Also sind die Argumente der angeblichen Verletzung der Persönlichkeitsrechte bei der Ablichtung einer Häuserfassade nur vorgeschoben. In Wahrheit geht es um die Aggregation von Daten bei Google, die unsere Behörden gerne hätte (Vorratsdatenspeicherung usw.). Auf die Daten bei Google haben jedoch nur US-Behörden Zugriff.
Dabei muss ich doch direkt an die Aussagen von Kritikern denken, dass Street View dazu genutzt werden könnte, Rückschlüsse auf die Kreditwürdigkeit zu ziehen. Dabei fließt die Wohngegend längst in den SCHUFA-Score mit ein. Wer im Ghetto lebt, ist automatisch schlechter gestellt als Personen aus vornehmeren Ortschaften. Im Gegensatz zu Street View führen die Angaben bei der SCHUFA und anderen Auskunfteien schon seit langem regelmäßig dazu, dass einem kein Kredit oder Mobilfunkvertrag gewährt oder man von Amazon u.a. nicht per Lastschrift beliefert wird. Komisch, dass gegen diese Diskriminierung nicht vorgegangen wird. Stattdessen wird mit der Vertragsfreiheit der beteiligten Unternehmen argumentiert.
Bei Google Analytics ist es ja auch nicht schlimm, dass die Daten überhaupt erfasst werden, sondern nur, dass diese auf Servern in den USA abgelegt werden, auf die hiesige Behörden keinen Zugriff haben.
Wenn das BKA einen solchen Dienst anbieten würde, wäre plötzlich alles in Ordnung. Nur so ein paar Netzspinner (Piratenpartei, CCC, etc.) wären dagegen.
Nur so zur Info: Fast jeder Webserver speichert Zugriffslogs der Besucher einschließlich des identifizierenden Tupels aus IP-Adresse und Zeitstempel. Da gibt es weder Opt-In noch Opt-Out, was die Politik jedoch (ausschließlich) von Google fordert. Seit wann gilt das BDSG eigentlich nur für Google? Die einzige Möglichkeit, sich dem zu entziehen, ist der Verzicht auf das Internet.
Auch ich sehe die Datensammelwut kritisch, nur sollten die Herren (und Damen) im Bundestag dem mal mit gutem Beispiel vorangehen und nicht gegen Dinge öffentlich Stimmung machen, die sie selbst durchführen (würden).
Und nein: Wenn der Staat so etwas macht, ist das nicht (automatisch) besser. Erich Mielke meinte es auch nur gut: "Ich liebe — Ich liebe doch alle — alle Menschen — Na ich liebe doch — Ich setzte mich doch dafür ein."
edit: Street View: Bürgerprotest gegen Google
Die vier Personen regen sich über Street View auf und wollen nicht, dass die Häuser bei Google zu finden sind, lassen sich aber mit Realnamen und ohne Gesichterverpixelung vor dem Häuserblock ablichten. Sie geben also freiwillig mehr preis als Google je veröffentlicht hätte. Toller Protest. 
So nach dem Motto: Da Google nicht gefragt hat, ist eine Ablichtung des Hauses nicht erlaubt. Hätte Google jedoch gefragt, würden wir sogar das Haushaltsnettoeinkommen und die Höhe der gegebenenfalls vorhandenen Hypothek nennen.