Die ökonomische Erläuterung der Kontoschließungsprämie nebst Bewertung als wettbewerbseinschränkend gibt es erst seit 10 Minuten ![]()
Beiträge von iStephan
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Comdirect Girokonto Werbung

Zuletzt machte im Sommer nicht die Comdirect sondern die Commerzbank auf TT von sich reden, bei der Telefonica-Werbeaktion:
http://www.telefon-treff.de/sh…ostid=5606048#post5606048Nun scheint es eine ähnliche Aktion eben der Comdirect zu geben.
Dabei werden 10000 Payback-Punkte demjenigen versprochen der alle Bedingungen erfüllt.
Diese setzen sich zusammen aus:
- Aktivitätsprämie für eine bestimmte Dichte an Buchungen pro Monat / Zeitraum;
- Kontoeröffnung als solche
- Kontowechsel
(Prämie bei Nichtmögen lass ich mal weg auszuführen, da das eher hypothetisch ist.)Der letzte Punkt "Kontowechsel" hat es in sich. Denn hier ist nicht nur gefordert, dass man sein Gehaltskonto zur Comdirect hin verlegt, also einen positiven Sachverhalt schafft,
sondern auch negativ,dass man eine Schließung des bisherigen Gehaltskontos bei einem anderen Kreditinstitut veranlasst. Hier wird also recht unverblümt anderen Kreditinstituten ein Kunde "weggenommen" wo bislang auch friedliche Koexistenz möglich gewesen wäre.Dieser Punkt hat das Zeug, den Markt aufzurollen. Wer - biblisch gesprochen - um eines Linsengerichts (Paybackpunkte) willen sein "Erstgeburtsrecht" nämlich mehr als 1 Konto bzw. ein zusätzliches bei einer anderen Bank (vielleicht mit attraktiven Alt-Konditionen) haben zu können, (teilweise) preisgibt, verliert ja Wahlmöglichkeiten und wenn es später mal zu Preiserhöhungsrunden kommt, hat man als Kunde weniger Wahlmöglichkeit und muss vielleicht höhere Preise "schlucken".
Hier wird gezielt die Preiselastizität der Nachfrage des Kunden verschlechtert / in diese eingegriffen, indem man ihn dazu bringt
das Substitutionsgut "Zweitkonto" aufzugeben, um ihn nämlich später umso besser ausquetschen zu können.
:mad:(Das Konzept vom Substitutionsgut ist wichtig um die möglichkeit preiselastischen Verhaltens bzw. Ausweichreaktion des Konsumenten zu verstehen.)
Ein sehr attraktives Konto also - für die Bank!
wo ist Herbert? Heeeeer - berrrt!!
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Sehr schön, danke

