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Original geschrieben von scaleon
Was heißt denn hier lustig machen? Dieses belehrende "ich würde es nicht schaffen" klingt so, als wäre ich ein "Wetten, dass-Kandidat" bei den Proben. Moment mal, ich bin Kunde und bezahle alles und ob ich nun schnell oder langsam bin -ändert nichts am Preis. Das kann mir doch egal sein, was die Kassierin von mir hält -denn die gleiche Kassierin erwartet mit Sicherheit eine Frisur beim Friseur und nicht eine Glatze weil es schneller gehen würde. Nicht?
Im Übrigen stehen in Polen junge Mädels hinter der Kasse und packen alles schnell wieder ein. Und hier ist man halbfroh, wenn eine zweite Kasse aufmacht wenn die Schlange mal zu lang wird -egal ob jetzt Aldi oder Edeka....
Die Lebensmittelpreise in Polen sind schon für Besucher aus Deutschland größtenteils unattraktiv (außer einheimisches Obst & Gemüse), für Polen angesichts ihres nur ein Deutschendrittel betragenden Einkommens natürlich noch ungleich teurer und gleichzeitig unvermeidbar. Löhne und damit auch Dienstleistungen sind in Polen billig, aber auch insgesamt beträgt die mittlere, polnische Kaufkraft weniger als die Hälfte der deutschen. Klar kann man sich relativ einfach eine zusätzliche Servicekraft leisten, besonders angesichts der relativ hohen Lebensmittelpreise.
Wenn die Kassiererin zum Eineurofriseur geht, dann wird sie da auch eine optimierte Kundentaktung und im Zweifelsfall ruppigen Umgang erwarten und in Kauf nehmen. Auch, wenn man Kunde ist und seine Ware selbstverständlich bezahlt - wenn man langsam ist, dann ist man für den Betrieb ein schlechterer, teurerer Kunde. Und wenn man absichtlich langsam macht, naja, dann fügt man sich angesichts des offensichtlichen Griesgrams selbst sogar den erheblichsten Schaden zu. Klingt nicht vielversprechend.
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Original geschrieben von saintsimon
So einfach sollte man es sich nicht machen, es ist nicht eine Frage des Geldes, sondern die erkennbare Mentalität der Enscheidungsträger. Es steht diesen Halunken einfach nicht zu, den Kunden, egal ob er viel oder wenig zahlt, als Vieh zu behandeln. Ob ein Aldi--Kassierer viel oder wenig verdient, kann dem Kunden egal sein, den er bekommt für seinen eigenen Stress keinen Anteil. Die Kostenrechner mögen sich für Clever halten, aber Effizienz kann auch Niederträchtigkeit offenbaren.
Es geht mir nicht um Luxus oder persönlichen Service, aber wenn man ohne Einkaufswagen bei Aldi oder Lidl einkaufen will, dann gibt es keine Körbe, man muß sehen wie man seine Ware über den Service-Abgrund an der Kasse hinwegrettet. Mit dem Verscheuchen der Zahlviehs hört das Mitdenken der Planer auf. :flop:
Edit: ein gutes Beispiel für institutionalisierte Niedertracht ist ja auch der systematisch skrupellose Vodafone-Vertrieb, die die Mitarbeiter wissentlich so unter Druck setzt, daß den Kunden zu Bescheissen zum Alltag wird, um die geforderten Zahlen zu erreichen. Die heiligen Zahlen "rechtfertigen" die Verachtung des Kunden?
Was hat denn der systematische Betrug am Kunden in Mobilfunkläden mit dem höchsteffizienten Lebensmittelgeschäft und dessen Konsequenzen zu tun? Niemand wird hinter's Licht geführt, niemand unterschreibt irgendeinen Vertrag, niemand bekommt irgendwas vom Konto abgebucht, niemand bekommt höhere Fixkosten präsentiert als verabredet. Wer die günstigsten Lebensmittelpreise bei guter bis bester Ware will, der muss sich eben auf das System Aldi einlassen. Die Kassierer haben sich auch nicht aus Not darauf eingelassen oder wegen Arbeitsamtzwanges. Die werden ja nicht ohne Grund gut bezahlt und zu ihrer Leistung könnte man niemanden zwingen. Und jedem enttäuschten Kunden stehen ja reichhaltig ALternativen zur Verfügung, dank Aldis Preismacht sogar zu identischen Preisen.
Und wenn man ohne Einkaufswagen mit dem Abräumen und Verstauen kaum hinterherkommt, was dann? Dann nimmt man sich einfach ebenfalls einen Einkaufswagen, wie all die anderen auch. Ich kann mich erinnern, daß man eine zeitlang bei irgendeinem Laden sogar zur Benutzung von Einkaufswägen aufgefordert wurde. Und daß es keine Körbe gibt, nunja, das ist sicher kein Versehen, sondern Teil des dortigen Ladenkonzeptes.
Und wenn man die Entscheidungsträger eines Nichtmonopolisten für Halunken und sich selbst zudem schlecht behandelt fühlt, warum sollte man dieses Laden nicht mit Abwesenheit strafen und die Konkurrenz mit Umsatz belohnen?