Hallo zusammen,
interessante Diskussion. Und man sieht doch immer wieder, dass Alkohol verharmlost wird. Das Problem bei Alkohol, dass der Schritt vom Genußtrinker zum Alkoholiker kein Fixpunkt ist "so, ab jetzt bin ich Alki". Sondern der Weg ist schleichend und kann sich über Jahre hinziehen. Folgen für die Gesundheit oder die Arbeit oder das soziale Umfeld stellen sich auch nicht sofort ein.
Gerade jemand, der jeden Abend ein Bier trinkt, ist doch schon Alkoholiker. Und wenn dann noch der Spruch kommt "Ich kann jederzeit aufhören" ist es zu spät. Wenn ich mich schon selbst beruhigen muß um noch zu trinken, dann weiß ich doch schon lange, dass was im Argen liegt. Und warum hört derjenige nicht auf? Weil es dazu gehört, weil es beim einschlafen hilft, weil ich dann locker drauf bin, weil ich dann besser tanze, weil ich dann mehr Frauen kennenlerne, etc pp. Immer die gleiche Leier, immer die gleichen Ausreden. In dem Moment wo ich meinen Alkoholkonsum begründen muß, oder Gründe suche, sollte ich mir echt mal Gedanken machen.
Alkohol gehört zu sehr zum gesellschaftlichen Leben dazu. Es ist auch fast durchgehend positiv besetzt. Jemand der viel trinken kann "verträgt ne Menge" oder "haut was weg" - hat Stehvermögen. Warum?
Natürlich wird man nicht einfach so Alkoholiker. Es spielen immer andere Gründe eine Rolle. Ich habe in einer Entzugsklinik (da wurden wir von unserem Ausbildungsbetrieb zur Präventation hingeschickt) eine Frau kennengelernt, die ist Alkoholikerin geworden, weil sie anfangs mit ihrer Freundin ein Glas Sekt getrunken hat, bevor sie weggegangen sind. Dann waren sie besser drauf und hatten mehr Spaß. Aus dem Glas wurde ein Piccolo, eine Flasche. Später ging sie dann garnicht mehr aus dem Haus ohne was zu trinken - Pegeltrinkerin.
Ich hab leidvolle Erfahrungen mit Alkoholikern gemacht. Aus dem nächsten Verwandten und Bekanntenkreis. Und alkoholkranke Eltern schaden ihren Kindern ernorm. Nicht unbedingt durch körperliche Gewalt, weil sie sich im Suff nicht im Griff haben. Sondern psychisch. Eine gute Seite zu dem Thema ist A-Connect .
Ein Werbeverbot wäre zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung. Und eine 0-Promille Grenze ideal. Wer abends nicht weggehen kann ohne sein obligatorisches Bier zu trinken, hat eh ein Problem.
bastian