Eine Drosselung auf 384 statt 64 kbit/s würde doch nur zu noch mehr Verstopfung führen. Schon mit 64kbit/s kann man ohne weiteres 500MB pro Tag übertragen, also 15GB pro Monat. Zum Glück ist damit Videostreaming nicht möglich, im voraus und mit Wartezeit wird kein Streamer runterladen wollen und für sowas profanes wie Audiopodcasts werden sich die Glotzer wohl eher nicht interessieren. Mit 384kbit/s würde man aber nicht nur maximal 90 statt 15 GB pro Monat ermöglichen, sondern vor allem beliebig und in Echtzeit Videostreams in für's Handy ausreichender Auflösung abspielen können. Bei 2 Stunden pro Tag wären das schonmal 250MB pro Tag nur dafür, also ungefähr das, was die meisten heutzutage pro Monat an videostream-tauglicher Übertragung zur Verfügung haben.
Und wenn eine unlimitierte Flatrate und ein Nettoertrag möglich wäre, dann hätte es einer der vier längst eingeführt, zumindest aber ausprobiert. Wie schon erwähnt wird die Base/ADAC-Lösung wahrscheinlich eher auf Zufall und Unachtsamkeit basieren, geworben wird und wurde damit ja auch nie. Daß es im Ausland sowas gibt könnte unter anderem auch an uns als Spargroßmeister und Optimierer liegen. Andere Länder haben alle möglichen Flats, ohne daß sich das für alle Flat-Nutzer unbedingt lohnt, geschweige denn die technischen Grenzen auch nur annähernd ausgeschöpft werden. Schon die Vehemenz, mit der hier durchgehend schnelle Flatrates gefordert werden und auf die scheinbar kostenfrei mögliche Limitierungsfreigabe sowieso schon vorhandener Funktechnik hingewiesen wird, lässt erkennen, woher der Wind geht und wohin es gehen soll.
Daß die Radio- und Fernsender gern auf die Streams verweisen ist durchaus verständlich. Nicht nur, daß das angesagt ist und die Jugend bedient werden soll. Auch brauchen die Sender im Gegensatz zu DAB/DVB nicht selbst in Sendeanlagen und deren Betrieb investieren, sondern es reicht ein guter Netzanschluss. Die restlichen und wesentlichen Kosten übernimmt ja der Endkunde. Zudem wird gerade unter Jugendlichen auch eine bescheidene Investion in einen DAB-Empfänger eine mit der Lupe zu suchende Ausnahme darstellen, während der Streaming-Empfänger in Form eines geeigneten Handys sowieso vorhanden ist und dank allerhöchster Statuspriorität möglichst im Jahrestakt durch's neueste Modell ersetzt wird.
Und wenn die inzwischen beliebte 5GB-Datenkarte nicht ausreicht, nunja, dann kann man ja einfach noch eine zweite und x-te dazu nehmen, statt teure Volumenpakete zuzubuchen. Die Karten sind ja flott gewechselt, die Rufnummer ist sowieso eher unwichtig und man bekommt sie ja seit längerem immer wieder für 'nen Appel und'n Ei pro Monat.