Beiträge von lisari


    Generell haben die Herausgeber von Kreditkarten das Riesenproblem, dass am reinen Bezahlumsatz nichts mehr verdient werden kann.
    Eine kostenlose Karte macht eigentlich nur als Einstiegsdroge Sinn, um andere Produkte zu verkaufen. Oder man bringt die Karteninhaber dazu, kostenpflichtige Leistungen in Anspruch zu nehmen.
    Oder man packt Zusatzleistungen auf die Karte, und nennt das ganze dann „Premium-Abo“ oder ähnlich, mit Monatsgebühr. Mal schauen, was sich die Barclays Bank für Zeiträume ab dem 01.08. einfallen lassen hat :).


    Barclays war in der Vergangenheit immer gut, wenn sie mit etwas Neuem auf dem Markt erschienen, was es vorher gar nicht gab, oder wenigstens etwas, das innovativ ist, oder eine Zielgruppe anpeilt, die andere links liegen lassen. Aus meiner Sicht waren solche Highlights etwa:

    • Als ich 1993 meine Barclaycard beantragt habe, war es ein "Barclays Doppel", das war innovativ, nämlich Visa und Eurocard zum Preis einer Karte, aber dafür bessere (weil quasi doppelte) Akzeptanz. Das gab es sonst nicht, wurde erst später von anderen kopiert (etwa LBB). Bessere Akzeptanz.
    • Ende der 90er Jahre gab Barclay, um die Akzeptanz zu verbessern, eine EC-Karte kostenlos zu ihren Kreditkarten hinzu, was die Akzeptanz in Deutschland schlagartig extrem ausweitete. Auch das wurde erst später von anderen kopiert (LBB). Mehrwert für den Kunden: Bessere Akzeptanz.
    • Bei Barclay gab es m.W. zuerst die Grace-Period zur Revolving-Kreditkarte: Die Karte kann immer auf Teilzahlung stehen (um den Kunden dazu zu animieren). Solange er voll ausgleicht (auch per Überweisung), werden keine Zinsen beretchnet. Die Teilzahlung muss auch nicht erst "eingeschaltet" oder umständlich "umgestellt" werden, sondern kann immer bestehen bleiben. Trotzdem entstehen keine Zinsen, solange man zu 100% per Überweisung ausgleicht. Das war sehr erfolgreich, wurde u.a. von Advanzia kopiert. Der Kunde kann sich gut fühlen und trotzdem gelegentlich mal die Teilzahlung nutzen, um eine größere Ausgabe über 2 bis 3 Monate zu strecken. Die Idee dieser Grace-Period, bei Barclay "das Barclaycard-Prinzip" genannt, war innovativ. Mehrwert für den Kunden: Sehr bequem, sehr flexibel.
    • Überweisungsservice bis 5.000 € monatlich aus dem KK-Rahmen, zinslos (!), für den die Grace-Period ebenfalls gilt. Ein sehr gutes Feature, bisher m.W. kaum kopiert.
    • Später wurden dann Kredite für Selbstständige angeboten - auch innovativ (jedenfalls in Deutschland), wo viele "etablierte Banken" Selbstständige links liegen lassen und nicht als Zielgruppe wahrnehmen. Barclay erkannte die Zielgruppe, und zwar eine mit Bedarf.
      Wer Kreditbedarf hat, zahlt auch gern etwas höhere Zinsen, damit er überhaupt Kredit bekommt .. Zusätzliche Kunden, weil neue Zielgruppe. Dankbare Zinszahler (die anderswo keinen unbürokratischen (!) Kredit erhält .


    Weniger erfolgreich war Barclay, wenn sie die Ideen anderer kopiert haben, wofür die New Visa mit kostenlosem Bargeldbezug und Gebührenfreiheit steht. Das war eindeutig von der DKB abgekupfert. Die DKB macht mit den Kunden aber auch noch anderes Geschäft zur Quersubventionierung, und genau darauf muss sich auch Barclaycard wieder besinnen:


    Der Kunde muss es leicht (= bequem) haben. (Diese Totgeburt "Zahlungsplan" nutzt wohl kaum jemand, viel zu umständlich und unübersichtlich.)


    Wenn eine Bank von Zinszahlern leben will, muss sie diese auch anlocken und "anfüttern". Bei Zinszahlern ist auch die Gebührenfreiheit nicht das ausschlaggebende Kriterium, eher die Verfügbarkeit. Wer eine größere (unvorhergesehene) Zahlung kurzfristig unbürokratisch über 3 Monate strecken will, vergleicht nicht die Zinsen, sondern nimmt, das was am einfachsten und ohne Bürokratie sofort verfügbar ist, die Kreditkarte oder den Dispo.


    Gruß
    Lisa

    Im Übrigen hat mir die BC als Platinum-Kunde der ersten Stunde mitgeteilt, dass sich am Gültigkeitszeitraum und Nutzbarkeit meiner Maestro-Karte bis zum Ablauf des Kartendatums (2021) nichts ändern soll. Warten wir also mal ab....


    Hast Du nachgefragt? Hattest Du eine Kündigung erhalten? Kannst du so lieb sein und das genauer erklären.
    Könnte es sein, dass die Maestro bei Platinum Card nicht gekündigt wird?


