Beiträge von dw4817

    DSlite beschreibt ein Anschluss der bei IPv4 hinter Carrier-Grade-NAT steht, aber über IPv6 öffentliche IP adressen zugeteilt bekommt. DSlite ist auch das was du aktell bei o2 Mobilfunk bekommst, wenn IPv6 frei geschaltet wird.

    Von den Begrifflichkeiten her stimmt das nicht ganz (macht von der Wirkung her aber keinen Unterschied):


    DS-Lite ("Dual-Stack-Lite") bedeutet eigentlich, dass zwischen dem heimischen Router und einem AFTR ("Address Family Transition Router") nur noch IPv6 gesprochen wird, der IPv4-Traffic wird also über IPv6 getunnelt. (Vorteil für den Provider: Er muss im Access-Netz nur noch IPv6 maintainen.)

    I.d.R. wird auf dem AFTR dabei auch gleich noch CG-NAT ("Carrier-Grade-NAT") gemacht. (Vorteil für den Provider: Er kann IPv4-Adressen sparen.)


    Im Mobilfunk hat man hingegen (nun endlich bei allen Anbietern) i.d.R. Dual-Stack am Endgerät (weil IPv4 nicht zu einem AFTR getunnelt wird sondern weiterhin native abgewickelt wird) aber trotzdem CG-NAT für IPv4 auf dem Service-Gateway. (Ausnahmen: Telekom mit IPv6-only per NAT64+DNS64 bzw. 464XLAT.)


    Von der Wirkung her aber bei allen Varianten gleich: IPv4 ist von Außen nicht erreichbar.


    Dass die IPv6-Adressen bei (vorwiegend) Volumentarifen ebenfalls von Außen nicht erreichbar sind, kann ich verstehen, sonst wäre jede Volumenabrechnung "angreifbar", weil das Volumen durch nicht vom Kunden initiierten Traffic verbraucht worden sein könnte.

    Zukunft... Was heißt hier Zukunft? In einem halben Jahr, in 2 Jahren, in 10 Jahren?

    Irgendwann.

    - Wenn der AFTR oder das CG-NAT-Gateway des eigenen ISPs vor lauter States "absaufen" und daher nur noch kurzlebige TCP-Connections brauchbar funktionieren.

    - Wenn dem eigenen ISP oder dessen Transit-ISPs die Full-Routing-Table mangels Aggregation voll läuft und dann plötzlich weite Teile des IPv4-Internets nicht mehr erreichbar sind (IPv6 läßt sich viel besser aggregieren als IPv4).

    - Wenn der erste relevantere Dienst sich sagt: Wir machen jetzt IPv6-only, das halbiert unseren IP-Wartungsaufwand.


    Mein Internetaschluss Zuhause hat auch "nur" eine IPv4-Adresse, und ich vermisse offen gesagt nichts.

    Wieso wundert mich das nicht? Egal, macht ja nichts, Du musst es ja nicht benutzen.

    https://ipv6-test.com/


    Ipv6 jetzt offensichtlich im TEF Mobilfunk verfügbar!

    Das ist es schon seit einigen Wochen und soll schrittweise bis Mitte Juni für alle Kunden freigeschaltet werden.


    Welchen Vorteil hat das?

    Der (noch) größere Vorteil: Dein Datenverkehr zu Dualstack-Zielen (also Dienste, die sowohl per IPv4 und IPv6 erreichbar sind) müssen nicht mehr durch das CG-NAT. "Überfüllte" CG-NAT-Gateways können sicht schlecht auf die "user experience" auswirken (höhere Latenzen, früh austimende States die zu Verbindungsverlusten führen).


    Der (noch) kleinere Vorteil: Nun lassen sich auch IPv6-only-Ziele damit erreichen. Das ist für öffentliche Dienste (noch) nicht relevant, aber die von anderen angesprochenen Kabel-Anschlüsse z.B. sind IPv6-only. Einiges meiner Serverlandschaft habe ich seit Jahren defacto nur noch IPv6-only betrieben (und andere nicht-öffentliche Dienste gehen auch dazu über, um IPv4-Adressen zu sparen).

    Die Sektornummern laut Cellmapper deuten ja darauf hin, dass da 5G auch läuft. Vermutlich dann auf 700 MHz.

    Die neuen Sektornummern sind primär ein Indiz für SRAN, das meist aber nicht immer mit 5G kommt. Die meisten MRTs, die in den letzten Monaten aufgetaucht sind, haben die neuen Sektornummern aber kein 5G.

    Vom Winkel des RiFu würde ich als Gegenstelle fast Oberpframmern-Schlacht meinen, alternativ Glonn.

    Oberpframmern-Schlacht dürfte passen, das ist ja auch ein Richtfunkverteiler.


    Und wenn Du Lust hast, Dir einen weiteren "Exoten" in unserer Region anzusehen und demnächst mal in Tacherting-Lengloh vorbei kommst: Dort steht zwar kein MRT aber dennoch eindeutig eine sehr temporäre Konstruktion.

    Bei 2G und 3G scheint das auch kein Problem zu sein, weil eine 2G oder 3G-Zelle nie das komplette Spektrum eines Bandes nutzt.

    2G verwendet je Sender individuelle Kanäle um "Überlappungen" mit Nachbarn zu vermeiden.


    3G verwendet aber bereits den gesamten Bereich je Träger (Stichwort Gleichwellennetzwerk) und es ist auch nicht so, dass sich die Träger "abwechseln", sondern der 1. Träger (derzeit UARFCN 10737) an allen 3G-Sendern verwendet wird und die weiteren Träger bei Bedarf dazu genommen werden (sofern nicht L21 läuft, dann ist kein Platz mehr für weitere Träger).


    4G ist dahingehend sogar etwas robuster als 3G, weil der einzelne Träger in viele Subträger unterteilt wird und in der Kommunikation zwischen Basis und Endgerät einzelne Subträger "ausgeblendet" werden, wenn darüber zu viele Störung (durch Nachbarn, Reflektionen, etc.) auftreten.


    Ich vermute, dass es Dir insbesondere um den Fall der beiden sich überlappenden B20-Schnellausbauten geht, mit dem nun schlechteren SINR dort, wo sich die beiden für Dich relevanten Sektoren "kreuzen". Evtl. fehlt da noch etwas Feinabstimmung. Wie lange ist der 2. B20 denn schon aktiv?