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Original geschrieben von Diera
Wenn nichts gemacht wird, und es tatsächlich zum Anschlag kommen sollte, was dann?
Man kann doch nicht sagen, dass bisher nichts gemacht wurde, oder? :confused:
Es geht gerade aktuell um eine weitere Verlängerung und sogar Verschärfung angeblicher Anti-Terror-Gesetze, wobei ich mich wirklich frage, ob der Begriff "Terrorist" nicht klammheimlich von unserer Regierung neu definiert und von ihr inzwischen synonym für "Staatsbürger" verwendet wird. 
Auch die allerschärfsten Gesetze und die größtmögliche Überwachung werden nichts daran ändern, dass Leben nun einmal immer lebensgefährlich ist, wie Erich Kästner es treffend formulierte. Man hätte mehr Grund, vor den Inhaltsstoffen in unserem Essen, den Kfz-Lenkern auf unseren Straßen oder den Ärzten in unseren Krankenhäusern Angst zu haben, von den Rauchern, die unsere Atemluft verpesten, aber dafür mit ihrer Tabaksteuer den "K(r)ampf gegen den Terrorismus" bezahlen ganz zu schweigen. 
"Angst" scheint etwas so typisch Deutsches zu sein, dass dieses Wort inzwischen als Fremdwort für diffuse Lebensangst und unbegründete Furcht Einzug in die englische Sprache gehalten hat. Die Deutschen scheinen ohne ihre geliebte Angst nicht leben zu können oder zu wollen. Daher ließen sie sich gerne mit einem Phantom ObL und al-Qaida Angst machen, vor allem, wenn mal wieder eine Handvoll islamischer Wirrköpfe stümperhafte Versuche unternahmen, eine Bombe zu bauen. Jetzt, wo ObL nachweislich der Löffel, den man irgendwann abzugeben hat, von den Amis entzogen wurde, braucht es natürlich eine neue Sockenpuppe, damit den Deutschen ihre Angst bloß nicht genommen wird. Da ist nun wieder der Einfallsreichtum unserer Politiker gefragt. 
Ganz ehrlich: wenn ein Fanatiker, dem sein eigenes Leben völlig egal ist, es ernsthaft darauf anlegt, auch in Deutschland ein Blutbad anzurichten, indem er sich in einem überfüllten Bahnhof o. ä. in die Luft sprengt, dann wird ihn kein Anti-Terror-Gesetz daran hindern können, und sei es noch so scharf. Das einzige, was Anti-Terror-Gesetze tatsächlich bewirken: sie stellen 80 Millionen Menschen in Deutschland unter Generalverdacht und schränken "vorsorglich" ihre Rechte ein und erleichtern ihre Überwachung.
"Wer Sicherheit der Freiheit vorzieht, ist zu Recht ein Sklave," schrieb der griechische Philosoph Aristoteles. Der Mann hatte recht! :top:
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Original geschrieben von Betamax
Ich freue mich auf jeden Fall das er [= Osama bin Laden] endlich tot ist, wurde ja auch mal Zeit. Zwar wird die terroristische Bedrohung dadurch wohl kaum geringer werden, aber symbolisch ist das ein gewaltiger Schlag gegen Al Quaida.
Ich finde es selbst im Fall eines gesuchten Terroristen für absolut daneben, sich über den Tod eines Menschen zu freuen. :flop: Auch ein Terrorist ist und bleibt ein Mensch, egal was man ihm vorwirft.
Hätte man ObL - wie damals Eichmann in Argentinien - in Pakistan gefangen genommen, in die USA verbracht und dort vor Gericht gestellt, dann wäre ich geneigt, von Gerechtigkeit zu sprechen, auch wenn man selbst einem ObL Unrecht tut, seinen Namen in einem Atemzug mit einem millionenfachen Massenmörder wie Eichmann zu nennen. So aber ist auf der langen Liste von Opfern des Terrorismus und Gegenterrorismus nur ein weiterer Eintrag hinzugekommen. 
Nur mal zu Erinnerung: man hat ObL oft die Urheberschaft an den Anschlägen in New York und Washingtom vom 11.09.2001 vorgeworfen. Pikanterweise haben sich dafür nie ernstzunehmende Beweise gefunden und auf der "Most wanted"-Liste des FBI stand ObL zwar an erster Stelle, aber nicht wegen der Anschläge von "Nine-Eleven", sondern aufgrund diverser anderer terroristischer Aktivitäten. ObL selbst hat sich in seinen Videobotschaften zu so vielen Anschlägen bekannt, dass es für eine Anklage und Verurteilung wegen hunderten von Morden dicke gereicht hätte, da hätte das Bekenntnis zu "Nine-Eleven" keinen Unterschied mehr gemacht. Bloß hat er sich nie dazu bekannt, und wie man diesen Mann einschätzen konnte und musste, hatte das ganz sicher nicht Feigheit oder Scham zum Grund. Es ist wohl eher zu vermuten, dass er damit tatsächlich nichts zu tun hatte, ohne dass damit nun gesagt werden sollte, dass es ihn nicht gefreut hätte.