Beiträge von peterdoo

    Man muss dazu auch sagen, dass die Netzkonsolidierung zu einem sehr ungünstigem Zeitpunkt statt finden muss. Die anderen Netzbetreiber wollen das 3G schrittweise zurückfahren und bis ca. 2020/2021 abschalten und GSM nur noch auf einem Minimum weiter betreiben. Alles, was Telefónica in den Umbau von 3G/2G investiert, muss spätestens in 5 Jahren abgeschrieben sein, vieles schon viel früher.


    Nur die Investitionen ins LTE sind langfristig sinnvoll. Bei sehr vielen Netzbetreibern läuft schon heute mehr als 50% vom Traffic über LTE. Tendenz schnell steigend. Auch der Anteil von VoLTE fähigen Telefonen steigt sehr schnell. Die Swisscom musste in diesem Sommer feststellen, dass deren VoLTE Plattform kurzfristig erweitert werden musste weil einfach zu viele VoLTE Geräte neu dazu kommen.


    LTE ist nicht die Zukunft sondern ist schon längst da. Entweder Telefónica macht da schnell mit oder bleibt abgehängt in der Vergangenheit. Als die angefangen haben, die Konsolidierung zu planen, sah es vielleicht noch nicht so schlecht für 3G/2G aus. Vielleicht hat diese Feststellung dazu beigetragen, dass auf vielen Stellen das ehemalige Netz von E-Plus einfach abgeschaltet wurde statt da noch was umzubauen. Hoffentlich schreitet zumindest der LTE Ausbau zügig voran. Dann werden die Probleme bei 2G/3G automatisch verschwinden und vergessen sein und O2 kann wieder aufatmen.

    Und die Altgeräte werden heute sowieso nach einigen Jahren zumindest für die Datenfunktionalität unbrauchbar weil es für die keine Updates gibt, die App Hersteller diese nicht mehr unterstützen, die Zertifikate auslaufen usw. Bei den meisten ohne 4G wird es noch vor der Abschaltung von 3G so weit sein.


    Ich würde mir derzeit noch keine großen Sorgen bei einer Neuanschaffung machen. Man muss aber schon damit rechnen, dass die 3G-Netze in den kommenden Jahren immer weniger Kapazität bieten werden.


    Für die klassische Telefonie bleibt GSM noch eine Weile erhalten.

    Es wird anscheinend bestätigt, dass Ende 2021 3G zur gänze auslaufen wird und nur noch EDGE auf 900 MHz (5 oder 10 MHz) und 4G auf 800 (10 MHz), 1800, 2100 und 2600 MHz übrig bleibt. In der Zwischenzeit werden zuerst die 25 MHz bei 1800 MHz mit 4G voll gefüllt und danach noch schrittweise je 5 MHz bei 2100 MHz von 3G auf 4G umgestellt. Hoffentlich werden bald alle neuen Smartphones VoLTE beherrschen, sonst wird sich die Umstellung wegen zu wenig GSM Kanälen verzögern müssen.

    Zitat

    Original geschrieben von Anja Terchova
    Die 150MB Flat für 19,95€ bei E-Plus und die 0,24€ pro MB bei Simyo und Blau waren schon richtige Entscheidungen - weil damit wurde es erst moeglich das auch Privatkunden Mobile Datendienste nutzten.


    Genauso ist es. Erst damals haben wir viele die Datenverbindung am Telefon zumindest gelegentlich aktiviert und der Rechnungsbetrag ist gestiegen. Genauso wie beim Roaming. Noch heute gibt es viele, die Daten im Roaming nicht aktivieren, womit der Anbieter dann gar nichts verdient. Nicht ohne Grund haben Simyo, Blau, Alditalk usw. Millionen Kunden. Der Markt für die Kunden, die etwas weniger Netz bei günstigeren Preisen in Kauf nehmen ist sehr groß.


    Es wird hier oft Free aus Frankreich als Vergleich verwendet. Die zahlen aber jährlich etwa eine Milliarde € an Orange fürs Roaming. Ab Januar 2017 wird das Roaming von den bisherigen Mitverwendung der etwa 50.000 Orange Standorte auf nur noch die Free Sender (momentan ca. 12.000) in 2020 langsam zurück gefahren. So ganz die O2-Geschichte wird es nicht, es geht aber in dieselbe Richtung. Ob die das investierte Geld je zurück bekommen, wird sich erst zeigen. Die Tarife sind nicht günstiger weil das Netz so viel effizienter oder günstiger wäre, sondern weil man noch immer so viel investiert und Verluste macht: " Nevertheless the outlook is tough, with the telecoms business continuing to operate at a loss." Bei allen drei anderen fallen die Umsätze: " Orange, SFR and Bouygues reporting negative underlying service revenue growth since 2012". (http://www.wsj.com/articles/il…-on-the-street-1424108013)


    Es gibt Wirtschaftssparten, in denen nach solchen Preiskämpfen die Qualität aller Anbieter stark abnahm und die Innovationen rar sind, weil man sich nie mehr zu etwas höheren Preisen bewegen konnte. Darunter leiden dann sowohl die Anbieter wie die Kunden.

