Re: Unser Nehmercredo - grenzenlos?
ZitatOriginal geschrieben von tokwa
Wo führt dieses Nehmercredo hin? Langsam an die Grenzen (siehe "Drosselkom-Debatte")?
Mal ein eher "netzethischer" Anstoß. (Will nicht wissen, wie schnell dieser Thread nach unten absackt). Ist halt nicht ganz so angesagt, fürchte ich.
Ich bin der Meinung, dass hier ein grundsätzliches Missverständnis vorliegt. Erstens möchte ich nicht über die Internetnutzung anderer urteilen, zweitens ist der Löwenanteil der Netzbetreiberkosten vollkommen unabhängig von der übertragenen Datenmenge! Eine (e)NodeB kostet in der Anschaffung immer gleich viel, egal ob ich mit ihr viele oder wenige Daten übertragen will, die Lizenzkosten für die Frequenzen sind auch schon bezahlt. Die Stromkosten sind vollkommen unerheblich, sobald das erste Mal die Klimaanlage anspringt. Die Traffickosten liegen im Großhandelsbereich im deutlich einstelligen Centbereich pro GB. Von daher ist es für den NB nahezu unerheblich, wieviel Datentraffic im Endeffekt anfällt. (Die Festnetzdrossel hat sich die Telekom nur deswegen ausgedacht, um bei datenintensiven Inhalteanbietern zusätzlich die Hand aufhalten zu können. Kapazitätsprobleme gibt es nicht, vor allem nicht bei der Telekom.)
Und bevor hier die Shared-Medium-Keule geschwungen wird: Das ganze Internet ist ein Shared-Medium. Der DSL-Anschluss hinter der ersten Vermittlungsstelle auch. Wenn alle Teilnehmer an einem DSLAM gleichzeitig einen Speedtest machen würden, würden alle ziemlich dumm aus der Wäsche gucken. Und die 3-Netze machen es vor, dass hohe Netzqualität und die Verfügbarkeit von echten Flatrates zu deutlich günstigeren Preisen als bei uns Hand in Hand gehen. (Ja, three.co.uk hat eine Grenze bei 1000 GB pro Monat, wobei die auch eher technischer Natur sein dürfte) Und nu?
Die hiesigen Grenzen sind allesamt künstlich eingezogen und führen zu den beeindruckenden Renditen der NB, die es sich in ihrem Oligopol ziemlich gemütlich gemacht haben.