Beiträge von geos

    Es gibt wie gesagt in den meisten Gebieten gar keine Förderung. Daher ist Deine Forderung dort schon implizit umgesetzt.

    Dort, wo gefördert wird, kann m.W. nach die Gemeinde die Regeln festlegen (sicherlich in Grenzen). Falls das bei Dir der Fall sein sollte, sprich doch mal mit Deinen Gemeinderatsvertretern über Deine Idee.

    Ist es übrigens nicht schon heute so, dass es in einem Gebiet maximal einmalig eine Förderung für FTTH-Ausbau geben darf und alles danach Wettbewerbsverzerrung wäre?

    In den meisten Gegenden Deutschlands gibt es gar keine Förderung. Falls es in Deiner Gemeinde anders aussieht, dann versuch mal mit Deinen Gemeinderatsvertretern über das Thema ins Gespräch zu kommen. Dort werden solche Dinge (und vieles mehr, was Geld kostet) typischerweise entschieden.


    Was FTTH-Anbieter an Neukundenangeboten auflegen (z.B. Anschluss "kostenlos"), ist ja deren Geschäftsentscheidung, und das machen sie nicht, weil sie den Leuten etwas Gutes tun wollen, sondern weil sie sie gerne als zahlende Kunden gewinnen möchten.

    Leider kann man nicht sagen, wer aus der Vergangenheit nicht lernt, muss eben in Zukunft draufzahlen. Netze sind keine Individualentscheidungen.

    Netze sind in einem privatisierten Telekommunikationsmarkt, wie es ihn in den meisten westlichen Ländern einschließlich Deutschland gibt, unternehmerische Investitionsentscheidungen (ähnlich wie die Eröffnung oder Schließung einer Bankfiliale, eines Supermarkts oder einer Tankstelle).

    Und Abschlüsse von TK-Verträgen durch Verbraucher sind Individualentscheidungen, ähnlich wie für Bankdienstleistungen oder das Einkaufsverhalten.

    Und natürlich mag es sein, dass ein Verbraucher für schlechte/falsche Entscheidungen draufzahlt.

    Bitte akzeptiere oder nimm zumindest zur Kenntnis, dass Telekommunikation in Deutschland (wie in den meisten westlichen Ländern) keine staatliche Aufgabe, sondern ein privatwirtschaftlicher Sektor ist, ähnlich wie Supermärkte, Banken oder Tankstellen .

    (wenn es anders wäre, gäbe es als Nebeneffekt vermutlich z.B. Teltarif gar nicht, auf jeden Fall wären die Kosten für den Verbraucher deutlich höher und das Angebot deutlich kleiner, wenn alles zentral vom Postministerium vorgegeben werden würde).

    Die Regulierung im Kupfernetz ist deswegen so umfassend, weil die Telekom das Kupfernetz aus Monopolzeiten der Bundespost übernommen hat.

    Natürlich könnte man auch bei neuer Infrastruktur wie FTTH stärkere regulatorische Zwänge vorschreiben, aber dann wäre der Ausbau noch unattraktiver. Dass die Telekom z.T. (noch?) dem Bund gehört, dürfte in der Praxis komplett irrelevant sein. Der Bund (Minderheitsaktionär) mischt sich nicht in die Produkt-, Ausbau- oder Preisstrategie ein. Und natürlich muss die DTAG als börsennotiertes Unternehmen Rendite erwirtschaften. Das gilt aber ebenso, z.T. sogar noch deutlich härter, da kurzfristiger, für andere Investoren im Glasfasermarkt.


    Was die Lust oder Unlust von Hausbesitzern angeht, so wird langfristig auch das der Markt regeln. Wohnungen mit FTTH werden sich vermutlich preislich besser vermieten als solche ohne.


    m.W. muss übrigens auch die Telekom nicht andere Anbieter auf ihr FTTH-Netz lassen. Sie hat (aus eigenem Interesse) mit einigen Anbietern Vorleistervereinbarungen abgeschlossen, aber sie ist nicht verpflichtet, bedingungslos das mit jedem Anbieter zu tun (ebensowenig wie andere FTTH-Betreiber). Vergl. z.B. https://www.verbraucherzentral…tzzugang-fuer-alle-114061

    Kann, nicht muss. Zeig mir eine Statistik, für welchen Prozentsatz der VDSL-Anschlüsse ein anderes Unternehmen als die Telekom gefördert wurde. Wenn die private Konkurrenz ihren Ausbau beendet, weil das Investitionsklima sich ändert, bekommt niemand mehr einen kostenlosen Glasfaseranschluss. Ob der Staat oder der Kunde zahlt, lasse ich dahingestellt, aber die Telekom wird kassieren, und wer nicht zahlt wird am langen Arm des Monopolisten verhungern.

