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Original geschrieben von surfmobile
Wäre es nicht eigentlich an der Zeit, dass der deutsche Staat mehr Druck auf die Telekom ausübt ihre mobile Breitbandstrategie zu überdenken? Die Telekom ist seit Jahren eine Innovatiotionsbremse in Deutschland. Sie bauen zwar ein ziemlich gutes Netz, aber erheben fast schon prohibitive Preise für dessen Nutzung und verhindern damit das Aufkommen eines modernen Lifestyles in Deutschland, der andernorts in der EU schon längst selbstverständlich ist. Statt dessen muss O2 jetzt Deutschland den A*** retten in Sachen moderner mobiler Lifestyle, ausgerechnet O2, die gerade im Migrationschaos versinken und deren Netz eine Großbaustelle ist.
Keiner der Akteure denkt in Kategorien wie Ermöglichung oder Verhindung, geschweige denn, daß es darum geht, daß Kunden nicht mehr bezahlen oder nicht weniger bekommen als im günstigsten oder besten Land. Das sind alles Wirtschaftsunternehmen, die weder der Politik, noch der Allgemeinheit, noch internationalen Bestpreisen verpflichtet sind.
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Original geschrieben von wolfbln Jetzt benutzt du aber die gleichen üblen Taschenspielertricks wie die Industrie. Du vergleichst völlig unterschiedliche Raten und zeigst an einigen relativ günstigen Preisen, wie generell billig mobile Daten in Deutschland wären. Das ergibt dann ein völlig falsches Bild und genau das wollen die Telkos uns immer hier vorgaukeln. Genauso könnte ich die Preise mit von vor 10 Jahren vergleichen und sagen, es ist ja jetzt richtig billig.
[...]
Ich bleibe bei meiner Beobachtung:
- in Deutschland sind die Datenpakete im Durchschnitt viel kleiner als in anderen OECD-Ländern
- der Preis, der durchschnittlich pro GB für das Paket gezahlt wird, ist in Deutschland am höchsten
= was natürlich sich gegenseitig bedingt.
Natürlich sind Daten im Mobilfunk in Deutschland günstig:
- wenn man die Preise ggü. von vor 10 Jahren vergleicht
- wenn man bestimmte Sonderangebote (insbesonderen mit Qualitätseinschränkungen wie bei O2 oder ohne LTE-Nutzung oder anderen Haken) wahrnehmen kann
Die Preise sind aber sehr teuer:
- wenn man vergleicht, was Nutzer für wirklich gleichwertige Angebote anderswo zahlen
- wenn man vom Durchschnittsnutzer ausgeht, in einem Vertrag, wie er eben hier landesüblich verkauft wird
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Der letzte Punkt erschließt sich mir garnicht. Was auch immer man sich da konkret und zahlenmäßig vorstellt, würde ja voraussetzen, daß man weiß, was den hiesigen Durchschnittsnutzer ausmacht und was hier so "landesüblich verkauft wird". Das wissen aber nichtmal die Netzbetreiber über die Kunden der Konkurrenznetze. Was anderswo bezahlt wird, kann einem doch reichlich gleichgültig sein. Entweder hält die bezogene Leistung gemäß seinem Vertrag für günstig oder für teuer. Was in Portugal oder Litauen dafür zu bezahlen wäre, juckt doch nicht die Bohne. Es wird ja auch niemand behaupten, daß die günstigsten Ländern durch den Preisvergleich mit anderen Ländern so günstig geblieben oder geworden sind. So oder so können bei einer so weitgefassten Untersuchung ja nur Listenpreise verglichen werden. Hierzulande wird aber in diesem Bereich traditionell mit hoher Provisionierung und damit einhergehend mit starker Provisionierung mitgelieferter Mobilfunkgeräte operiert. Vorstöße der Marktteilnehmer zur nachhaltigen Änderung oder Unterbindung sind auch immer wieder gescheitert. Woanders wird viel näher am tatsächlichen Listenpreis operiert. Hierzulande aber muss niemand einzelnes einen Listenpreis bezahlen, auch Selbstständige und Kleinbetriebe nicht. Wer's trotzdem macht, der ist entweder unfähig oder unwillig.
Wie die Untersuchung auf den angebenen GB-Deutschlandschnitt für 13,27$/GB bei Vertragsdatenkarten gekommen ist, muss doch eigentlich jedem Datenkartenbesitzer rätselhaft sein. Ist da eingeflossen, wieviele Nutzer jeder Tarif hat oder haben sie einfach nur alle existenten Tarife zusammengezählt und durch die Tarifzahl geteilt?