Beiträge von iStephan

    Hallo Axelchen,


    hast du diese durchaus interessanten Bündel-Angebote zufällig auch schonmal mit was anderem zusammen gesehen als mit Congstar? Es ist mehr eine reine Geschmacksfrage, ich finde halt Congstar relativ garstig im Handling, Look-and-feel :D
    Ansonsten wäre das eine relativ "einfache umständliche Art" eine bereits vorhandene T-Mobile / Telekom Xtra mit 10 Euro Mitteleinsatz für 15 Euro aufzuladen (wenn man den Tankgutschein für Shopware namens Aufladebon einsetzt.) Zwar nicht so sparsam wie die verflossenen 6 Euro WM-Guthabenkarten, doch mit "Hebel" Ertrag:Aufwand = 1,5:1. Dann muss man sich nur noch fragen wie man die Congstar - oder besser andere ? - SIM die man jetzt zusätzlich an der Backe hat möglichst effizient leert und kündigt ..... ohne dass der Verkäufer was zurückfordert ..... :o


    viele Grüße
    St.


    EDIT: willi999, ich nehme mal stark an dass es Congstar Prepaid ist und bei aufgezehrtem nicht nachgeladenen Guthaben nichts zu veranlassen ist wenn du nicht nachzuladen gedenkst. aber ich sah bei solchen Angeboten öfters, dass der Verkäufer die Dreingabe - z.b. USB-Speichersticks o. ä. zurückfordert, wenn sich seine Provision in Luft auflöste / storniert wurde weil der Kunde innerhalb zwei Monaten die Prepaid-karte des zugrundeliegenden Geschäfts gekündigt hat . Daher der Tipp, wenn schon kündigen dann nicht zu früh ... und wer weiss, vielleicht braucht man die Prepaidkarte ja doch mal zu was vernünftigem.

    Zitat

    Original geschrieben von bungee1
    Heisst also im Umkehrschluss um bei den Pfandbons zu bleiben: Ich soll meinen Einwegpfand nicht mehr zum Lidl bringen sondern aus dem Fenster schmeißen in der Hoffnung ein Bedürftiger räumt den Kram für sein Gutes dann weg?


    Aaaaaha.


    Gruß bungee1


    Niemand hat gesagt du sollst aktiv die Umwelt verschmutzen um zu helfen. Versuche nicht polemisch mir das Wort im Mund umzudrehen. :rolleyes:


    Aber du sollst nicht aktive Schritte unternehmen, das Pfand den Armen wegzunehmen, wenn du einen Pfandbehälter irgendwo vergessen / liegengelassen hast.


    Wenn du ihn irgendwo vergessen hast, gehört er gewissermaßen bereits den Armen, und erst wenn du anfängst aktiv Energie aufzuwenden z.B. weil es dir nochmal eingefallen ist auf dem Weg zum Parkplatz nochmal umzukehren und ihn wieder mitzunehmen, oder wenn du anfängst "das Feld 100% komplett ratzeputz abzuernten" indem du daheim einen Behälter aufstellst für diese Pfanddosen etc., den du vorher nicht hattest, dann nimmst du den Armen etwas weg, was ihnen von Gott wegen bereits gehört hat.


    Das Konzept der Feldecke ist vielmehr ein volkswirtschaftlich fundiertes, auch wenn es im Gewand der Religion daherkommt.

    ich sprach in Bezug hierauf von indirekt.


    Vieles am menschlichen Verhalten läuft indirekt ab, auch wenn die meisten Menschen es aus Prestigegründen (zunächst) ablehnen, dies anzuerkennen.
    darauf fusst die gesamte moderne Psychologie seit Sigmund Freud sowie das moderne Marketing nebst Werbung.


    Sicherlich nutzt es keinem Armen wenn du einen Pfandbon aus dem Automaten gezogen hast und verbrennst.