    Gerade bei der Neuerschließung von Gebieten mit Glasfaser ist die Telekom kein Monopolist. Jedes Unternehmen kann sich dafür oder dagegen entscheiden, Glasfaser auszubauen und anzubieten. Es gibt dafür keine (Gebiets-) Monopole.

    Das Thema "Investitionsklima" gilt übrigens für alle Anbieter.


    Wenn ein Anschluss erstmal gebaut ist, ist aus *Sicht des jeweiligen Verbrauchers*, der FTTH möchte, der Anschlussbesitzer für ihn ein Monopolist, solange sich nicht ein zweiter findet, der auch anbietet (was eher selten der Fall sein dürfte, aber nicht ausgeschlossen).

    Das gilt unabhängig davon, welchen Marktanteil der Anbieter bundesweit hat.

    Menschen, die sich, obwohl es sie fast nichts kostet, gegen neue Infrastruktur entscheiden, weil sie glauben, dass in einem Bereich steten Wachstums eine Technik reicht, die nicht mehr weiterentwickelt wird, sind Trottel.

    Nicht jeder teilt Deine Maßstäbe, was "fast nichts" ist. Ich finde es schon sehr anmaßend, Bürger, die ihre Bedürfnisse anders einschätzen als Du Deine offenbar, als Trottel zu verunglimpfen. Es gibt wie gesagt heute schon etliche Leute, die gar keinen Festnetzanschluss haben. Wieso sollten sie jetzt sich für FTTH interessieren?

    Lass jeden nach seiner Fasson (un-) glücklich werden.


    Was für Häuser: hab ich geschrieben: 176 Mehrfamilienhäuser ( MFH ) mit ings. 1250 Wohnungen - wieviel FTTH haben wollten, gibt keine Infos zu.

    Schade, das wäre eine interessante Angabe gewesen, aber vermutlich wird der Anbieter das, zumal wenn er nicht ausbaut, tunlichst nicht veröffentlichen.

    Es ist wirklich ernüchternd zu sehen, was alles gleichzeitig funktionieren muss, damit diese Anschlüsse gebaut werden können, und dann kommt der unkundige Kunde und lehnt das einfach ab. Die glauben wirklich, die Unternehmen müssen ihnen echt mal ein besseres Angebot machen. Auch hier wieder: Das Problem ist die Kommunikation des Unternehmens, nicht etwa die Trottel, die sich dagegen entscheiden. Die Städte können sich schon mal Geld auf die Seite legen (haha), damit sie der Telekom ihren Tiefbau bezahlen können, wenn die Konkurrenz absehbar ihren Ausbau für beendet erklärt. Anscheinend haben alle vergessen, wie das war, als VDSL nicht in der Fläche ausgebaut wurde, weil es keine Konkurrenz und damit auch keinen Grund dafür gab. Stadt=VDSL, Land=3Mbit/s mit Glück.

    Ich denke es ist nicht sonderlich fair (und sachlich schon gar nicht), Bürger, die sich persönlich gegen einen Glasfaseranschluss entschieden haben, deswegen als Trottel zu verunglimpfen.

    Es gibt schon heute viele Verbraucher, die gar keinen Festnetzanschluss mehr haben. Wieso sollen sie dann plötzlich Glasfaser wollen?

    Ich denke nicht dass die Mehrheit derjenigen, die keinen Vertrag für einen FTTH-Anschluss abgeschlossen haben, davon ausgehen, dass "die Unternehmen" ihnen später ein besseres Angebot machen würden.


    Und wieso sollen die Städte der Telekom den Tiefbau bezahlen?


    VDSL mit FTTC wurde in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern, durchaus auch auf dem Land ausgebaut, nicht überall, aber in vielen Gegenden. Die Verfügbarkeitszahlen dazu habe ich hier erst vor ein paar Tagen genannt. 89% aller Haushalte in Deutschland, vermutlich sogar etwas mehr (da DSL50 idR. auch FTTC erfordert), können VDSL mit FTTC von der Telekom bekommen.

    Von den betroffenden 1250 Wohneinheiten ( in 176 MFH ) werden nun rund 260 von der GlasfaserPlus ausgebaut, die anderen schauen in die Röhre.

    Wieviel von den "Röhrenguckern" hätten denn gerne FTTH gehabt? Gibt es dazu Zahlen? Und was sind das für Wohneinheiten, die ausgebaut werden? Einfamilienhäuser? Baut Glasfaser Plus nur bestimmte Straßen/Gebiete aus oder werden im Ausbaugebiet manche Häuser ausgelassen, obwohl Glasfaser in der Straße verlegt wird?