    Unglaublich. Kaum haben wir die zeitabhängigen Gebühren im Festnetz hinter uns gelassen und sind bei den Allnet und Internet-Tarifen, die von dem Ziel und von der Zeit unabhängig sind, angekommen, wollen einige das System schon wieder kompliziert machen :mad:


    Die Statistiken gibt es, z.B.:
    https://www.de-cix.net/en/loca…germany/munich/statistics
    Selbst wenn das Mobilnetz etwas abweicht, müssen die an solchen Peeringpunkten durch und dort geht die Spitze bis fast 0 Uhr. Ab 7 Uhr geht es wieder steil nach oben. Die Kosten entstehen dort zeitunabhängig. Anders als bei den Anrufen, kann schon ein einziger Gerät die Kapazität des gesamten Sektors voll ausnutzen. Die Gruppe, für die sowas (0 bis 7 oder 23 bis 8 Uhr) interessant wäre, dürfte wirklich klein sein und würde nach meiner Meinung die Mehrkosten für die Verwaltung solcher Tarife nicht decken.

    Das mit Quam würde ich jetzt nicht als Vergleich verwenden. Damals sind alle 6 auf die Nase gefallen, nur dass die vier schon ein Netz hatten und so überleben konnten.


    Die hoch verschuldete Telefónica Mutter wollte ja O2 UK verkaufen, was dann nicht gelungen ist. Jetzt ist die Lage mit der Liquidität nicht so wie gewünscht (http://www.bild.de/geld/aktuel…t-fuer-48479742.bild.html). Da will man wahrscheinlich bei Telefónica DE ohne Rücksicht auf die Kunden möglichst bald Gewinne sehen. Um diese abzuführen oder wieder das Ganze zu verkaufen und so die Schulden zu tilgen.

    Zitat

    Original geschrieben von lippmannmax
    und dank seinem technischen KnowHow wäre er auch für Telefonica ein top Mann gewesen - aber er hat wohl gemerkt, dass er dort nichts mitzureden hat, und alles nur den Bach runter geht, weswegen er jetzt (meinerseits komplett verständlicherweise) abhaut.


    Telefónica brauchte Herrn Dirks leider nur, damit er die E-Plus Kunden zu O2 überführt und dann der Rest von E-Plus geopfert/vernichtet werden kann. Sowas geht am besten wenn man einen Insider von E-Plus holt, damit die E-Plus Leute mit machen, ohne große Schwierigkeiten zu machen. Da die Vernichtung von E-Plus fast abgeschlossen ist und somit seine Arbeit erledigt, waren die Tage von Herrn Dirks sowieso gezählt.


    Zitat

    Original geschrieben von lippmannmax
    Erst in den letzten Tagen wurden die Konsopläne für einen Teil von Baden-Württemberg wieder komplett, bis auf unbekannte Zeit, verschoben, was eigentlich diese Woche los gehen sollte...
    Kein Wunder, da hätte ich auch sowas von die Schnauze voll.


    Das zeiht sich leider so durch seitdem die Netzintegration angefangen hat. Herr Dirks hat Vieles angekündigt, z.B. die LTE Vereinheitlichung, usw. Alles, was Geld spart, wurde sofort rücksichtslos durchgezogen, während die kostensteigenden Maßnahmen, die das Netz im Gegenzug entlasten sollen, behindert, verzögert oder sogar ganz gestrichen wurden. Bei O2 regiert momentan nur das Geld. Alle anderen, auch die Kunden müssen sich beugen. Es spricht ja nichts dagegen, dass O2 zu einem Discounter-Netz mit weniger Abdeckung und weniger Kapazität außerhalb der Städte und Autobahnen wird. Auch dafür gibt es sehr viele potenzielle Kunden. Die fehlende Transparenz, die Werbung mit den zwei Netzen usw., gleichzeitig aber fast die Hälfte des Netzes abschalten, ist aber ein Verhalten, das in Deutschland bisher bei den Anbietern nicht üblich war. Da sollten die Verbraucherschützer doch ein ernstes Wort mit O2 sprechen.