Wenn man sich an den hier geäußerten Entscheidungsthesen entlanghangeln würde, dann würde kaum jemals kaum jemand mal eine Bauentscheidung treffen, geschweige denn, in irgendetwas wohnen. Freistehendes Sackgassenendhaus im Eigenbesitz oder gemietetes Kellerverlies sind doch längst nicht die einzig diskutablen Möglichkeiten. Auch ein Reihenmittelhaus steht auf eigenem Grundstück, unterliegt komplett der eigenen Verfügungsgewalt, keinen Miteigentümerzwängen wie bei Eigentumswohnungen, Gestaltungsmöglichkeiten, pipapo. Und so teuer ein Haus auch ist, so ist und wird es doch weniger als früher den Aufenthalt bis zum Lebensende definieren. Gefällt es nicht oder braucht man etwas kleines, größeres, anderes oder woandriges, dann kann man ja durchaus verkaufen und kaufen. Man weiß ja nichtmal, ob man gegenüber zukünftigen Nachbarn eher Erleider oder Verursacher von Problemen darstellen wird.
Also gut, man hat bemerkt, daß ein ansonsten perfektes erscheinendes Objekt verschattete Außenflächen und gegenüberliegende Nachbarn haben wird. Bisher hatte man eher gar keine Außenflächen und Nachbarn rechts, links, drüber und drunter. Schatten- und Nachbarlosigkeit können genauso unattraktiv erscheinen. Und auch bezüglich der weit und breit alleinstehenden Villa mit Meerblick oben der Klippe ließen sich auf Anhieb abschreckende Nachteile aufzählen.
Ein halbes, bisheriges Leben in einem nicht ganz freistehendem Eigenheimchen, ein halbes bisheriges Leben in verschiedenen WGs und Mietwohnungen. Vielleicht das halbe zukünftige Leben in wasauchimmer Eigenem und dann vielleicht ein anderes, halbes, zukünftiges Leben in nun vollkommen noch vollkommen unabsehbaren Lebensverhältnissen.
Ausschlußmerkmale im konkreten Fall habe ich keine wahrgenommen, den Abwägungen hingegen sollte man aber auf jeden Fall die Zuwägungen gegenüberstellen. Die bekommt man ja bei bei von den konkreten Abwägungen nicht betroffenen, anderen Objekten eben auch nicht automatisch mit dazu, sondern werden erst dort zu Abwägungen. Im Durchschnitt sind die allermeisten von uns eben mehr oder weniger Durchschnitt. Damit lässt sich leben. (-:=