft - in den nächsten Jahren noch kommen.


    Momentan wird weder Griechenlands untragbarer Schuldenberg wesentlich verringert, noch dem Land Wachstums- bzw. Entwicklungsperspektiven aufgezeigt.