ZitatOriginal geschrieben von frank_aus_wedau
Das gab es in der Tat. Soweit ich weiß - und da bin ich mir ziemlich sicher - sind diese Reseve-DM-Scheine längst geschreddert. Das Vorhalten dieser Banknoten an einem hochgeheimen Ort (der längst nicht mehr geheim und geräumt ist) war ein Relikt des Kalten Krieges.
Rechtlich gesehen war der Herausgeber der damaligen Ersatzwährung die Regierung und nicht die Bundesbank.
Herausgeber von Euromünzen sind auch heute teilweise die nationalen Regierungen weswegen es auch abweichende Euro-Nominale (Gedenkmünzen) gibt die nicht europaweit als Währung anerkannt sind.
Im Falle eines Falles, wäre das wieder genauso wie damals, dass zunächst die Regierung selbst als Herausgeber fungiert. Die Bundesbank ist mit dem EZB-System bereits zu stark verflochten als dass eine Wiedereinführung einer nationalen Währung "auf die Schnelle" von der BB gemacht werden könnte (?).
Die damalige Ersatzwährung waren keine Banknoten, die Bezeichnung "Bundeskassenscheine" (nicht Bundes-Kassenscheine sondern Bundeskassen-Scheine) deutet mehr auf eine Scheck- oder Schuldschein-ähnliche Konstruktion hin.
ZitatSorgsam wie die Deutschen sind (in anderen Ländern gab es das m.W. nicht), hatten sie für den Fall, dass der "böse Ostblock" die Bundesrepublik mit Millionen an gefälschten DM-Scheinen überschwemmt (über die Mittel zu deren Herstellung verfügten u.a. KGB und Securitate), eine Reserve-Währung vorgehálten,
Sorgsam? Vielleicht einfach geschichtsbewusst - man traute dem "bösen Feind" jenseits des eisernen Vorhangs die eigene monetäre Schlechtigkeit zu - schliesslich soll Deutschland im WK II massenhaft Pfund-Noten gefälscht und über Großbrittannien abgeworfen haben ...
Zitatdie m.W. sogar einmal gegen neue Scheine ausgetauscht wurde.
Aha! wer sagt uns denn, dass bei der letzten Schredder-Aktion nicht wieder eine neue Serie in den Tresoren nachbestückt wurde?
Zitat
Ich halte die Information, diese Scheine seien nach Beendigung des Kalten Kriegs spätestens in den 1990er Jahren geschreddert worden, für glaubhaft. Oder existieren neuere Erkenntnisse?
Frankie
Diese Information wurde tatsächlich verbreitet, ob sie stimmt ist eine andere Frage.
Und die Frage, ob jetzt noch, wieder oder überhaupt DM-ähnliche Ersatzwährungsscheine vorhanden sind, ist absolut zweitrangig, da die derzeitigen Druckereikapazitäten etc. auch einen kurzfristigen Vorlauf von ca. 1 Woche bis zu einer Währungsreform ermöglichen würden, notfalls lässt man in Finnland oder sonstwo drucken. Und bei so einer kurzfristigen Angelegenheit liesse sich das langsame Durchsickern von Informationen auch gut verhindern.
Das Bargeldhandling ist nur ein Aspekt von vielen , der Grossteil des Geldumlaufs ist ohnehin unbar und somit eine reine Softwarefrage - die Fähigkeit mit mehreren Währungen umzugehen dürfte in der Softwarelandschaft fest verankert sein.