    Aber entscheidend ist die unbewusste Auswirkung auf das Publikum in seiner Gesamtheit:
    Wenn ich "weiss" oder vielmehr glaube zu wissen oder mir einbilde dass das Geld "garantiert" Bedürftigen zugute kommt, wenn ich am Lidl-Automat auf "Spenden" drücke, dann werde ich unbewusst auch sonst im Alltag darauf achten, meine leere Wasserflasche nicht mehr in der Eisenbahn im Abteil zurückzulassen oder die Limo-Flasche nicht mehr auf der Parkbank zurücklassen oder in einen (offenen) Abfallbehälter werfen, sondern ich werde mein Verhalten schleichend so straffen, dass ich vermehrt diese Pfandbehälter bei Lidl abgebe.


    Genau dann , wenn das Verhalten auch an anderen Stellen mittelbar sich verändert, also indirekt, setzt der Schaden für die Armen ein.


    Ebenso wird die Budgetwirkung eines gefüllten Geldbeutels geringer, wenn ich an der Supermarktkasse kein Kupfergeld mehr herausbekomme weil ich ja "Aufrunden " gesagt habe. Es ist noch augenfälliger, wenn man im gedachten Beispiel kurz danach an der Toilettenfrau des Einkaufszentrums vorbeigeht, der man früher vielleicht auch die Kupfermünzen mit aufs Tablett gelegt hätte. Dann hat man vielleicht nur noch ganze Euros im Geldbeutel , und diese stehen dann im verschärften Wettbewerb mit den eigenen Konsumbedürfnissen, sodass für die Toilettenfrau (oder den Toilettenmann) im Einkaufszentrum auch nix mehr abfällt - oder weniger.
    Letztgenannten Effekt würden Volkswirte vermutlich Budget- oder Einkommenseffekt nennen - bildhaft gesprochen, Leuten die bereits an der Supermarktkasse "aufgerundet" haben, denen sitzt das Geld nicht mehr so locker .

    Zitat

    Original geschrieben von frank_aus_wedau
    Die Idee halte ich gar nicht für schlecht - dennoch bin ich dagegen.


    Es gibt auch in D viele Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Die Aktion "Aufrunden bitte" halte ich durchaus für geeinget, Betroffene, denen ein stetiges aufrunden schwer fällt, sozialem Druck auszusetzen. Steht man in einer Schlange mit Nachbarn, halte eine eine unerwünschte Einwirkung auf sozial Schwächere definitiv für möglich. Und dadurch wäre in meinen Augen die Grenze des Erträglichen überschritten.


    Ich persönlich spreche mich ausdrücklich dagegen aus und werde - sollte ich an der Kasse darauf angesprochen werden - auch die passenden Worte finden.
    Frankie



    Danke für die klaren Worte!
    Es wird wieder nur in die sozial schwachen hineinregiert.
    Es macht einen großen Unterschied, ob einer an die Haustüren geht und nach dem Bibelwort "klopft, und es wird ihm aufgetan" oder ob er "bittet, und ihm wird gegeben", oder ob er "klopft und er wird barsch an bereits bestehende Hilfsangebote" verwiesen, wo ihm Sozialpädagogen ohne wirklich anzusehen was los ist, den Marsch blasen wo es lang geht.


    Die Pfandautomaten von LIDL und EDEKA sind ebenfalls die Spitze des Eisbergs einer schädlichen Entwicklung, die die menschliche Autonomie von (doch allzuoft) unverschuldet in Not geratenen Menschen untergräbt.


    Der von Frankie erwähnte "soziale Druck" / "Soziale Kontrolle" in Warteschlangen führt ja geradezu zum Zwangs-Outing Betroffener in der Öffentlichkeit.


    Oft dienen die "Hilfsprojekte" hauptsächlich dem Ego, der Selbstdarstellung der "Zugpferde". Wenn ich Til Schweiger schon höre, *kotz*.


