Beiträge von Applied

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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Ein Problem, dem sich die EU wird stellen müssen, liegt darin begründet, dass der "große Bruder" auf der anderen Seite des Teichs einen Verbleib Griechenlands im Euro verlangt


    Gibt's dazu eigentlich auch konkrete und belastbare Aussagen bzw. Hinweise, dass die USA da irgendeine Druck- oder Drohkulisse aufbauen?


    Und ich mein' damit jetzt nicht einen Obama, der einfach nur für "Kompromisse auf beiden Seiten" wirbt. Es ist ja völlig klar, dass dem eine Staatspleite weniger auf der Welt (mit der ihr inneliegenden Wirkung auf die Finanzmärkte) "ganz allgemein" lieber ist als eine mehr. Zumal, wenn es um einen strategisch gelegenen NATO-Partner geht. Und wenn eh andere Länder die Zeche zahlen.


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    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Gerade die baltischen Staaten sehe ich in der Gefahr, im Wege vorauseilenden Gehorsams schon eine mögliche Drohkulisse gar nicht erst entstehen zu lassen.


    Gleichzeitig haben diese Staaten allerdings nicht nur ein geringeres BIP pro Kopf als Griechenland (kaufkraftbereinigt liegen sie etwa gleich auf). Sie haben auch die niedrigsten Staatsverschuldungsquoten Europas. Estland ist praktisch staatsschuldenfrei. Deren Nationalbank kann momentan im Rahmen des EZB-Anleihekaufprogramms nicht einmal Anleihen des eigenen Landes kaufen, da das eigene Land gar keine herausgibt.

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Aber man kann auch nicht ein Land oder eine Währung gegen die Wand fahren, weil man genervt ist.


    Nicht weil man genervt ist.
    Aber man kann es, nein um glaubwürdig zu bleiben.
    Und um anderen keine Blaupause zu liefern.


    Im übrigen denke ich auch, dass die Griechen genau das brauchen: Dass der Karren gegen die Wand fährt, dass sie pleite gehen und aus dem EURO ausscheiden.


    Ja, das wird fünf harte Jahre für Griechenland nach sich ziehen.
    Ja, da kann die EU von mir aus gerne humanitär unterstützen.


    Aber ich denke, ohne dieses "reinigende Gewitter" wird dieses offensichtlich (zumindest im EURO) dysfunktionale Land nie die nötigen Schritte und Reformen einleiten.


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Es hilft alles nichts, die Troika und Griechenland werden sich bis Ende des Monats irgendwie einigen müssen, und das wird auch gelingen, vermute ich.


    Ein Gelingen auf dem Papier ist noch kein Gelingen in der Wirklichkeit und Zukunft.
    Meines Erachtens wird gar nicht verhandelt über einen entscheidenden Punkt:
    Den Austritt Griechenlands aus dem EUR.


    - Griechenland hat sich nun jahrelang "im Windschatten des EUROs" günstig refinanziert.
    - Und diese Schulden können/wollen/müssen sie (jetzt) nicht einmal zurückzahlen.


    Solange sich daran nichts ändert, solange andere implizit die Haftung die übernehmen, wird Griechenland auch nicht zu vernünftiger und verlässlicher (!) Fiskalpolitik gezwungen.


    Darum würde ich fordern:


    1. Schuldenschnitt/Schuldenerlass oder Bankrott!
    2. Raus aus dem EURO!
    3. Folgen der Pleite begrenzen, falls gewünscht dem Land beratend in den nächsten Jahren zur Seite stehen


    Punkt 1 können die Regierungen der grossen, mächtigen EU-Staaten (allen voran Deutschland) und die EU selbst ihren Bürgern nicht verkaufen, da sie ihre eigenen milliardenschweren Fehler eingestehen müssten. Und Punkt 2 wollen sie nicht, da das visionäre Projekt EURO ja bisher alle Mittel heiligte...

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    Original geschrieben von Andreas Böhm
    wenn sie zu Beginn nicht so vollkommen überheblich dahergeredet hätte.


