Beiträge von Applied

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ist das wirklich so? Gibt es im internationalen Recht einen Staatskonkurs, bei dem sämtliche staatlichen Verbindlichkeiten erlöschen?


    Mir nicht bekannt.
    Ich wüsste nicht, wie sie "erlöschen" sollten, wenn der Staat bzw. Rechtsnachfolger weiter bestehen.
    Die Verpflichtungen werden de facto zunächst einfach nicht mehr bedient.
    Und wo solltest du Griechenland nach griechischem Recht verklagen (was ja geändert werden kann, wie wir ja gesehen haben)?

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    Man könnte dem genauso entgegenhalten: "Wir haben kein Deutschland-Problem - wir haben ein EURO-Problem!" Wir haben keine Mark mehr, die aufwerten könnte. So wie früher die Lira oder der Franc abwerten konnten.


    Der Artikel verkennt m.E. auch eines: Deutschland ist das einzige Land Europas, dass einen Anschluss eines sozialistischen Warschauer-Pakt-Staates verkraften musste. Das ist zumindest mit Grund dafür, weshalb die Nettolöhne und Einkommen stagnieren mussten. Sonst wäre Ostdeutschland noch viel mehr abgehängt worden, als das ohnehin der Fall war.


    - Deutschland hatte noch vor 10 Jahren Arbeitslosenquoten über 10%.
    - Diese waren höher als in Frankreich, Italien oder Griechenland.
    - In den neuen Bundesländern lag die Quote zeitweise bei über 20%.


    Hat Deutschland damit wirklich, wie es der Autor behauptet "in den letzten Jahren unter seinen Verhältnissen gelebt"? :confused:


    Im übrigen geht seine Beantwortung der Frage nach den Ursachen (zumindest) der Griechenland-Krise völlig am wesentlichen Punkt vorbei: Griechenland hat tiefgreifende institutionelle und strukturelle Problem mit seiner Verwaltung, seinem Sozialsystem, etc. An deren Problemen und Überschuldung ist wahrlich nicht Deutschland schuld (abgesehen davon, dass Deutschland Griechenland eine höhere Schuldenlast als sogenannte "Rettung" mit "aufgedrängt" hat).


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    Original geschrieben von happiestalive
    Sie stoßen wohl ein Referendum an und empfehlen ein NEIN


    jede weitere Sekunde des Verhandelns mit diesem Pack ist verschwendete Zeit


    Sie haben nicht den Deal bekommen, den sie wollten und für den sie gewählt wurden.
    Das Volk dann abstimmen zu lassen ist da nur fair und demokratisch.
    Wann gab's das schon mal je in Deutschland? Eben.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Und in einer akuten Krise


    Ich finde den Begriff “akute Krise” ehrlich gesagt völlig falsch.
    Die Krise in Griechenland ist höchst “chronisch”!
    Das Spiel zieht sich jetzt schon Jahre lang.
    Und wie es solche Krisen an sich haben, ist halt nur irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht.


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    kann man eigentlich wenig anderes machen, als auf Sicht zu fahren - jedenfalls dann, wenn man Verantwortung trägt.


    Das ist die (auch merkelsche) Politik der “Alternativlosigkeit”.
    Natürlich kann (!) man was anderes machen.
    Man muss nur den Mut, vulgo die Eier dazu haben - und Fehler eingestehen können.


    Ironischerweise könnten gerade Tsipras und Varoufakis fast Beispiele dafür abgeben. Sie hatten bis jetzt wenigstens den Mut, eine alternative Politik als ihre Vorgängerregierungen zu fahren - und offen auch die Konfrontation mit EU und IWF zu suchen.


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    kann man eigentlich wenig anderes machen, als auf Sicht zu fahren


    Um im Bilde zu bleiben: Momentan ähnelt das einer Fahrt, in der der Fahrer immer fleissig weiter aufs Gaspedal drückt - und dabei ignoriert, dass sich der Motor immer weiter erhitzt.


    “Hauptsache, wir fahren weiter! Solange wir fahren, wird der Fahrtwind den Motor schon abkühlen!”
    (Wenn wir Griechenland noch mehr Kohle leihen, werden sie irgendwann ihre Schulden zurückzahlen können)


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Das finnische, estnische, slowenische, deutsche und niederländische Parlament müssen einer Einigung mit den Griechen ihre Zustimmung geben. Das wird nicht einfach und setzt auch Spieltheorie-Überlegungen enge Grenzen.


