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KPN verpasst E-Plus-Chef Dämpfer
von Kristina Spiller, Hamburg 09.05.2005
Der niederländische Telekomkonzern KPN hat dem Chef seiner deutschen Mobilfunktochter E-Plus, Uwe Bergheim, einen Dämpfer verpasst. Am Dienstag kündigte KPN an, dass der Chef der kleinen belgischen Mobilfunktochter, Stan Miller, auch das Deutschlandgeschäft kontrollieren soll.
Bergheim behalte seine Position, werde aber an Miller berichten. "Wir glauben, dass wir in Deutschland schneller wachsen können", sagte KPN-Finanzchef Marcel Smits zu dem Schritt. Mit dem Schritt dürfte der niederländische Konzern Konsequenzen aus den schwachen Zahlen im wichtigen deutschen Markt ziehen. "Das ist eine Demontage Bergheims", urteilt Marcus Sander, Analyst von Sal. Oppenheim. "Bei E-Plus hat sich wenig bewegt, und auch das erste Quartal war wieder schwach." Im harten belgischen Markt laufe es für die Tochter Base unter Millers Leitung dagegen gut.
KPN setzt darauf, dass die größte Mobilfunktochter das schwächelnde Festnetzgeschäft ausgleichen hilft. Noch geht die Strategie nicht auf, wie die von Analysten mit Enttäuschung aufgenommenen Zahlen für das erste Quartal zeigen, die KPN am Dienstag vorlegte. Der Umsatz sank, und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) brach um elf Prozent auf 1,1 Mrd. Euro ein. Allein bei E-Plus gab das Ebitda um 15 Prozent auf 135 Mio. Euro nach.
Höhere Kundenzahl teuer erkauft
"E-Plus steht nicht als der frische junge Herausforderer da", kritisiert Analyst Sander. Dem Topmanagement habe wohl nicht gefallen, was Bergheim im deutschen Markt erreicht habe, sagte ein anderer Analyst. Der Rivale O2 habe sich weit besser entwickelt.
E-Plus steigerte die Kundenzahl um 140.000 auf 9,7 Millionen, was aber hohe Kosten verursachte. Auch dadurch sank die Ebitda-Marge von 27 auf 21 Prozent, obwohl KPN sie mittelfristig über 30 Prozent sehen will. "E-Plus muss kämpfen, um den Marktanteil von 13 Prozent zu halten", sagt Ovum-Analyst Dan Bieler.
Aus Konzernkreisen hieß es, für Bergheim ändere sich nicht viel, da er zuvor wie auch Miller an KPN-Vorstand Guy Demuynck berichtet hat. Demuynck leitet die niederländische Mobilfunktochter und gibt nun die Kontrolle über Deutschland und Belgien an Miller ab.
So gesehen handelt es sich zwar nur um einen Chefwechsel. Doch Bergheim kann nicht gefallen, dass Belgien-Chef Miller an ihm vorbeizieht, obwohl der Deutsche das weitaus größere Geschäft verantwortet.
Quelle: http://www.ftd.de/km/ko/6414.html
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Ist das der Anfang vom Ende von KPN als Gesellschafter von E-Plus? Immerhin haben sie den Bergheim endlich mal entmachtet. Spätestens seit der Cebit-Blamage war das längst überfällig.
Vielleicht tut sich mit dem neuen Boss endlich mal was...