    Jetzt mal ehrlich:
    Auf mich kommt die überhaupt nicht "überheblich" daher?! :confused:


    Und ich habe vor dem Anschauen schon förmlich drauf gewartet, da ich selbst blonde Leute kenne, die an der gleichen Hochschule was mit Mode studierten oder zumindest studieren wollten (und, äh... denen ich auch die Überheblichkeit zutraue ;) )


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    Original geschrieben von skater
    Kandidatin beantwortet die erste Frage falsch
    (Quelle: RTL)


    Ebenda: "Wissen Sie mehr als die Kandidatin?"


    Gerade fünf Minuten alt, im Newsblog auf Spiegel Online:


    Spitzenpolitiker der Union werfen der griechischen Regierung vor, in den Verhandlungen mit den internationalen Geldgebern gegen das Interesse der eigenen Bevölkerung zu handeln. "Ich bin mir nicht mehr sicher, ob die griechische Regierung wirklich Schaden von ihrem Volk abhält", sagte Unions-Parlamentsgeschäftsführer Michael Grosse-Brömer (CDU).(...) Auch die Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Gerda Hasselfeldt, übte massive Kritik. "Die griechische Regierung handelt in höchstem Maß verantwortungslos gegenüber dem eigenen Land und gegenüber der eigenen Bevölkerung", sagte die CSU-Politikerin.



    :rolleyes:

    Eine Verwandte mit Lidl-Mobile-Prepaid (Fonic) hatte seit etwa drei Tagen keine SMS mehr bekommen und war anscheinend auch telefonisch nicht erreichbar.


    Da sie heute Geburtstag hatte, ihr aber per SMS dieses Jahr absolut niemand gratuliert hatte, hat sie es dann heute bemerkt. ;)


    Ich selbst konnte die Probleme auch nachvollziehen: Teilweise kam die Meldung, dass das die Nr. momentan nicht erreichbar sei. Einmal kam irgendwas von "Nr. ..., bitte rufen Sie die Auskunft an".
    Einmal wurde ich - ungelogen - mit einer völlig fremden Person verbunden :eek: Wahlfehler ausgeschlossen, ich hatte per Telefonbucheintrag respektive Wahlwiederholung gewählt.


    Als sie dann selbst ausgehend einen Anruf tätigte, schlug dies zwei oder dreimal mit der Meldung "nicht eingebucht" (o.ä., sie hat's mir nur erzählt) fehl. Als dann der nächste Versuch ging, trudelten danach dann auch Schlag auf Schlag ca. 15 SMS inkl. der vermissten Geburtstagsgrüsse ein.


    Darf ich das auch dieser Netzzusammenschaltung zuschreiben? :confused:

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    So eine Währungsunion würde ökonomisch vermutlich relativ viel Sinn gehabt haben, zumal Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten eine ähnliche Wirtschaftsstruktur haben - und, nebenbei, über funktionierende Institutionen verfügen. Aber es wäre innerhalb der EU politisch kaum machbar gewesen.


    Wieso nicht? Im Prinzip wurde es doch so gemacht:
    Nicht alle EU-Länder führen den EURO ein - sondern nur eine Teilmenge der EU-Länder wurde gemäss gewissen Konvergenzkriterien aufgenommen. Und der Prozess passiert immer noch.
    Manche Länder dagegen haben freiwillig verzichtet.


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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Aber es wäre auch in dieser Form nicht nötig gewesen, denn abseits von Griechenland funktioniert die Währungsunion ja einigermaßen.


    Einigermassen.
    Griechenland wurde mit ins Boot genommen, obwohl sie im EURO nichts zu suchen hatten und haben.
    Die Stabilitätskriterien wurden aufgeweicht (Frankreich, Deutschland).
    Die Maastricht-Verträge sind in vielerlei Hinsicht das Papier nicht mehr wert (No-Bailout-Klausel).
    Und es sind gerade erst 20 Jahre vergangen.
    Von "gut" oder gar "glaubhaft" funktionieren kann m.E. keine Rede sein.