    Um das deutsche Parlament würde ich mir keine Sorgen machen.
    Die Grosse Koalition schafft das mit preussischer Fraktionsdisziplin doch locker.
    Und von den Linken und Grünen werden genug nicht die Auflagen an Griechenland nicht gut finden, aber nicht die bösen unsolidarischen Buben spielen wollen, die die tatsächlich mit ihrem Abstimmungsverhalten aus dem EURO kicken.



    "Egal, wie der Kampf um Athen ausgeht, ob die Griechen in der Euro-Zone bleiben oder ihren Austritt erklären, wir sollten den Nachkommen der Hellenen jetzt schon dankbar sein.


    Mit ihrem Eigensinn, ihrer Sturheit und Querköpfigkeit haben sie sich selbst möglicherweise keinen Gefallen getan, dafür aber haben sie den Zaungästen am Rande der Arena brutal und radikal klargemacht, was die Europäische Union ihrem Wesen nach ist: keine Wertegemeinschaft, wie von ihren Anhängern immer behauptet wird, sondern ein ideologisches Konstrukt, dessen wichtigste Aufgabe darin besteht, den Selbsterhalt zu sichern, ein Kartenhaus ohne Ausgang


    Warum wir den Griechen unseren Dank schulden" (Henryk M. Broder in der Welt)

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    letztlich weiß niemand mit Sicherheit zu sagen, was im Falle eines Austritts in Griechenland selbst und in den europäischen Ländern passiert. Dieses Risiko einzugehen


    Es wäre in meinen Augen ein Irrglaube, zu denken, ein Nachgeben ggü. Griechenland und ein Verbleib im EURO sei "risikolos".


    Das würde nur einen (weiteren) Präzedenzfall für Europa gegen fiskalische Disziplin schaffen. Und eine Blaupause als Verhandlungsstrategie für weitere in Schwierigkeiten geratene Länder. Im übrigen zementierte es die mangelnde wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit, die mangelnde Reformfähigkeit Griechenlands und ein auf lange Sicht untragbares Schuldenniveau des griechischen Staates.


    Das "Aussitzen" auf bekanntem Terrain ist nicht immer die beste Lösung.
    Und auch nicht immer die, die mit dem geringsten anzunehmenden Risiko verbunden ist.


    In diesem Falle glaube ich im, dass ein Verbleib von Griechenland im EURO die Probleme nur in die Zukunft verschiebt - dann allerdings mit einem grösseren Schuldenberg. Anders formuliert: Die Schuldenblase wird nur weiter aufgeblasen.

    Mein nächstgelegener grenznaher ALDI Süd hat diesen Monat jedenfalls tatsächlich neue Terminals installiert, wie mir der freundliche Herr an der Kasse auch bestätigte.


    Obwohl schon die alten vergleichsweise schnell waren... ich schwöre, dass das verdammt nochmal das schnellste Terminal war, welches meiner V-Pay-Karte je untergekommen ist :eek:


    Da vor mir die ALDI-Bezahlerin aus der Hölle in der Schlange stand, habe ich aber leider nicht mehr auf Modell oder NFC-Tauglichkeit geachtet bzw. gefragt.

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    Original geschrieben von handyman1981
    Damit ist auch alles gesagt und ich wünsche dir einen schönen Abend!


    D.h., Begründung bzw. Belege bleibst du uns schuldig, für deine wiederholt geäusserte Behauptung, die Unterschrift würde vor Gericht nicht als Beweis zugelassen, jedoch trotzdem (m)eine Autorisierung unterstellt?


    Du gehst jetzt überhaupt nicht auf den entscheidenden Punkt ein?


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    Original geschrieben von handyman1981
    Im Zivilrecht sind nicht die Ansprüchen das wichtigste sondern deren Durchsetzbarkeit und diese ist sehr oft an Fristen gekoppelt.


    Nur so funktioniert der Rechtsverkehr für alle Seiten sicher.


    Der Rechtsverkehr funktioniert aber ganz sicher (!) auch nicht so, dass
    1. eine Zahlungsverpflichtung per Unterschrift (auf einem Kreditkartenbeleg) begründet wird
    2. diese Unterschrift wenn's hart auf hart kommt vor Gericht als Beweis gar "nicht zugelassen wird"
    3. das Gericht dann aber trotzdem die Forderung bejaht.