Die Erklärung der uns allen im Detail unbekannten Hintergründe für die Fakten klingt schon arg nach Pressesprecher. Könnte natürlich auch sein, daß die Entwürfe und Anweisungen gar nicht von Osten nach Westen gekabelt werden, sondern Mutter Putin die von Vadder Wedau erhält.
Soso, es kann ja nur mit den Sanktionen der GUS-Eurasier zusammenhängen, daß die hierzulande im Juli beginnende Apfelernte für niedrigere Preise sorgt. Und in Italien herrscht ja so ungünstiges Klima, daß die Ernte dort keinesfalls vorher beginnt, denn die liegen ja fast auf dem gleichen Breitengrad wie Island. Und daß mir vorhin ein Ei aus der Hose gefallen ist kann auch nur an den Sanktionen der Vernünftigen und Herzensguten liegen. Schon der zeitliche Zusammenhang sorgt für eine sichere Ursachewirkungsrelation.
Gerade die gestern von der Sanktionsliste ausgenommenen Güter sind ja kein Schüttgut, daß man schiffsladungsweise bestellt. Zumindest die Diätmittel, Ergänzungsstoffe und das Saatgut hätte man von den neuen Lieferanten auch schnell, einfach und günstig per Flugzeug beziehen können. Davon braucht und verbraucht man ja nicht sonderlich viel und man hätte sich zudem die Schmach der schnellen Sanktionsrücknahme erspart.
Und hat Russland denn keine staatliche Lebensmittelreserve? Das haben doch selbst unsere rückschrittlichen Dekadenzstaaten, sodaß ihnen Befehlsempfänger, Schufterreserve, Lakaien und Kanonenfutter erhalten bleiben. Oder ist Russland schon darüber hinaus und einer Ära angekommen, in der sowas unsinnig bis widersinnig ist?
Klar wird die EU den Wegfall der russischen Agrarimporte spüren. Aber zum Glück muss Russland mit seinen sagenhaften 140 Millionen Einwohnern nur 50% seiner Lebensmittel importieren, womit es natürlich wesentlich besser zurechtkommt als die dummdreiste EU mit ihren nur 500 Millionen Einwohnern, die zu weiten, weiten Teilen vom Export der russischen Importhälfte angewiesen sind. Selbstverständlich stehen wir Deppen auch wieder vor der Problematik der Butterhügel, Milchseen und Fleischberge, denn Ankauf und Preisintervention sind ja selbstverständlich wie eh und je EU-Grundlage und keineswegs schon vor Jahren durch Direktzahlungen pro Fläche oder pro Tonne ersetzt worden.
Und es ist ja klar, daß Südamerika und Südafrike für sehr, sehr lange Zeit die russischen Exklusivlieferanten sein und bleiben werden, und schon deshalb den Beginn des großen Geschäftes bis zur Peinlichkeit gründlich vorbereiten, um nicht ähnliche Ausfallerscheinungen an den Tag zu legen wie die unfähigen Europäer. Und es wird auch schon deshalb eine überaus langfristige Handelsbeziehung werden, weil Entfernung bei Massenlebensmitteln ja überhaupt keine Rolle mehr spielt und auch wir schon seit Jahren eigentlich Obst, Gemüse, Nudeln und Mineralwasser fast ausschließlich von den China oder noch weiter weg beziehen. Wenn man in die richtige, gute Richtung guckt, dann liegen Südafrika und Südamerika sowieso näher dran am massenelitären, anspruchsvollen Russland. Ausschließlich aufgrund seiner Güte hat ja Russland bisher dem hilfsbedürftigen EUropa zuviel Geld bezahlt. Das hätten sie schon immer besser, billiger und schneller woanders bekommen können
Sowieso klar ist, daß fast alle EU-Länder daran zerbrechen werden, wenn sie pro Jahr jeweils ein paar hundert Millionen Euro an Einnahmen von Agrarexporten nach Russland nicht mehr verbuchen können. Wie gesagt, 70 Millionen Jahresportionen (50% Import bei 140 Millionen Einwohnern) sind für die fast vollständig aus Bauern bestehende halbe Milliarde EU'ler natürlich fast noch schlimmer als ab und an in China umfallende Riessack.
Bitte mehr von diesen Wahrheiten! Da stürzt die eigene, kleine Welt zusammen und man erkennt klar, wer hier viel mehr Verlierer ist als der andere. Hoffentlich habe ich nicht allzuviele der russischen Stärken, Ansprüche, Befindlichkeiten, Prinzipien und Spezialitäten vergessen.