Zitat
Original geschrieben von Gallium
Natürlich braucht man im Ukraine-Konflikt auch rt.com oder rianovosti. Wie sonst willst Du die Beweggründe Deines Gegenüber verstehen, wenn Du nicht auch seine Sicht der Dinge kennst?!
...und auf die Publizierung mancher Dinge, wie bspw das geleakte Telefonat von Frau Nuland ("Fuck the EU"), wird man sicher in anderen Medien vergebens warten :p
Apropos RiaNovosti und weil gerade das Thema Geld angesprochen wurde:
Auch wenn die Rubel-Abwertung den Betrag relativiert, vermeldet Russland einen Haushaltsüberschuss von 30 Mrd Euro Die einzigen, die offensichtlich unter der wilden Sanktionitis leiden, sind also die Europäer selbst.
Profiteure dieser Selbst-Knie-Schuss-Aktion: Natürlich die USA, die Chinesen, die Südamerikaner und.... *trommelwirbel* die Türkei :confused:
Ich glaube, die wollen mittlerweile gar nicht mehr in die EU aufgenommen werden :p 
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Jaja, wir Europäer leiden ja so sehr darunter, daß Russland manche Agrarimportverbote bislang nicht zurückgenommen hat! Du und ich leider zwar nicht, wir kennen auch keinen Leidenden und könnten auch keinen benennen, aber auch hier werden die Leidenden mal wieder zur gefühltbehaupteten Mehrheit hochsterilisiert. Zum Beispiel beliefen sich 2012 die gesamten deutschen Agrarexporte in Drittländer (also Nicht-EU) auf unvorstellbare 7,5 Milliarden Eurodollar. Der größte Batzen ging in die winzige Schweiz, der drittgrößte in die außerozeanischen Bündnisamerikaner. Dazwischen lag das mit seinen gerade mal 145 Milliönchen Einwohnerchen gern überschätzte Altrussland. Alle weiteren Drittländer, angeführt von Saudi-Arabien, China und Norwegen folgten den größeren dreien mit größerem Abstand. Also schätzen wir die hiesigen Agrarexporte nach Russland einstweilen großzügig auf ein bis zwei Milliarden Nichtrubel. Und wenn davon nun die Hälfte entfällt, dann dürfen und müssen wir das schon als Leid bezeichnen und empfinden? Aus der Türkei sind schon viele Lebensmittelexporte nach Russland gereist und von dort trotz eigentlichen Bedarfs postwendend gleich wieder zurückgekehrt, denn Russland legt angesichts guter Erfahrungen EU-Standards an, die von anderen Ländern und auch der Türkei nicht unbedingt erfüllt werden können.
Es ist doch viel bedenklicher, daß ein riesiges, klimazonenübergreifendes Rußland nach wie vor nicht annähernd genug Lebensmittel für seine eigene Bevölkerung erzeugen kann, während ein winziges Deutschland zu Exporten in der Lage ist. Klar import Deutschland insgesamt noch mehr an Lebensmitteln als es exportiert, aber vieles wächst ja hier von vornherein nicht (Südfrüchte, Reis, Ölsaaten, Kaffee, Tee, Trauben, Fische u.s.w.) und ein erheblicher Teil davon ist ja auch nicht gerade lebensnotwenig.
Naja, und 30 Milliarden Jahresüberschuss in einem demokratisch höchstens angehauchtem Land, wo schon die tatsächlichen Militärausgaben nicht mit den Haushaltsangaben übereinstimmen? Aber wenn das tatsächlich so mal stimmen sollte, dann müsste es Russland ja richtig gut gehen, auch wenn es umgerechnet pro Einwohner auch wieder nur 200 Euro wären.
Russische Staatsmedien muss man gar nicht lesen. Und wenn, dann würde man das natürlich ausschließlich in der Originalfassung und in vertraubarer Übersetzung lesen - nicht aber in multilingualer Ausführung, deren Auslandsausrichtung sich möglicherweise von der Inlandsausrichtung unterscheidet. Natürlich dürfte man's trotzdem lesen, aber eben nicht als seriöse Nachrichtenquelle. Da kann man auch gleich Bild, Pjöngjang Prawda, Gaza/Hamastan News, Titanic, Postillon und Telefontreff zur Grundlage seiner politischen Bildung hernehmen. Ab und zu wird man ja so oder so mitbekommen, was diese oder jene Propagandapresse wieder herausgehauen hat, sodaß man gegebenenfalls einen Ernstnehmbarkeitswandel schon mitbekommen würde. Falls natürlich schon im informatiorischen Lügenland angekommen sein sollte und sich selbst von den anderen Nachrichtenquellen losgesagt hat, dann wird eine freiwillige Rückreise doch eher schwierig und unwahrscheinlich.