Beiträge von telcafe

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    Original geschrieben von migolf
    Dein Artikel macht mir Angst!


    migolf


    Das geht mir anders. :D


    Wir sollten nicht vergessen, dass es bei dem Fusions-Deal natürlich auch ums Pokern geht. Sprich um Politik bzw. Unternehmenspolitik.
    Dass infolgedessen, wie z.B. bei der Rentendiskussion, gezielt mit dem Aufbau von Ängsten gearbeitet / gespielt wird, sollte aus meiner Sicht kaum verwundern.


    Vor allem werden die beiden großen Player Telekom und Vodafone natürlich auf allen denkbaren Wegen versuchen, die wachsende Konkurrenz möglichst schon im Vorfeld so weit wie möglich zu beschneiden (und ihr Steine in den Weg legen). Dazu lässt sich eine Angstkampagne immer gut nutzen, um die Stimmung anzuheizen und ein Gut oder Böse des Sachverhaltes zu inszenieren.


    Bei den deutschen Stimmen würde ich vorwiegend eine Tendenz zur positiven Haltung der Deutschen Telekom gegenüber sehen. Bei dem ausländischen Fusionsunternehmen hingegen, bestehen die Verflechtungen konsequenterweise eher im spanischen Umfeld. Hier spielen sich, aus meiner Sicht, die Interessenkonflikte ab, die wir vermutlich teilweise nur erahnen können.


    Da passt es natürlich, zum Ende über die Fusionsentscheidung, mal wieder gut in die Zeit, eine objektiv brisante Angelegenheit zu präsentieren: Den Telefónica-Aktienbesitz des EU-Wettbewerbskommissars Joaquín Almunia, mit 133 Anteilen (Wert im August 2013 sehr überschaubare [!] 1335,98 Euro).




    Abschließend noch der Hinweis auf die heutige Veröffentlichung des Gutachtens, das Telefónica Deutschland bei der Bundesnetzagentur mit der letzten Stellungnahme eingereicht hat, siehe unter "Telefonica Anlage.pdf":


    Stellungnahmen zum Entscheidungsentwurf (zip, 6 MB) (Aktualisiert am 27.06.2014).

    Zitat

    Original geschrieben von awie86
    Weltuntergang nicht. Aber besser wird es hinterher mobilfunktechnisch für die kunden bestimmt nicht.


    Die bessere Netzabdeckung wird sicherlich niemanden stören. :D


    Und nach meiner Theorie werden die Preise nicht groß - oder gar nicht - ansteigen.
    Wir werden sehen...

    Zitat

    Original geschrieben von mowoes
    Wenn man das hier so alles liest kommt die Fusion irgendwie ein Weltuntergang für manche gleich.


    Zum Glück gibt es ja auch andere Positionen. :)

    Es gibt auch schon Aussagen in dem vor kurzem veröffentlichten Entscheidungsentwurf der BNetzA (PDF):



    Punkt 208:


    "Im Rahmen der schriftlichen und mündlichen Anhörungen hält Telefónica eine
    Migrationszeit im Bereich 900/1800 MHz von ca. 2,5 Jahren für erforderlich.
    Die
    Frequenzen würden bis Ende 2016 benötigt, da ansonsten mit Qualitätseinbußen für die
    Kunden des fusionierten Unternehmens zu rechnen sei. Mit mehr als 40.000 Standorten
    handele es sich um die größte Netzkonsolidierung im Mobilfunkbereich in Europa."



    Punkt 209:


    "Die Kammer ist jedoch der Auffassung, dass eine Räumung von Frequenzen bis zum
    31. Dezember 2015 möglich ist."



    Punkt 264:


    "... Die Kammer hat bei ihren Erwägungen die Tatsache zugrunde gelegt, dass die Telefónica langjährig ein National Roaming mit dem Mobilfunknetz der Telekom genutzt hat, um die Reichweite und Qualität seines GSM-Mobilfunknetzes zu verbessern.
    Daher verfügt das Fusionsunternehmen über die Fachkunde, um National Roaming schnellstmöglich zu verwirklichen.
    Hinzu kommt, dass es sich bei dem National Roaming der beiden Fusionsunternehmen um eine konzerninterne Maßnahme handelt. Die Fusionsunternehmen können größtmögliche Beschleunigungspotenziale zur Räumung eines Teils ihrer Frequenzen in den Bereichen 900/1800 MHz nutzen. Es ist daher nicht ersichtlich, dass mit Blick auf die Wahrung der Verbraucherinteressen ein Hinausschieben der Rückgabe über den 31. Dezember 2015 erforderlich ist."

    Wenn ich nur daran denke, wie viele Menschen reine GSM-Handys nutzen und weiterhin nutzen wollen, ist es völlig abwegig, GSM kurzfristig abschaffen zu wollen. :D


    Das Vorhaben von Huawei und Vodafone ist doch ein äußerst sinnvoll erscheinendes Migrationskonzept, welches Deine Vorschläge ja zum Teil berücksichtigt. Vor allem ermöglicht diese Variante einen weichen und insbesondere bedarfsorientierten Übergang zur Nutzung der LTE-Technologie.

    Zitat

    Original geschrieben von 4me
    Hast dich um je ein Jahr verhauen!


    Rückgabe der Frequenzen bis Ende 2015.


    Die Lizenzen laufen bis zum 31.12.2016.


    Oh je... Danke für die Korrektur! :)

    Zitat

    Original geschrieben von Crusader2004
    Es heißt immer, dass o2 im Zuge der Übernahme Frequenzen an Provider für den Aufbau von MVNO abgeben muss.


    Hier liegt offenbar ein Missverständnis vor.
    Ich zitiere mal aus einem Teltarif-Artikel vom 17.06.2014 (2. Absatz): E-Plus-o2-Fusion nur, wenn Konkurrenz ein Fünftel der Netzkapazität erhält:


    "So solle der neue Mobilfunker nach der Fusion ein Fünftel seiner Netzkapazität an kleinere Konkurrenten (Mobile Virtual Network Operators - MVNOs) abgeben, wie zwei unternehmens_nahe Personen gegenüber Reuters geäußert haben sollen. Dabei soll eine Beschränkung auf maximal drei MVNOs geben, die dann einen Netz-Zugang erhalten können, da diese über keine eigene Mobilfunkinfrastruktur verfügen."


    Es geht hier also nur um einen exklusiven Zugang zum Netz bzw. die Nutzung von 20% der Kapazität des erweiterten, gemeinsamen Netzes. Hierüber wird dieser Tage die Entscheidung der EU-Kommission erwartet.





    Die Rückgabe von Frequenzen ist eigenes Thema.


    Sie beruht auf einer Entscheidung der Bundesnetzagentur darüber, ob das "Fusionsunternehmen" einen wettbewerbsrechtlichen Vorteil erlangen würde, wenn die jeweils gegebene Frequenzausstattung komplett übernommen würde.


    Hier zeichnet sich ab, dass alle Frequenzen im Bereich 900 und 1800 MHz bis Ende des Jahres 2014 vorzeitig zurückgegeben werden müssen, deren reguläre Genehmigung ohnehin Ende 2015 ausläuft. Es wird dann höchstwahrscheinlich zu einer anschließenden Versteigerung dieser Frequenzen kommen.