Wie schon gesagt sind GEZ und GEMA zwei Baustellen, die sich nicht substituieren lassen, wohl aber gleichzeitig fällig werden können. GEZ wird fällig für das Bereithalten von Empfangsgeräten, demnächst dann stattdessen pro Kopf, pro Familie und irgendwie auch pro Betriebsstätte. GEMA wird fällig für das öffentliche Abspielen von GEMA-pflichtiger - also fast jeder - Musik, ob von Radio, CD, Internet oder sonstwas. Die offenstehende Bürotür mit dahinter abgespielter, privater Musik sehen GEMA-Bevollmächtigte und Bürobesitzer naturgemäß meist unterschiedlich. Wie ich gerade gelesen habe halten sich die GEMA-Abgaben aber durchaus im Rahmen. Für einen Friseurbetrieb mit 100qm werden pro Monat etwa 10 Euro fällig. Da lohnt sich die zudem klanglich suboptiomale Bürotürvariante gar nicht erst, denn erst mit passenden Lautsprechern im Verkaufsraum funktioniert's auch akustisch akzeptabel.
Aber von all dem abgesehen: Ist sowas in Apotheken schon erfolgreich getestet worden? Im Arztwartezimmer kann ich's mir durchaus vorstellen, zumal die Patienten dort ja oft längere Zeit warten müssen, Gesprächsbereitschaft nicht vorausgesetzt werden kann und die wartenden Patienten ja Sorgen oder Schmerzen haben und somit Ablenkung und Beruhigung sinnvoll sein können. Aber in der Apotheke? Da ist's mir bisher nie begegnet, ich kann's mir nicht so recht vorstellen, der Kunde hat eher nichts davon und es könnte den Kontakt zwischen Besatzung und Kunde auch eher stören.
Während des kurzen und unproblematischen Apothekenaufenhaltes braucht der Kunde ja keine Ablenkung oder geht's um eine mutmaßtlich umsatzsteigernde Wohlfühl- und Einlullatmosphäre, wie in Kaufhäusern und Supermärkten? Die Besatzung hat während der Gegenwart von Kunden wahrscheinlich auch keinen gesteigerten Bedarf nach Musikuntermalung - höchstens dann, falls es längere Phasen ohne Kunden geben sollte.