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Sehr interessanter Hinweis, danke. - ohne den Artikel schon gelesen zu haben, bekunde ich meine (noch) fortdauernde Sympathie für iTAN und meine Antipathie gegenüber mit dem Konto fest verdongelten Smartphones. In einem anderen Thread auf TT wird aktuell darüber diskutiert, wie abträglich die Verdongelung (Zwangs-Koppelung) von Flatrate, VoIP-Anschluss und DSL für den Kunden doch sein kann. So auch hier!
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ZitatAlles anzeigen
Original geschrieben von lisari
Goyale:Es handelt sich um (zugegeben) überspitzte Beispiele. Ich brauchte und brauche nie einen Kontokorrent. Ich rede auch nicht von in die Scheinselbstständigkeit gezwungenen Fleischzerlegern o.ä.
Mir geht es um eine durchaus sachliche (nicht einzelfallbezogene) Betrachtung der Kundenorientierung. Gefühlt 387 Banken inkl. Direktbanken wollen die von mir genannten zwei Zielgruppen bedienen und versuchen mit immer neuen Investitionen in Marketingmaßnahmen, sich gegenseitig diese Zielgruppen abzuwerben.
Mit einem Bruchteil der Marketingmittel könnte man einen etwas kleineren Markt bedienen, auf dem fast keine Konkurrenz herrscht und wo überwiegend Gutverdiener unterwegs sind, die man als Kunden ziemlich leicht gewinnen kann. Dort sind auch kaum Prämienabgreifer unterwegs. Aber es würde halt für die Bank eine etwas andere Art der Organisation/Verwaltung mit möglicherweise etwas anderem Arbeitsaufwand pro Kunde bedeuten, den man (natürlich) in die Produkte einpreist. Man müsste die Betrachtungsweise anpassen und die BWAs und Kontoauszüge anders lesen.
Dazu wäre natürlich Voraussetzung, dass man einen Selbstständigen erstmal als Gutverdiener und als potentiellen Kunden betrachtet (was in den meisten mir bekannten anderen Ländern durchaus so ist, dort ist man als langjährig Selbstständiger jemand, der "es zu etwas gebracht hat").
Deutsche Banker meinen offenbar, wer als Selbstständiger keine Angestellten hat, habe keine "richtige" Arbeit gefunden und sich deshalb "notgedrungen" selbstständig gemacht, "wurstelt sich irgendwie durch".
Wer jedoch jahrelang selbstständig ist, verdient meist sehr gut. (Die "armen Würstchen" sind nie lange selbstständig.)
Wenn ich die Wahl hätte, mit 387 Konkurrenten um 40 Mio. Kunden mit großem Aufwand zu kämpfen, oder fast der einzige am Markt zu sein, der 3 Mio. gut verdienende Kunden exklusiv bedient, fiele mir die Chancenabwägung leicht.
Möglicherweise finden derartige Marktanalysen gar nicht statt, evtl. werden dabei nur Zielgruppe 1 und 2 analysiert. Dann ist es kein Wunder, dass andere Zielgruppen gar nicht "ins Visier gelangen". Das wäre in der Tat eine Erklärung.
Gruß
LisaHallo Lisa,
ich habe mir erlaubt, deine Brandrede in voller Länge nochmals zu zitieren, weil sie sehr auf den Punkt gebracht ist und den Finger in die Wunde der Kreditwirtschaft legt!Das Problem scheint mittlerweile im Bankensektor durchaus bekannt zu sein, Bewusstsein dafür und auch guter Wille ist wohl vorhanden. Dazu ist mir folgende Presseerklärung der ehem. Netbank (nun: Marke Augsburger Aktienbank AAB) in die Finger gekommen:
ZitatOriginal verlautbart von Peer Teske, netbank-Vorstand Marketing und Vertrieb
„Gut vier Millionen Menschen in Deutschland gehen einer selbständigen Tätigkeit nach. Eine relevante Zielgruppe, die für ihre Tätigkeit moderne und einfache Bankdienstleistungen benötigen, es jedoch traditionell bei Banken schwer haben. Das werden wir in Kürze ändern“, erklärt Vorstand Peer Teske.
Quelle: Pressemitteilung 11.6.2015Das liest sich wie eine Kurzform deiner Brandrede!
Davon dass jetzt ca. 3,5 Millionen kontolose Selbständige mit wehenden Fahnen zur Netbank übergelaufen sind, habe ich jedoch noch nichts gehört ....
Vielmehr dümpelte die Netbank mit Kundenzahl herum die eine Größenordnung tiefer anzusetzen wäre, bei laut Geschäftsbericht 2014 (zitiert nach Wikipedia als grobe Orientierung vielleicht tauglich) 154497 Kunden. Wenn sich das nun um über 3 Millionen erweitert hätte, hätte man gewiss davon gehört. Der Stein der Weisen ist in diesem Sektor wohl immer noch nicht gefunden.
offenbar sind die von dir skizzierten organisatorischen Änderungen noch gar nicht im Bankensektor angekommen um dieser Zielgruppe wirklich gerecht zu werden. dazu passt auch nicht ganz, dass einer anderen Studie zufolge Unternehmer gar keinen Wert auf viel Beratung legen würden.
:o
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Zitat
Original geschrieben von JRDA
Erst nachdem man das Formular ausgefüllt hat, oder?
https://www.meineschufa.de/dow…att-DU-Antrag-deutsch.pdfDein Link funktioniert leider nicht!

