Ich fahre ja eher selten Bahn und hatte bisher keine größeren Probleme. Was mir heute aber widerfahren ist, schlägt dem Fass den Boden aus.
Ich war mit dem RE nach Fulda unterwegs, um anschließend in den ICE nach Würzburg umzusteigen, Sparpreis für 19 € mit Zugbindung. Auf halber Strecke nach Fulda musste der RE dann wegen Stellwerksstörung anhalten. Laut Ansage sollte sich die Weiterfahrt um 20 Minuten verzögern, die DB App zeigte jedoch bereits 45 Minuten an. Den Anschluss-ICE konnte ich selbstverständlich nicht mehr erreichen. Ich lief also durch den Zug auf der Suche nach dem Schaffner, der jedoch weder "unterwegs" noch an seinem üblichen Arbeitsplatz (Glaskasten) anzutreffen war. Erst später sah ich, dass dieser sich zusammen mit dem Lokführer am Führerstand unterhielt und erst nach einem Anklopfen meinerseits herauskam. Ich bat ihn höflich darum, die Zugbindung für meinen Fahrschein aufzuheben bzw. mir eine Bescheinigung auszustellen, damit ich in Fulda zügig in den nächsten ICE umsteigen kann. Das wollte er jedoch auch nach längerer Diskussion nicht tun, ich sollte stattdessen in Fulda das DB Service Center besuchen. Als ich dann nach seinem Namen fragte, um später klären zu können, ob er dafür zuständig gewesen wäre oder nicht, wurde er grob unhöflich und meinte, ich solle ihn seine Arbeit machen lassen, sonst würde sich der Zug noch mehr verspäten. Diese "Arbeit" bestand, wie ich einige Minuten später sehen konnte, darin, sich zusammen mit dem Lokführer draußen neben den Zug zu stellen und zu quatschen, bis das Gleis wieder freigegeben wurde. Die Personen im Zug, z.T. ältere Personen ohne Smartphone, erhielten keinerlei Auskünfte über Anschlussverbindungen, von Aufklärung über Fahrgastrechte mal ganz abgesehen.
In Fulda mit 45 Minuten Verspätung angekommen stellte sich dann erwartungsgemäß der halbe RE am Service Center an, um Zugbindungen aufheben zu lassen und/oder nach Alternativverbindungen zu fragen. Ich konnte den nächsten ICE gerade so erreichen, hatte aber noch gut 10 Personen hinter mir, die entsprechend nochmal eine Stunde in Fulda warten durften.
Bei der Rückfahrt hatte ich wiederum ebenfalls 60 Minuten Verspätung, da der Anschluss in Fulda nicht erreicht werden konnte. Wenigstens waren die Mitarbeiter des Service Centers in Fulda und Würzburg freundlich und konnten schnell und kompetent weiterhelfen.
Und dann zu den Zügen: Im ersten ICE (ICE 2 Redesign) waren die Bildschirme im Großraumwagen defekt, zeigten permanent "Kassel-Wilhelmshöhe" als nächsten Halt. Auf der Rückfahrt (ICE 3) war eine Plastik-Zierleiste unter der Gepäckablage locker, sodass sie bei jeder kleinen Erschütterung ein Quietschen erzeugte. Ein Fahrgast hat das Problem "gelöst", indem er ein Taschentuch dazwischensteckte. Schließlich war im RE die Tür zwischen zwei Wagons defekt.
Und dabei ist noch gar nicht Winter...
Gut, sicherlich etwas viel Pech auf einmal, aber das Verhalten des o.g. Schaffners geht meines Erachtens wirklich gar nicht. Deshalb meine Frage dazu: Wie sieht es mit der Aufhebung der Zugbindung genau aus? Ist der Schaffner dafür zuständig oder ist es wirklich so vorgesehen, dass alle am Service Center anstehen und sich dort eine Bescheinigung holen?