Kleinkramversicherung
Freiwillige Versicherungsverträge sollte man überhaupt grundsätzlich nur zur Umgehung existenz- oder vermögensgefährdender Ereignisse abschliessen, schon deshalb, weil ja neben einem selbst viele am Vertrag mitverdienen - die Versicherungsvertreter und -vermittler (Provision), der Staat (Steuern) und natürlich nicht zuletzt die Versicherungen selbst (angestrebter Gewinn, zusätzlich zur Deckung aller Kosten wie Versicherungsfälle, Personal, Büros, Werbung,...). Wenn man nicht gerade zumindest hunderttausende Euros schmerzlos entbehren kann, dann braucht man gegen bei anderen verursachte Schäden (Haftpflicht), für das eigene Wohneigentum (Gebäude- und Hausratversicherung) und für neues, teures Auto meistens auch noch, denn ein zweites als Ersatz könnte man sich meist nicht leisten. Letzteres wird mit zunehmendem Fahrzeugalter aber auch schon überflüssig.
So, Versicherungen für alles geringwertigere sind Blödsinn, Geld-, Zeit- und Nervenverschwendung, schon weil die nicht prämienbezogenen Fixkosten (Versichungsgebäude, Bearbeitung, Werbung,..) in Relation zum Versicherungswert überproportional ansteigen. Den eigenen Aufwand und Ärger bei möglicherweise notwendiger Inanspruchnahme der Versicherung ist da noch nichtmal berücksichtigt.
Ein Freund von mir hatte bei seinem vorigen Fernseher vom Händler eine Versicherung aufgeschwatzt bekommen. Daß die Firma sich Wertgarantie nennt ist natürlich psychologisch äußerst geschickt. Was er in den Jahren dafür an Beiträgen bezahlt weiß ich nicht mehr genau, aber als wir's mal ausgerechnet haben war das ein enormer Brocken. Als der Fernseher dann irgendwann endgültig den Geist aufgab - wirtschaftlicher Totalschaden - hat sie zwar was gezahlt, aber gelohnt hat sich die Sache ganz und gar nicht und daß er sich das neue Gerät beim alten Wertgarantiehändler gekauft hat hing auch mit den Versicherungsbedingungen zusammen, glaube ich.
Wer unbedingt ein teures Handy haben möchte muss sich auch leisten können, daß das Ding eventuell mal wegen der eigenen Unachtsamkeit repariert oder sogar in der Bucht als Defektware restverwertet werden muß. Entweder hat man genügend auf der Seite liegen, um sich ein neues oder gleichwertiges, gebrauchtes Handy kaufen zu können oder man bescheidet sich im Fall des Falles zumindest vorläufig mit was günstigem.
Wer heute eine Handyversicherung für nötig hält wird morgen auch eine Versicherung gegen Löcher in den Socken brauchen.