    Gruß
    Lisa

    Wenn ich die verschiedenen Quellen mir anschaue, dann würde Cashback mit Kreditkarte im Moment wohl nur bei netto und bei einzelnen EDEKAs funktionieren. Da die meisten EDEKAs von einzeln Händlern betrieben werden und nicht von EDEKA Hamburg kann jeder Händler vieles selbst entscheiden was er anbietet, also ob überhaupt KK-Zahlung, ob er bei Deutschlandcard mitmacht, und eben auch ob er Cashback bietet.
    netto wäre somit wohl der einzige der das einheitlich in allen Filialen anbietet.
    Da netto der Discounter von EDEKA ist, analog Penny der Discounter von Rewe, würde das erklären dass es gerade netto und EDEKA sind wo das funktionieren würde.
    Kennt ihr noch andere wo das geht?


    Woraus schließt Du das? Gibt es irgendwelche Quellen dafür? Mir ist es mit Kreditkarte noch nicht gelungen, Geld beim Einkauf mit ausgezahlt zu bekommen.


    Wieso sprichst Du im Konjunktiv "würde gehen", geht es nun oder nicht?


    Gruß
    Lisa

    Für zwei Gold-Karten ist hier noch keine Mitteilung über die Einstellung der LS-Funktion eingetrudelt.


    Kann es sein, dass BC die Maestro "nur" bei Kunden kündigt, die keine Jahresgebühr zahlen? Für eine kostenlose Gold Visa kam hier bereits die Kündigung der Maestro, für ein Barclays Doppel Classic (alte Version) kam noch keine Kündigung der Maestro.


    Gibt es hier noch jemanden, der eine Karte mit Jahresgebühr hat und schon die Kündigung der Maestro erhalten hat?


    Gruß
    Lisa

    Hat denn überhaupt sonst noch jemand diesen Brief bekommen? Bei mir war er jedenfalls auch heute nicht in der Post.


    Heute in der Post:

    Zitat

    Ihr Portemonnaie speckt ab - Ihre Maestro Karte geht
    (...)
    Hinweis für alle, die Lastschriftmandate für ihre Maestro Karte erteilt haben
    Wenn Sie Abbuchungen wie Miete, Strom, Telefon oder Versicherung über Ihre Maestro Karte eingerichtet haben, ändern Sie diese bitte vor dem 30. September 2018. Bei der Aktualisierung der Lastschriftmandate können Sie statt dem Maestro-Konto derzeit nicht das Barclaycard Kreditkarten-Konto hinterlegen. Ihr Lastschriftmandat gegenüber Barclaycard zu Rückzahlung Ihrer Kreditkarten-Umsätze bleibt davon unberührt. (Hervorh. v. mir) (...)


    Das könnte ein Hinweis sein, dass BC die Lastschriftmöglichkeit erhalten will. Ich habe vor ca. 2 Wochen dazu eine Umfrage im Online-Banking mitgemacht, siehe auch hier: https://www.telefon-treff.de/f…ten?p=9716756#post9716756
    In der Umfrage wurde gefragt, ob man eine Lastschriftmöglichkeit unter Verwendung der KK-Nr. verwenden würde. Es sollte ein ähnlicher Modus sein wie zuletzt bei der Maestro, also die Ziffern 5 bis 13 o. ä. von der KK-Nr., dann die BLZ dazu und IBAN berechnen. Ich habe leider keinen Screenshot gemacht. Heute ist die Umfrage im Online-Banking nicht mehr zu sehen.


    Gruß
    Lisa

    Weil scheinbar Girocard nicht dabei war (und dann die Akzeptanz nicht überragend war) macht es Sinn für die Bank, die Maestro-Karte einzustampfen.


    Man hätte auch Girocard zusätzlich draufpacken können, oder ein komplettes Konto. Eine eigene IBAN war ja schon bei jeder Karte dabei.


    Aber zu 100% offensichtlich möchte die Barclays Bank in Zukunft keine als Zahlkarten oder Konten beworbenen Produkte mehr anbieten, sondern stattdessen Kredite in Form von Karten-Teilzahlung austeilen.


    Als die Karte noch Barclays-EC-Karte hieß (bei ihrer Einführung)h, war EC dabei, also eine überragende Akzeptanz in Deutschland. Das war damals ein absolutes Alleinstellungsmerkmal von Barclays und hat in Deutschland mit Sicherheit sehr geholfen, in den Markt zu kommen. Also man dann meinte, auf die Girocard-Akzeptanz verzichten zu können, brach die Akzeptanz in Deutschland gewaltig ein. Ich hatte sehr viele Kunden wegen der EC-Karte zu Barclays geworben. Die meisten wurden aber bei dem Wechsel-Desaster von EC auf Maestro-only schon sauer. Die Akzeptanz von Maestro-only ist um keinen Deut besser als die KK-Akzeptanz in Deutschland. Im Inland braucht man dieses Produkt nicht.


    Ich verstehe nur nicht, warum man ein solches perfektes Alleinstellungsmerkmal, das den deutschen Markt exponentiell aufgerollt hat, ohne Not einfach so einstellt und damit einen Großteil der Kunden vergrault. Da waren mit Sicherheit reichlich Leute dabei, die die Girocard für alle normalen Einkäufe und Lastschriften genutzt haben und trotzdem oder gerade deswegen Teilzahlung in Anspruch nahmen. Für die Nutzung innerhalb von Deutschland wäre ein solches Produkt auch jetzt wieder konkurrenzlos. Warum BC das ohne Not aufgibt, ist mir ein Rätsel. Dass sie Teilzahlung verkaufen wollen, ist sicherlich nicht der Grund, denn das wäre ja kein Widerspruch, sondern sogar ein Synergieeffekt.


    Nach der Einstellung der Amazon-Girocard gibt es m.W. keine Alternative mehr, also wieder eine große Marktnische, die die Banken links liegen lassen, um die 87. Kreditkarte auf den Markt zu bringen und alle das Gleiche zu machen.


    Gruß
    Lisa