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Sorgen mit dem Portierungsentgelt traten gehäuft auf, als die Firma Telogic (ehemals Vistream) und mit ihr das geschätzte Solomo pleite gingen.
Ärger löste es aus - wenngleich es insolvenztypisch war - dass man an sich vorhandenes (aber insolventerweise vom Anbieter abgefrühstücktes) SIM-Kartenguthaben nicht zur Portierung einsetzen konnte, sondern extra in voller Höhe einzahlen musste.
Bei Blau (Prepaid) ist es nun so, dass zumindest lange Zeit von Beginn an das Portierungsentgelt extra überwiesen werden musste und nicht mit etwaigem Guthaben verrechnet werden konnte.
Simyo war in dieser Hinsicht "regulärer" und mauserte sich daher zu einem bei TT'lern beliebten Rufnummernparkhaus.
Im europaweiten Vergleich ist das anbieterübergreifend übliche "Portierungsentgelt" in Deutschland mehr oder weniger einsame Spitze :flop:
Auf Wikipedia gibt es hierzu eine Liste, die im alten Telogic-Thread hier auf TT nochmals aufbereitet wurde.
25 bis 30 Euro für einen trivialen Vorgang (Knöpfchendrücken...) sind schon sehr happig und behindern Kunden beim Wechsel, sollen vielleicht auch abschreckend wirken. Und wenn sich Leute dadurch abschrecken lassen, nehmen sie auch sonst höhere Preise hin.. :o :confused: :eek:
Wenn man bedenkt dass laut (inzw. nicht mehr ganz aktueller) Zahlen von Mobilfunk-Anbietern Prepaid-Kundschaft ca. 6 Euro im Schnitt pro Monat vertelefonierte, wird hier sozusagen zum Abschied noch ein "goldener Handschlag" dem Kunden aus dem Geldbeutel geleiert, der dem Umsatz weiterer ca. 5 Monate entspricht. Und das , wo der Kunde oft seinem Anbieter gerade kein Geld mehr geben will und den Rücken kehrt, weil er unzufrieden war.
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Zitat
Original geschrieben von rmol
Wer der PoBa persönlich die Meinung geigen möchte kann sich nun für deren Kundenbeirat bewerben.
iStephan hat doch bestimmt Interesse, oder :pMeine Palette voll mit Wattebäuschen, um damit um mich zu werfen, ist bereits an anderer Stelle gut aufgehoben

Aber danke

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Zitat
Original geschrieben von reservist
iStephan: Geht auch per iPhone.Sehr originell

@t-tommy: danke! - ob ich das wirklich will, überlege ich mir noch.
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App Repository F-Droid
Interessant! - Immerhin kann man DAS ...--- ! Das ist mehr als erwartet und besser als gar nichts.
Diese Minimal-Nutzung würde einem das banktechnische Vegetieren auf niedrigstem Niveau ja in app-losen Zeiten ermöglichen.Aber: kann man überhaupt Kunde werden bei Number26/N26 ohne App? Das frage ich mich auch seit längerem: kann ich überhaupt Kunde werden, ohne in die "Vollnutzung" von App Stores einzusteigen? Denn ich will mich ja nicht zum datenschutztechnischen Vollhorst machen - gibt es die Number 26 App in einem Freien Android-Applikations-Markt,
wie zum Beispiel F-Droid,
oder ist damit ein Zwangskonto bei Google nebst seinem App Store verbunden?
Anders gefragt: Zieht nicht nur (Voll-)Nutzung, sondern bereits Anmeldung bei N26/Number26 ein individuelles Kundenkonto bei Google und damit einen datenschutztechnischen Super-GAU sowie einen ganzen Rattenschwanz an Folge-Verpflichtungen, Werbeeinwilligungen, Datenweitergaben, gescannten E-Mails und so weiter nach sich?