Beiträge von iStephan

    Mobilitätsverhalten ist Menschen angeboren und hochgradig intuitiv, spontan und augenblicksbezogen.


    Das ist auch der Grund, warum Sperrungen, Verkehrs- und Geschwindigkeitsbeschränkungen an Autobahnen, Kreis- und Bundesstraßen, Forstwegen und Trampelpfaden keineswegs im "Amtsblatt des Bundesverkehrsministeriums" bekanntgemacht werden, sondern wirklich körperhafte Blechschilder am Straßenrand aufgestellt werden. Diese Schilder , z.b. eine "60" auf weißem Grund in einem roten Kreis, bedeutet, dass man hier maximal 60 km/h fahren darf, werden sogar in der Fahrschule gelernt ;) :D


    Als der Papst nach Regensburg kam und die A3 gesperrt wurde, wurden bereits 50 - 100 km vorher riesige, das heisst von schnellen Fahrzeugen aus gut lesbare Schilder zur Ausleitung auf die Umleitungsstrecken (u.a. B 20) aufgestellt. Damit hat man der Intuitivität des menschlichen Mobilitätsverhaltens Rechnung getragen; man wollte aus guten Gründen sich nicht darauf verlassen, dass jeder Verkehrsteilnehmer ein elektronisches Navigationsgerät besitzt (und diesem bei Fehlern in der Datenbank bis zum gehorsamen Absturz an nicht gesicherten Uferstraßen blindlings folgt ;) ) und ebensowenig, dass jeder Autofahrer vor dem Besuch bei der Schwiegermutter in bürokratischer Weise das Amtsblatt des Verkehrsministers konsultiert ....


    Die Verkehrsteilnehmer sind es also gewohnt, sich spontan und kurzfristig zu orientieren und halten dazu nach Beschilderung am Wegesrand Ausschau.


    Nur bei der Bahn scheint man auch von Fussgängern zu erwarten, dass sie ihr angeborenes und intuitives Mobilitätsverhalten aufgeben und vor dem Weg ins Nachbarkaff zur Kegelbahn ein Internetcafe aufsuchen oder das Amtsblatt des Bundesverkehrsministers befragen, um herauszufinden von welchem Eckstein (oder Kanaldeckel) aus diesmal der Ersatzbus fährt ....


    Eigentlich müssten bei Schienenersatzverkehr an jeder Straßenkreuzung im 5 Kilometer Umkreis (das ist eine Stunde Fussweg und 20 Minuten Fahrrad-Entfernung) periodisch alle 300 Meter riesige Leuchtbaken oder auch Informations-Pavillions mit Pfeil-Richtungsschild "Bahnhofs-Umleitung" und nächtlicher Beleuchtung sowie einem ortsbezogenen Fahrplan und Zeitangabe für den Fussweg "von hier" bis zur Ersatz-Haltestelle (damit man selber nachrechnen kann) aufgestellt werden.


    Dazu müsste das Verkehrsunternehmen aber die Fussgänger und Radfahrer als eigenständige Verkehrsträger und kooperative Zubringer achten und respektieren. Daran hapert es allenthalben noch. Zudem hatte die jahrzehntelange Ausdünnung im ÖPNV zur Folge, dass auch viele Fahrdienstleiter der Bahn heutzutage mit dem Auto zum Dienst fahren müssen; dem Verständnis für die Belange von Radfahrern und Fussgängern ist das leider nicht zuträglich. Es wird auch hier bestenfalls vom Auto her gedacht.


    Derzeit ist es oft so, dass die Ersatzfahrpläne notdürftig und oft unbeleuchtet und nicht regengeschützt "zusätzlich" an vorhandene selten bediente Haltestellenpfosten von Schulbuslinien getackert werden;die Fahrpläne zuweilen mit Tintenstrahldrucker ausgedruckt und nach 1 Tag Regen komplett unlesbar. Interesse an funktionierendem öffentlichem Verkehr wird anders zum Ausdruck gebracht :D

    Was mich so wundert, ist die Nonchalance bzw. Bedenkenlosigkeit, mit der das eigentlich überlegene, organisiertere, in vielerlei Hinsicht bessere Verkehrsmittel Bahn seine Kundschaft beim geringsten Husten auf das minderwertige Verkehrsmittel "Straße" abschiebt.


