Zitat
Original geschrieben von beugelbuddel
Aha, wenn verbal Schläge durchs Autofenster angedroht werden , der Spinner seinen Wagen quer auf die Fahrbahn stellt, so dass man gezwungen wird anzuhalten und der Typ aus dem Auto weiter schlimmste Beschimpfungen und Mordandrohungen loslässt ist dies keine Bedrohung???
Klar ist's das. Entweder sehe ich davon im Eröffnungsbeitrag nichts oder es steht da nicht drin. Da ist lediglich zu lesen, daß er dich anhupte, du ihm die Meinung gegeigt hast, er dich ausgebremst, sich quergestellt und vorm Aussteigen von anderen Autofahrern weggehupt wurde.
Beschimpfungen wären ja schon schlimm genug, aber warum einerseits Morddrohungen nicht Anlass für eine Anzeige sind, weil man dann ja jährlich in einen Gerichtssaal zu gehen hätte, aber die Sache sehr wohl im Forum veröffentlicht, diskutiert und verallgemeinert wird, das muss nicht unbedingt einleuchten. Da darf der Depp sich ja noch motiviert fühlen, daß er sein nächstes Opfer auch wieder mit Morddrohungen belegt. Und wenn's denn tatsächlich in den Gerichtssaal ginge, dann wäre schon einiges erreicht, denn mündliche Morddrohungen ohne Zeugen oder Folgen werden auch gern mal schon im Vorfeld eingestellt. Aber auch nur eine Zeugeneinvernahme des Angezeigten bringt die ja viele schon zur Räson. Und wer weiß, ob's nicht doch echte Zeugen gab, zum Beispiel in umliegenden Gebäuden. Das Ausbremsen und Querstellen war von den anderen Verkehrsteilnehmern ja schon optisch wahrzunehmen, vielleicht auch die lautstarke Morddrohung.
Wo und wann findet denn nun dieser Krieg statt? Der muss ja schließlich mit den für Kriege typische und nötige Daten zumindest im nachhinein im Buch der Kriege verzeichnet werden können. Oder ist's vielleicht genausowenig ein Krieg wie unsere kleine Auseinandersetzung hier?
Auf die Autofahrer als penetrante Oberlehrer verweisen und im nächsten Satz auf die Radwegnichtbenutzungspflicht verweisen und das den offenkundig und nachvollziehbar unkundigen Autofahrern vorwerfen. Man muss sich als unkundiger Radfahrer ja auch nicht für Lenkzeiten, Achslasten, Prüfvorschriften, Führerscheinklassen, Zuladungen, Parkregeln oder sonstig autospezifisches interessieren. Und wenn ein erheblicher Teil die Ausnahmen von der Radwegbenutzungspflicht nicht kennt, wem will man das vorwerfen? Zum Glück bin ich persönlich wenig schreckhaft und auf unangebrachtes Gehupe gibt's als Reaktion höchstens 'ne Kußhand von hinten. Wenn jemand kurz warten muss, bevor er an mir vorbeifahren kann, dann ist das eben so. Ein Recht auf Nichtbenutzung der Bremse hat niemand, und auch ich natürlich nicht. Gerade gestern kam mir auf einem ungefähr zwei Meter breitem Radweg ein nicht gerade kleiner Laster entgegen. Rechts vom Radweg ist eine Absperrung zum Straßenbahnschotter hin, links ist dichtes Gestrüpp und ansteigendes Gelände. Dazwischen jeweils nur ein, zwei Fuß höchstens per pedes betretbares Zwischenreich. Erstmal vor dem Laster angehalten, nachdem der während der Annäherung nichtmal den Hauch von Ausweichmanöver oder auch nur Anhalten gezeigt hatte. Nach kurzer, mittelprächtig freundlicher Interaktion bin ich dann mit dem Rad zur Gestrüppseite rüber, sodaß er wieder anfahren konnte. Den Beifahrer gefragt, warum sie denn nicht Radweg vorher weiter vorn abgesperrt hätten. Dann hätte sich der Radverkehr eben auf die allgemeine Fahrbahn auf der anderen Seite der Straßenbahnschienen begeben oder den in diese Richtung ebenfalls möglichen, anderen Radweg benutzt. Bis dahin nahm ich natürlich an, daß sie irgendwas am Radweg selbst, an der Straßenbahninfrastruktur oder am Grünzeug zu machen haben würden. Erst danebenstehend konnte ich sehen, daß es ein Entsorgungsfahrzeug war, der offenkundig weiter vorn zu einem Kleingarten- und Sportgelände musste. Dafür lohnt sich ja in der Tat keine vorherige Absperrung. Mich beim Beifahrer für die Ruppigkeit entschuldigt, weitergefahren und weiterhin 'nen schönen Tag gehabt. Klar, ist sicher nur Kleinkram, aber manch einem hätte das sicher einen erheblichen Teil des Tages verdorben.
