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Original geschrieben von CK-187
Die Szene selbst soll gestellt sein. Das Kind soll etwas weiter weg in einer kleinen Bucht zwischen Felsen angespült worden sein und wurde dann medienwirksam wo anders in Szene gesetzt. Sind paar Bilder durch Facebook gegangen vor paar Tagen aber das ändert IMO trotzdem nicht viel oder macht die Sache besser/anders.
Und auch wenn viele Kritiker die Karikatur wohl (absichtlich?) falsch auslegen macht das die Sache nicht anständiger. Nur weil man rechtlich gesehen etwas darf muss das nicht unbedingt anständig sein und Anstand ist das was ich in vielerlei Hinsicht die letzten Jahre am meisten vermisse.
Charlie Hebdo ist nunmal kein Konsens mit Mainstream-Anspruch und -Ansprache. Anstand ist eine moralische Bewertung, zumal eine individuell höchst subjektive und unterschiedliche. Der Junge war zwar sein Leben lang keine Person des öffentlichen Lebens und jetzt gibt es ihn nicht mehr als Subjekt. Er wurde aber anderweitig und breitflächig medial inszeniert, also darf man auch Referenz dazu beziehen und die gesellschaftliche Wahrnehmung der Nachricht aufs Korn nehmen.
Wenn es tatsächlich so, wie oben beschrieben sein sollte, daß also die Fotos keine Fundfotos sind, sondern er dort zum einen in dieser Stellung und an diese Position abgelegt worden ist, dann ist das der tatsächliche Skandal. Medial, fotografisch, gesellschaftlich und psychologisch macht es einen riesigen Unterschied, ob er zwischen Felsen in einer kleinen Bucht liegt oder am weitläufigen, flachen und offenen Strand. Nicht nur sind Perspektive, Motivvariabilität und Freistellung monumental anders, sondern ebenso hat jeder Betrachter impulsiv im Kopf, daß man selbst ja schon so oft an einem Meeresstrand war und man selbst auf dieses tote Kind hätte treffen können. Wenn es tatsächlich wie beschrieben gewesen sein sollte, dann ist das eine Manipulation sondergleichen, die einen ähnlichen Kontext hätte wie vor Wochen die aufmerksamkeitsheischende Berliner "Bestattung" eines im Mittelmeer umgekommenen Flüchtlings.
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Original geschrieben von Brainstorm
Vielleicht sollte jeder mal darüber nachdenken: Genauso wie man selbst nicht Emotional verletzt werden will, darf man das auch nicht mit anderen tun. Und die Aussage: Das Religiöse Gefühle ja sinnlos seien, weil an nichts reales gebunden, zählt nicht. Es zählt allein, daß jemand Emotional verletzt wird. Welche Gründe für diese Verletzung vorliegen, spielt keine Rolle, hier hat man auf die Emotionen der anderen Rücksicht zu nehmen, genauso wie man erwartet, daß auf die eigenen Emotionen Rücksicht genommen wird.
Und da aber damals von allen Seiten getönt wurde: Satire darf alles, auch Emotionen verletzen, sonst ist sie ja nicht lustig, sage ich weiter so, noch mehr tote Kinder auf das Titelblatt, ist ja so lustig. Vielleicht beginnen jetzt einige nachzudenken, ob man vielleicht doch anders über diese Einstellung denken sollte.
Titelblatt?! Das ist nur behauptet und durch Anlegen eines Titelschriftzuges vorgetäuscht. Die Zeichnungen entstammen nicht dem Titelblatt, sondern sind hinten im Heft.
Nicht, daß es nicht lustig sein kann, wenn es niemandes Emotion verletzt, aber andererseits wird sich für jede Darstellung jemand finden, der sich drüber aufregt. Man muss ihn mit der Nase drauf stoßen, auch und gerade, weil er es von allein aufgrund seiner Präferenzen nie wahrnehmen würde. Von den Älteren unter uns kennen vielleicht einige den Kinderreim, der Gott, Größe, Macht, Po und Maße vereint. Außerhalb der Großstädte gab es einfach niemanden, dessen Gefühle, Gewohnheiten und Rituale man damit hätte verletzen können.
Daß ein Staat, seine Institutionen und seine Vertreter niemanden emotional verletzen darf, versteht sich wohl von selbst. Andererseits darf private oder individuelle Satire sich eben nicht fragen, ob irgendjemand sich angegriffen fühlen könnte. Wer sonst sollte denn heutzutage die Funktion des Hofnarren einnehmen, der ja nicht nur Spaßmacher war, sondern als einziger dem Herrscher unbequeme Wahrheiten und Perspektiven präsentieren durfte? Ohne diesen vermeintlichen Eklat wäre zum Beispiel ich längst nicht drauf gekommen, daß die Fotos möglicherweise garnicht echt, sondern geplant, gestellt und manipuliert sind.