Beiträge von Applied

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    Original geschrieben von Robert Beloe
    Ist das eigentlich ein Spezifikum reicher westlicher Wohlstandsgesellschaften, dass Menschen dort die von ihnen gewählten Parlamentarier als Volksverräter und Ratten bezeichnen?


    Denke nicht.


    Deren Spezifikum ist es wohl eher, dass die Menschen das 1. straflos sagen dürfen und/oder 2. ihre Empörung so rein verbal ausgelebt auch meist wieder gipfelt bzw. sich erschöpft.


    (was nicht heißen soll, dass sie so unrecht hätten).

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    Original geschrieben von DrMac
    Reiche Griechen nutzen häufig ein Steuerschlupfloch in Großbritannien, um sich der Besteuerung in Griechenland zu entziehen.


    http://www.swr.de/report/londo…=233454/tmgegv/index.html


    Ist mir jetzt nicht ganz klar, wo jetzt das Problem sein soll. Bzw. wo geht den Griechen da jetzt etwas verloren? Warum sollte Griechenland überhaupt ein Recht haben, diese zu besteuern? Es steht ja korrekt im Artikel:


    1. Die Leute müssen UK residents sein ("ihren Wohnsitz nach London verlegen").
    2. Es geht nur um die Besteuerung ausländischer Gewinne und Einkommen.
    3. Die Besteuerung (bzw. die remittance basis charge) fliesst ohnehin den Briten zu, nicht den Griechen.


    Wenn die Leute UK residents sind, wieso sollten Sie dann primär erstmal nicht in Grossbritannien steuerhaft sein? Wenn darunter Einkünfte aus Griechenland sind, dann sollen die Griechen halt diese besteuern. Anderswo ist es auch nicht anders.


    PS: So, der Beitrag kommt jetzt, schaue mal rein.

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    Original geschrieben von Goyale
    Eine zivilrechtliche Verjährung wäre ein sehr starkes Argument für eine völkerrechtliche Verjährung


    Die Verjährung im Völkerrecht ist nach herrschender Meinung zumindest eines: Umstritten.
    Es ist keinesfalls ein "sehr starkes" Argument in dem Sinne, dass da "ziemlich sicher" etwas verjährt wäre.


    Siehe hier beispielsweise eine Einschätzung des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags zur Zwangsanleihe (v.a. 4.2):


    http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/37432060/1/data.pdf



    PS: Last but not least würde ich - auch wenn man eine Art "Verjährung" bejaht - angesichts dessen keineswegs von einer Frist von "30 Jahren" ausgehen, nur weil diese "zufällig" so im deutschen Zivilrecht so steht. Auch nicht, wenn es im griechischen Zivilrecht zufällig ebenso viele Jahre wären. Es scheint eher eine abwägende Beurteilung im Sinne einer im jeweiligen Falle individuellen "angemessenen" Zeitdauer nötig zu sein.

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    Original geschrieben von Goyale
    Mir ist schon klar, dass z.B. deutsche Gesetze nicht in Griechenland gelten.


    Drum habe ich ja geschrieben, dass die Forderung verjährt ist, wenn in beiden Staaten eine Verjährungsregelung existiert.


    Es geht nicht darum, ob in beiden Staaten eine zivilrechtliche Verjährungsfrist existiert.
    Es geht darum, ob im Völker-/internationalen Recht überhaupt eine Verjährung existiert.


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    Original geschrieben von handyman1981
    Zwei-plus-Vier-Vertrag von 1990


    ...an dem Griechenland, wie der Name sagt, gar nicht beteiligt war?
    (Auch wenn ich die bei Wikipedia-Artikel zitierte Quelle Kempen gelesen habe, dass Griechenland diesen "konsentiert" habe)

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    Original geschrieben von handyman1981
    Ich halte es viel wahrscheinlicher,da zumal niemand der damals Vortragsanwesenden es bemerkt haben will oder sich erinnern kann,dass man aus dem Zeigefinger den Mittelfinger per Bildbearbeitung gemacht hat.