Gerade als Radfahrer auf nicht ganz leeren Straßen muss man im Zweifelsfall ja selbst für seine passive Sicherheit sorgen. Restseitenstreifen/"Radwege" neben parkenden Fahrzeugen sind keine, schon wegen des generellen Abstandsgebotes, von der Möglichkeit - und Realität - aufschwingender Fahrzeugtüren ganz zu schweigen. Neben Verkehrsinseln ausweichende Hauptfahrbahnen und dort dann verschmälerte Seitenstreifen sind auch für die Katz. Schon bei Normalbreite wird man oft deutlich unterhalb des Abstandsgebotes überholt und manch ein Autofahrer fährt lieber mit dem rechten Rad auf der und über die rechte Fahrbahnmarkierung, um sich vom suspekten, aber gleichermaßen schwerfälligen, aber ebenfalls schnellen Gegenverkehr fernzuhalten. Ist doch klar, daß man da als Radfahrer eine Verschmälerung zum Anlass nimmt, gleichzeitig für den eigenen Abstand nach rechts und den des überholwilligen Verkehrs zu einem selbst zu sorgen - natürlich ausschließlich nach entsprechendem Schulterblick nach hinten. Gilt natürlich auch bei Baustellenverengungen, wenn die zudem verschmälerte Hauptfahrbahn in den Seitenstreifen verschwenkt wird. Die allerallermeisten, anderen Verkehrsteilnehmer akzeptieren und verstehen das intuitiv. Naja, und die anderen würde im Zweifelsfall auch irgendetwas anderes während ihrer Fahrt zum Anlass nehmen, um sich selbst den Tag zu verderben und ihre Cholerikerpersönlichkeit weiterzufüttern.
Wenn ich hier dann sogar in mehreren Beiträge lese, daß offenbar durchaus flott von der Stelle kommende Radfahrer mit Empfehlungen und Vorwürfen bedacht werden wie Bahnradfahren, Zeitwettkampf, Ergometer, Rekordsucht, Einzelzeitfahren oder Schrittgeschwindigkeit bei Buckelradwegen (oder etwa auch Absteigen und Schieben?), dann ist das schon Unmut auf einem offensichtlich hohen Niveau von Geschwindigkeit und dementsprechend geringer Geschwindigkeitsdifferenz. Gerade der sollte doch eben kein Ärgernis darstellen, sondern mit seinen 30 bis 40 km/h selbst ohne Überholmöglichkeit nicht als Hindernis empfunden werden.
Aber was rede ich mir den Mund fusselig. Wer sich aufregen will, der wird alles mögliche und viele eigentlich unmögliche als Anlass sehen. Und wer 'ne Kamera mitlaufen lässt, um seine eigene Unschuld und die Schuld der anderen zu dokumentieren, der sollte auch gleich dazusagen, daß er seine Aufnahmen im andersgelagerten Ausnahmefall natürlich zur eigenen Belastung und fremden Entlastung zur Verfügung stellen wird. Da hilft dann nur, daß es irgendwann zur angedachten Pflicht-Blackbox in Fahrzeugen kommt.