    Die Pfandautomaten wo man den Pfandbon in eine Box stopfen muss, Edeka, oder wo der Automat das Pfand gleich auffrisst, haben den Nebeneffekt, dass die Öffentlichkeit meint, etwas für Arme tun zu können (Gewissen beruhigen.) Womöglich werden dann weniger Pfandbehälter im öffentlichen Raum zurückgelassen die die Betroffenen dann nicht mehr selber = autonom auflesen können.


    Dem möchte ich den Ethik-Begriff der Bibel entgegenstellen, der genau entgegengesetzt die menschliche Würde und damit auch die Autonomie der Armen wahren möchte!
    Das Beispiel der Feldecke illustriert das. Wikipedia zur "Feldecke"


    So wie ich das verstanden habe: Jeder Bauer (in heutiger Sprache: Reicher, Eigentümer, Grundbesitzer, Geld-Inhaber) sollte da , wo er die Natur / den Wirtschaftskreislauf ausbeutet, eine Ecke stehen lassen - nicht bis zum Äussersten gehen, ein Zehntel der Getreidehalme (Weizen, Brot, ... sogar Geld) stehen lassen für die Armen die nachts kommen dürfen und - unter eigener körperlicher Leistung die ihnen verblieben ist - den Rest abernten dürfen! In heutiger Sprache: nicht den Markt auspressen bis nichts mehr übrig bleibt. Verzicht auf das oberste Quantil der Grenzerträge..


    Der Grundgedanke der Feldecke wird heutzutage mit immer neuen Erfindungen des Sozial-Biotops gründlich mit Füßen getreten.


    PFandbons angeblich Spendenzwecken zuzuführen bedeutet, das Geld kommt Sozialpädagogen zugute, die dann neue Macht haben als Verteiler von Wohltaten :rolleyes:


    Das frühere Konzept bedeutete dagegen: Nicht das Letzte herausquetschen, Demut und Achtung vor dem Leiden anderer zeigen.


    Sowohl die Aktion "deutschland rundet auf" als auch die Pfand-Spende-Systeme sind durch und durch egoistisch strukturiert und schaden dem sozialen Klima.


    An einer bayerischen Uni gibt es eine Aktion, wo Pfandflaschen aus Cafeterien gesammelt werden und gebündelt abgegeben und das Geld in einer Spendenbürokratie zusammenläuft. Auch dies hat eine Verknappung freier Barmherzigkeit zur Folge;
    es ist nur ein egoistischer Vorwand, zu behaupten es sei für die Armen "entwürdigend" in einen Abfalleimer zu greifen zwecks Pfandflaschen - in Wahrheit ist es entwürdigend wenn er das nicht mehr kann, weil White collar people ihm auch noch diese Grundlage entzogen haben.


    Wie gesagt: Mit den althergebrachten ethischen Grundsätzen des Abendlandes sind diese "Spendenangebote" völlig unvereinbar!


    Viel schwieriger ist es, den konkreten Bitten eines Armen konkret und korrekt zu begegnen. viel leichter ist es, ohne diese zu fragen irgendwelchen Zielgruppen in der Dritten Welt "Hilfsprogramme" überzubraten, - siehe Ulrich Wickert und seine Mädchenkampagnen, *kotz* - weil man dann als Befehlsgeber was gemacht wird auftritt.


    Es geht um die Erkenntnis, dass man den Armen letztlich nur durch die Unterlassung von etwas ethisch Bösen (= alles abernten, Pfandbons monopolisieren und indirekt Pfand verknappen; Pfandbehälter den Armen wegnehmen indem sie organisiert gesammelt werden; Kleingeld-Münzen aus den Portemonnaies wegnehmen damit sie in der Fussgängerzone keinen Bettlern und Musikern mehr gespendet werden können ... und und und) helfen kann; das "Gutes" in Form von unerbetenen Gaben die an anderer Stelle mit untergrabener Autonomie und Unterwerfung verknüpft sind gar kein "Gutes" sein kann vom ethischen Standpunkt aus.