    Das ist, wie wenn in einem Restaurant "Vier Jahreszeiten" nacheinander die Gefriertruhe und die Mikrowelle ausfallen und nun alle Speisegäste aufgefordert werden ihre Siebensachen einzupacken und in voller Abendkleidung in den benachbarten MäcDonalds oder Burgerking (nichts gegen diese Restaurants, es geht nur um den Kontrast) umziehen müssen. Vielleicht didaktisch hilfreich, aber vom Restaurant "Vier Jahreszeiten" aus gesehen, eine krachende Niederlage fürs Selbstverständnis, fürs Image, für die Identität ....


    Hat man dort kein Verständnis für die Außenwirkung, die das hat?
    Hat man keinen Ehrgeiz, allen anvertrauten Verkehr auch wirklich mit der Schiene zu bewältigen, komme was da wolle?


    Ich wundere mich nur.

    Die Rheinschiene (siedlungsmäßig betrachtet) ist als Teil der blauen Banane und obendrein in Bundesländern, die einen funktionierenden Nahverkehr priorisieren, leider nicht repräsentativ;
    ich räume aber gern ein, dass es auch leidlich gut funktionieren kann. Ich habe ja auch die Sperrung 1993/94 im Raum Paderborn - Bielefeld als Positiv-Beispiel - und große Ausnahme - ausdrücklich erwähnt.


    Garmisch-Partenkirchen, Ostbayern/Regensburg, Großraum München fällt aber leider in die andere Kategorie.


    Und das hat keineswegs was mit "Ländliche Ecken" zu tun, vielmehr ist es aus Gründen der Logik so, dass jeder Weg zwischen Urbanen Zentren zwangsläufig durch weniger dicht besiedelte Gebiete führt; ausgenommen nur formlos zusammengewucherte zersiedelte Siedlungs-Breie wie z.b. Ruhrgebiet oder Rhein/Main, wo eine Stadt in die nächste übergeht.


    Das sollte aber eben nicht das Kriterium sein. Ein vernünftiger SEV bzw. Baustellen-Händling muss überall gleich gut gemacht sein, weil wie gesagt, der Weg durch das Netz immer "durchs Land" führt, selbst wenn Ausgangsort und Zielort jeweils in einer Stadt liegen.


    Ich beantworte die Frage des Sprachcomputers der Bahn:
    "Soll Ihre Verbindung nur aus Zügen des Nahverkehrs bestehen" schon aus Kostengründen meist mit "Ja" - die Frage ist ja nur eine Umschreibung für
    "Soll der Fahrpreis sich am Taxiverkehr orientieren, oder soll es weniger unverschämt sein" ;)


    Da diese Frage auch bei Verbindungen zwischen Großstädten auftaucht, gehe ich davon aus dass meine Perspektive auch von vielen anderen geteilt wird. Somit ist man auch in urbanen Ballungsgebieten bei Fernverbindungen mit vermurksten SEV-Umwegen konfrontiert.


    Dass man bei Kurzschlüssen auf der Schnellfahrstrecke Würzburg-Fulda bei einer Reise Hamburg-München auch übers Ruhrgebiet ausweichen kann, ist vergleichsweise dermaßen trivial, dass ich es nicht gesondert betrachtet habe; die eigentliche SEV-Herausforderung liegt aber in der Fläche (inkl. "Land") und nicht bei punktuellen Vorzeigeverbindungen wie dieser.

    Der sogenannte Schienenersatzverkehr-warum nicht so reibungslos wie bei Elektrizität?


    Martin Reicher und andere Eisenbahn-Experten hier im TT-Forum :


    Was mir aus Anlass des Schienenersatzverkehr-Themas (SEV) auffällt, ist, dass es ausnahmslos immer mit gravierenden Einschränkungen für die Fahrgäste einhergeht. Warum eigentlich?


    Bauarbeiten werden von der Bahn geplant, oft akribisch Monate im voraus. Die Fahrgäste haben den vollen Fahrpreis bezahlt; wieso enthält man ihnen die Leistung vor?


    Es fängt damit an, dass schon die eingesetzten Fahrzeuge weniger komfortabel sind, denn oft sind es Nahverkehrsbusse ohne Toiletten. Noch nie habe ich erlebt, dass an den betroffenen Haltepunkten mobile Toiletten (Dixi etc.) für die Fahrgäste aufgestellt worden wären.


