Der Titel allein ist schon extrem tendenziös, "Schrott-DSL".
Es ist für manche "Tech-Begeisterte" vermutlich schwer rational nachzuvollziehen, wieso Millionen Verbraucher mit ihrem DSL-Anschluss vollkommen zufrieden sind und daher keinerlei Veranlassung zu einem Wechsel sehen (und ja, natürlich gibt es ebenso Leute, für die das nicht zutrifft und die gerne lieber heute als morgen eine Alternative hätten und dafür auch zu zahlen bereit wären).
Bei manchen Leuten herrscht offenbar die Haltung, dass da "die Leute mitziehen müssten, um den Laden nicht aufzuhalten". Daher wird auch vermehrt von interessierter Seite die Drohkulisse "DSL-Abschaltung" rausgeholt (und am Liebsten noch aktiv forciert, wenn sie könnten), weil positive Argumente offenbar nicht ausreichen).
Tatsache ist, dass man bei Glasfaser nicht die Kampfpreise findet wie bei DSL, auch weil der Glasfaseranschluss eben nicht so reguliert ist wie die Kupfer-TAL. 50 Mbit-DSL-Anschlüsse bekommt man, wenn man etwas wechselwillig ist und die Augen offen hält, bislang für deutlich unter 20 €/Monat. Auf Glasfaserbasis wird es für solche "Sparbrötchen" definitiv teurer. Das dürfte selbst für Leute gelten, die einen DSL-Vertrag für 30 € im Monat haben.
Ja, das Kupfernetz wird irgendwann mal abgeschaltet, darum geht ja wie gesagt gerade der Kampf. Das wird lokal sehr unterschiedlich bald passieren. Wer sich kostenfrei und ohne Verpflichtung einen FTTH-Anschluss legen lassen kann, macht sicher damit nichts falsch.
Wer sowieso gerne einen FTTH-Anschluss hätte, soll zugreifen, wenn einer angeboten wird.
Für diejenigen, bei denen dies effektiv 15 € oder mehr Mehrkosten pro Monat bedeuten würde für etwas, was ihnen für sich keinen Mehrwert bietet, muss man das schon ausrechnen. 15 € pro Monat sind in fünf Jahren auch 900 € (plus Zinsen). Ggfs. kommen noch weitere Kosten für Modem o.ä. hinzu.
Ich gehe davon aus, dass in Zukunft für noch mehr Leute als heute schon auch eine Mobilfunklösung vollkommen ausreichend und preiswerter sein wird.