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    Original geschrieben von Timba69
    Kolumne aus dem Spiegel:
    Varoufakis sagt die Wahrheit, die eben auch wehtut:
    http://www.spiegel.de/wirtscha…denschnitt-a-1038814.html


    "Die eine Wahrheit ist, dass die Währungsunion zerbricht oder eine Fiskalunion erzwingt. Die andere Wahrheit ist, dass die Griechen pleite sind. Und eine dritte Wahrheit ist, dass der Schuldenschnitt kommt, so oder so."
    Die vierte Wahrheit: Griechenland gehört nicht in diese Währungsunion.

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    Original geschrieben von CK-187
    Aber verkauf mal den Euro als starke Währung mit Zukunft wenn den nur drei Länder haben. Ich weiß nicht inwieweit man ursprünglich den Dollar angreifen wollte aber die Welt hätte sich schlapp gelacht wenn jetzt drei Länder eine neue Währung einführen


    Du glaubst, die Welt hätte sich "schlapp gelacht", wenn mit Frankreich und Deutschland zwei der fünf grössten Volkswirtschaften der Erde eine Währungsunion eingehen? Und dies noch mindestens im Verbund mit der dazwischenliegenden Wirtschaftsunion Benelux als (zusammengenommen) zehntgrösste Volkswirtschaft der Erde?


    Mit Verlaub, aber ist diese Vorstellung nicht irgendwoe absurd? :confused:


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    Original geschrieben von CK-187
    Ganz besonders weil die Länder ein Problem bekämen da sich kaum einer ihre Waren leisten könnte


    So wie sich schon immer alle über den Schweizer Franken und früher über die Deutsche Mark schlapp gelacht haben? Oder noch früher über das starke Pfund bzw. den starken Dollar?


    Deutsche und französische wie auch Schweizer Waren wurden und werden im Ausland gekauft, nicht weil sie billig sind, sondern weil sie nicht jeder einfach mal mir-nichts-dir-nichts am anderen der Welt herstellen kann. Das Erstarken einer Währung ist Ausdruck der wirtschaftlichen Stärke, Effizienz, und Innovationsfähigkeit einer Volkswirtschaft - und nicht ein Verhinderer davon.


    Das Predigen eines schwachen Euros für Länder wie Deutschland (wie es auch durch Frau Merkel, hier unlängst verlinkt) würde ich eine Art politisches Valium nennen - um es nicht schlicht "Volksverdummung" zu nennen. Tatsächlich glaube ich, dass es ein Hauptgrund für die Stagnation der Nettolohn- und Nettoeinkommenentwicklung in Deutschland ist.

    Die Linie der griechischen Regierung ist grösstenteils einigermassen vernünftig und vor allem rational.
    Auch wenn die ganzen neuen Vorschlagslisten, mit denen die Griechen die Institutionen zu übertölpeln versuchen, kurz das das ganze Hin und Her, etwas unwürdig wird.
    Und das Lande hat halt nichts mehr im EURO zu suchen (und hatte es ja fundamental auch nie).


    Aber das kann bzw. will Tsipras halt seinem "Publikum" nicht verkaufen.
    So wie Merkel und co. es nicht verkaufen können/wollen, dass die Griechenlandkohle (zumindest teilw.) "weg ist", also abzuschreiben gehört.

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    Original geschrieben von Timba69
    Huch, der Spiegel ist aufgewacht:


    http://www.spiegel.de/wirtscha…hen-wuerde-a-1038704.html


    Aufgewacht?


    Der Vorschlag, die EU sollte Griechenland "kolonialisieren", ist natürlich Unsinn.
    Das wollen die als souveräner Staat doch selbst nicht.


    Die Behauptung, es gebe keine allgemeine Krankenversorgung, ist Unfug.
    Wurde ja, wenn ich richtig informiert bin, erst letztes Jahr für Nicht-Versicherte ausgedehnt.
    PS: Ach ja, das schreibt übrigens auch die OECD selbst.


    Die fehlende Grundsicherung?
    Finde ich irgendwo schon ein bisschen skandalös, für einen EU-Staat
    Aber Tja, da setzt man halt wohl mehr auf die Familie und "informelle" Lösungen.
    Was soll das eigentlich den Rest Europas angehen?
    Auch als der EUR noch rollte, in Athen, wollten sie es ja offensichtlich nicht einführen.


    Ansonsten: Unsere regelmässige Dosis Putin-Totschlagargument gib uns heute!