    Der Mittelfinger will auch nicht so recht zu seinem gesamten Redeablauf passen (und nicht nur den paar Sekunden,die bei GJ und auch sonst die Runde machen)


    Vielleicht haben die Vortragszuhörer es genau deswegen nicht gesehen, da es nicht zum Rest der Rede passte ;) Der Raum war ja auch dunkel, und der Mittelfinger nur Sekundenbruchteil ausgestreckt.


    Die ARD hat es verlinkt: "Der kritische Moment bei Timecode 40:30":


    https://www.youtube.com/watch?v=MEUWxNifJJ8#!


    “What … the Greek state … has done, was a crime against humanity. So I don’t defend the fact that to stay in the EURO, following the prescriptions that were coming to us by Brussels and Frankfurt and so on, my proposal was that Greece should simply announce that it is defaulting - just like Argentina did - within the EURO in january 2010 and stick the finger to Germany and say ‘well… you can now solve this problem by yourself’”.


    Und just zum “stick the finger” zeigt er dann auch tatsächlich den Finger. Meines Erachtens passt der ausgestreckte Mittelfinger hier voll (!) in den Kontext der Rede. Zumal er auch nur Sekunden vorher von einem Verbrechen gegen die Menschheit spricht. Ich glaube daher, dass - sofern die Tonspur nicht auch noch "gefälscht" wurde - er tatsächlich den Finger gezeigt hat. Und das auch - egal ob das nun unbewusst oder bewusst war - als passende gestische Untermalung seiner Rede.


    Ich sehe da aber keinen wirklichen Willen zur Beleidigung Deutschlands. Vielmehr formuliert und und gestikuliert er hier einfach etwas "derbe", aber es ist ein echtes Sachargument. Etwa als sagte ich auf deutsch: "Räumt euren Scheissdreck doch selbst auf!"



    PS: "Schlimm" finde ich an dem ganzen eigentlich eher, dass Varoufakis hier gelogen zu haben scheint.

    Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: NIBC direkt


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    Original geschrieben von BartS1975
    Soll das ein Scherz sein? Es kann doch nicht sein, dass du deine 100.000 Euro in 100.000 DM tauscht und ich meine 100.000 Euro in 200.000 DM.


    Richtig. Dann würde aber alles zum "gleichen" Kurs umgetauscht. Und nicht zu einem festen Kurs.


    Ein "fester" Kurs ist einer, der sich in der Zeit nicht verändert (Begriff der "festen Wechselkurse") - ich denke, das war das Missverständnis hier.


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    Original geschrieben von BartS1975
    Es würde genauso laufen wie bei der Euro-Einführung, nur umgekehrt.


    Bei der EURO-Einführung (und damit meine ich nicht die etwas spätere Bargeldeinführung) wurde ein fester Wechselkurs von DM zu EUR definiert, welcher sich dann über die Zeit nicht veränderte.

    Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: NIBC direkt


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    Original geschrieben von BartS1975
    Wie soll das gehen? Den Euro gibt es nach dem Währungsumstellungs-Stichtag doch gar nicht mehr.


    Wie kann der Kurs dann "fest" sein, wenn es die Bezugsgrösse (EURO) gar nicht mehr gibt? :confused:


    Und natürlich wird's den EURO ja rechnerisch weiter geben. Denn mal konkret gefragt: Was mit passiert dann beispielsweise mit Staatsschulden, sagen wir in einer Staatsanleihe in EUR? Die Verpflichtungen lösen sich ja nicht einfach auf, sondern laufen noch - teils Jahrzehnte - weiter.

    Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: Re: NIBC direkt


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    Original geschrieben von paul_k_9
    Ihm ging es ursprünglich um Währungsspekulation wenn ich ihn richtig verstanden habe. Wenn ich ein Papier nehme, dessen Kurs in $ "gemacht" wird und das auf dem $ Markt steigt erziele ich, bei fallendem Euro, neben dem Währungsgewinn noch den, den das Papier auf dem Heimatmarkt macht


    Spielt es wirklich eine Rolle, wo "der Kurs gemacht wird"? ;)


    Wenn ich das Papier in USD verkaufe, dann erziele ich den Währungsgewinn prinzipiell ganz genauso.
    Da kann der Kurs auch gerne auch in Europa "gemacht werden".
    Ich könnte das Papier sogar in EUR kaufen und in EUR wieder verkaufen und es würde nichts ändern.
    Anders formuliert:


    Es ist prinzipiell völlig egal, wo ich in welcher Währung ich kaufe.


    Klar, durch Kauf amerikanischer Aktien wird man vermutlich bei den meisten dieser Aktien bei fallendem EUR einen positiven Währungseffekt haben. Muss aber nicht zwingend so sein. Die Firma könnte sich ja auch gegen Wechselkursveränderungen abgesichert haben. Sie könnte aber auch eine konkrete "Position" im Hinblick auf die Wechselkursentwicklung eingenommen haben und beispielsweise bei steigendem Dollar Verluste machen (und bei manchen gerade Banken und Investmentfirmen wird das auch so sein).


    Entscheidend ist, wo die Firma ihre Umsätze bzw. Gewinne erzielt, und wie sich Wechselkursveränderungen auf diese auswirken.


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    Original geschrieben von paul_k_9
    Man kann natürlich, den passenden Broker vorausgesetzt, auch von D aus an der NYSE kaufen und verkaufen und anschliessend in Euro wandeln hat dabei aber ungleich höhere Gebühren, wie du bereits anmerktest.


    Würde ich so gar nicht sagen.
    Man kann an der NYSE problemlos für 5 EUR traden (für einen Trade mit fünfstelligem EUR- bzw. Dollarvolumen).


    Zugegeben, das sind dann halt vermutlich eher nicht die hier im Thread immer wieder kursierenden einschlägig verdächtigen Broker mit den grossen Marketingbudgets, die die Kohle in schöner Regelmässigkeit mit entsprechenden Neukunden-, Kunde-wirbt-Kunde- und Übertragungsaktionen raushauen. ;) Manchmal denke ich mir ja schon, dass die Threadüberschrift eher "...mit guten Kundenwerbungsaktionen" heissen müsste - und wünschte mir insgeheim einen Thread "Banken mit guten Konditionen".


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    Original geschrieben von seby
    Was würde denn (im zwar unwahrscheinlichen, aber doch möglichen) Fall passieren, dass es den Euro irgendwann nicht mehr gibt. Würde man dann die in Euro gekauften Papiere weiterhin besitzen, oder wären die dann wertlos? Ein Umtausch in die USD-Pendants ist ja m.W. nicht möglich?


    Auch hier: Zumindest bei Aktien ist es prinzipiell egal, in welcher Währung du gekauft hast. Vereinfacht gesagt: Diese stellen ja einen Firmenanteil dar. Dir "gehört" quasi ein gewisser Teil der betreffenden Gesellschaft. Wenn es eine neue Währung gibt, dann werden halt die (Börsen-) Handelspreise für deinen Firmenanteil in dieser neuen Währung angegeben. Einfach eine "technische Umstellung". Das ist alles (Im Prinzip jedenfalls. Alles andere wären Feinheiten)


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    Original geschrieben von BartS1975
    Wenn der Euro abgeschafft würde, würde es Nachfolgewährungen mit einem festen Umtauschkurs geben.


    Wieso soll der Umtauschkurs "fest" sein? Wenn alle Nachfolgewährungen einen solchen festen Umtauschkurs zum EUR haben, müsste dann nicht auch das Umtauschverhältnis von Neuer Griechischer Drachme zur Neudeutschmark konstant sein und bleiben? ;)