    Dann trifft es einen oft ohne Vorbereitung oder Information, dass man erst am Haltepunkt und mehr durch Zufall (nachdem man schon die Wartezeit bis der Zug überfällig ist abgewartet hat und somit keine Zeit mehr bleibt) erfahren hat, dass SEV ist, zurücklaufen muss in den Ort und dann folgerichtig den SEV-Bus verpasst und z.b. eine volle Stunde Zeitverlust hat.


    Da das Straßennetz selten die Orte in der selben Reihenfolge abbildet wie die Schiene, der SEV aber fast stets nur das unabdingbare Minimum an Qualität bereitstellt - das Billigste - , sind zeitraubende Umwege und Umständlichkeiten, Stichstrecken mit Wenden und zeitfressendem Zurücksetzen des Busses die Regel. Obwohl das bei qualitätsorientierter Vorbereitung nicht sein müsste.


    Durch all diese Umständlichkeiten und Qualitätsminderungen kommt es fast immer zu Verlust und Verschiebungen von Anschlüssen mit der Folge, dass es im weiten Umkreis zu indirekten Folgewirkungen kommt; ehedem halbwegs attraktive Verbindungen sacken ab ins Bodenlose.


    Öfters werden weiträumige Fahrbeziehungen regelrecht zerhäckselt bis zur Unkenntlichkeit, denn wo vorher einmal umsteigen angesagt war, muss nun 3 oder 4mal umgestiegen werden - Zug/Bus, Bus/Zug, Zug/Zug usw., mit allen Unwägbarkeiten (z.b. warten bis auch die langsamsten Fahrgäste erkannt haben dass sie den Bus schon wieder verlassen müssen.)


    Noch nie ist mir begegnet, dass die Bahn die Laufwege anderer Züge "ausgleichend" verlängert, damit (kompensatorisch) neue Fahrbeziehungen geschaffen werden,
    damit an anderer Stelle auch mal ein Umsteigezwang entfallen kann,
    wenigstens für die Zeit der Baustelle, die Netzwirkung der Baustelle möglichst aufgehoben oder gemindert oder kompensiert wird durch Mehrleistung auf der Schiene; damit wenigstens ein Teil der Fahrgäste einen Vorteil statt einen Nachteil hat; sehr selten, dass die SEV-Buslinien "Doppelt" angelegt werden, mit Schnellbus-Linien. (zuletzt erlebt: Paderborn / Bielefeld Vollsperrung wegen Sanierung).


    Noch nie habe ich erlebt, dass der Takt auf den betroffenen Linien temporär verdichtet wird, z.b. von 60 auf 30 Minuten, um durch vermehrten Fahrzeugeinsatz die Unannehmlichkeiten gering zu halten, durch verkürzte mittlere Wartezeiten an Haltepunkten den Komfortverlust durch verlängerte Fahrzeiten der Busse auszugleichen. Warum? Im Gegenteil, immer wieder kommt es sogar zu ganz gestrichenen Fahrten. Man denkt sich anscheinend: die Leute sollen doch vermehrt Autofahren, man wirft die Flinte ins Korn...


    und wenn jetzt jemand sagt, das wäre zu teuer: der Qualitätsverlust bleibt einem lange in Erinnerung. Und wie wird eine Baustelle denn in anderen Bereichen der Infrastruktur gehandhabt? Da wird in der Regel so geplant, dass gleichwertige Ausgleichs-Wege bereitgestellt werden, bevor die bau-betroffene Infrastruktur vom Bagger angefasst wird:


    - beim Bau der neuen Strombrücke Thüringen-Bayern (Elektrizitätswesen; Ferntransport von Windstrom) merkt der Endverbraucher rein gar nichts! Und genauso bei den allermeisten Reparatur- und Wartungsarbeiten im Stromsektor, Wartung von Kernkraftwerken usw., die Versorgung läuft ununterbrochen auf 100% Niveau weiter!


    ... obwohl auch hier komplexe Fernwirkungen und geographisch weiträumige Trassen zu berücksichtigen sind - genau wie beim Schienennetz! Die Spannung bleibt aber für den Endverbraucher stets bei 230 Volt. Undenkbar, dass die Kaffeemaschine tagelang nur noch 30 Grad lauwarmes Spülwasser erzeugt statt frisch gebrühten duftenden Kaffee! So aber wäre es , wenn hier die Maßstäbe der Bahn angelegt würden.


    - wenn die Telekom irgendwo Glasfaserstrecken erneuern muss für Fernstrecken der Internet-Daten oder Telefonie, bekommt der Endkunde in der Regel nichts mit, weil über gleichwertige Ersatzverbindungen geroutet wird.


