Zitat
Original geschrieben von Goyale
Kein Selbstständiger muss sich privat versichern. GKV geht auch (freiwillig), aber nur wenn man vorher in der GKV war.
Das ist doch genau der Punkt! Als Selbstständiger darf man überhaupt nur in der GKV bleiben, wenn man vorher (!) drin war. Man muss ja erstmal irgendwie reinkommen in die GKV. Das geht nur mit einer Anstellung (!). Selbstständige sind im Normalfall in der PKV und DÜRFEN nur in die GKV BLEIBEN, wenn sie vorher drin waren.
In der GKV gibt es für Selbstständige einen Mindestbeitrag von derzeit ca. 400 €, egal wie viel man in den ersten Monaten der Selbstständigkeit verdient. Wer das am Anfang noch nicht schafft, weil in den ersten 2 Monaten das Geschäft überhaupt erstmal anrollen muss, MUSS wegen der Krankenversicherungspflicht seit 2007 zwingend eine PKV abschließen. Das war's. Danach DARF er nie wieder zurück in die GKV, nur mit "Handständen", indem er sein Gewerbe/seine Existenz aufgibt und wieder angestellt oder arbeitslos wird. Wenn das Geschäft dann nach 1 bis 2 Jahren gut läuft und er die Beiträge für die GKV aufbringen könnte, darf er nicht mehr hinein! Sobald er Gutverdiener ist, DARF er nicht mehr in die GKV hinein. (Abgesehen davon kann er auch seine PKV kaum noch wechseln, nur unter großen Einbußen, was jeder GKV-Versicherte jederzeit kann.)
Das ist der Normalfall: Der Selbstständige DARF NICHT in die GKV, egal wie wenig oder wie viel er verdient. Er hat nach der Entscheidung ganz am Anfang innerhalb von 2 Monaten keine Möglichkeit mehr, sich wieder ins Solidarsystem einzugliedern, selbst wenn er den Höchstbeitrag zahlen müsste und auch bereit ist, den für die nächsten 30 oder 40 Jahre zu zahlen.
Solange die GKV für Selbstständige nicht geöffnet wird, so dass man als Selbstständiger in die GKV wechseln kann, wenn man sie sich leisten kann, ist das Lamentieren darüber, dass die Selbstständigen sich dem Solidarsystem entziehen würden, sehr ambivalent. Sie können nämlich gar nicht anders!
Gruß
Lisa