    - im Flugverkehr wenn irgendwo Luftraum gesperrt ist, wegen Unwetter z.b., fliegen die Flugzeuge aussen rum. Es ist keineswegs so, dass die Passagiere mitten im Luftraum plötzlich umsteigen müssen und runterfallen können, nein, sie können, einmal eingestiegen, darauf vertrauen ans Ziel gebracht zu werden.


    Wieso kann die Bahn das nicht?
    Auf Wikipedia habe ich ein Bild einer "Kletterweiche" bei der Straßenbahn Mannheim gesehen. Aber noch nie habe ich so eine Maßnahme im Wirkbetrieb der Bahn gesehen. Viel zu oft fällt die Bahn mit ihrer Qualität bei größeren Baustellen (mit Gleissperrung) in die Steinzeit des Verkehrszeitalters zurück. Warum?

    Zitat

    Original geschrieben von Hans_Vader
    Volksbanken sehen dass nicht so, offenbar.



    Sondern wie sehen Volksbanken "ess" stattdessen? :confused:


    Ohne weiteren Kontext ergibt dein etwas pauschales Statement für den Nichteingeweihten leider keinerlei Sinn.

    Zitat

    Original geschrieben von winniepuuh
    Per Kontaktformular am 26.08.16 beschwert, bis jetzt keine Antwort, nur, dass es an die Fachabteilung weitergeleitet wurde...


    Scheinbar gibt es hier keinen einheitliche Linie, je nach MA / Kontotyp / Kontoführung wird es individuell entschieden.
    Na, dann bin ich mal gespannt!


    Ich auch.
    Übrigens, was meinst du mit "je nach Kontoführung"?


    Den Ort, also Hamburg oder München, wo das Konto geführt wird?


    Oder meintest du, die Monats"gebühr" wird einem bei guter (Konto-)Führung erlassen, wenn der Kunde also eine gute Note in Betragen hat?


    Mir scheint, derzeit prasselt eine niedrige fünfstellige Zahl an Widerspruch-Briefen auf die Postbank ein. Die Ärmsten - ohne die seltsame pauschalisierende Dialogpost neulich wäre das nicht passiert.

    Am Mittwoch war eine Tagung auf der alles anwesend war, was in der Kreditwirtschaft was zu melden hat. Das Handelsblatt berichtete in einem Liveblog (sonst nur üblich bei Olympia u.ä. Großereignissen etc.)


    dabei wurden so "erfreuliche" Themen behandelt wie Studien, wonach 2/3 der Deutschen sich mit Negativzinsen aufs Ersparte abfinden würden; Jubel-Arien der Postbank, dass sie in den letzten 2 Wochen mehr Absatz gemacht habe als zuvor, nicht trotz sondern wegen der Ankündigung Gebühren aufs Girokonto zu erheben; Mahnende Worte von Herrn Fahrenschon, dass das kostenlose Konto flächendeckend zu verschwinden habe (er verwendete andere Ausdrücke, es war als 'Prognose' formuliert, aber die Zuhörer [wohl allesamt aus der Branche oder spezialisierte Journalisten] werden gewusst haben wie das zu verstehen sei; andere Worte die aber aufs Gleiche hinauslaufen)..... :rolleyes:


    Man kann wohl sagen, dass die Branche zusammenrückt, zusammenhält.


    Edit: Unter den Direktbanken wird die ING-Diba vermutlich als nächstes an der Konditionen-und/oder-Preisschraube drehen. DIE ZEIT hat anscheinend bei der ING-DiBa nachgefragt:


    http://www.zeit.de/wirtschaft/…en-gesetz/komplettansicht

    Zitat

    "Doch sollte das Niedrigzinsumfeld wirklich lange anhalten, werden Maßnahmen unausweichlich werden", gibt auch ING-Vorstand Koos Timmermans zu verstehen.


    Na, nach allem was man so hört, ist niemand in der Branche bereit, auf die Zukunft des Kostenlos-Kontos noch einen Pfifferling zu geben.... das Niedrigzinsumfeld wird ja lang anhalten....


    Als nächstes können dann DAB/Consors und DKB auslosen, wer als nächstes was ändert. Zuvor kann man ja die Konditionen angleichen (VISA statt Mastercard, nur als Beispiel...), das erleichtert Schachzüge bzw. Nachziehen mit der Begründung "vergleichbare Konten am Markt kosten jetzt auch soundsoviel.."